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Franziskus: Rücktritt vom Papstamt "weder mein Gedanke, noch meine Sorge, noch mein Wunsch"

16. Jänner 2024 in Weltkirche, 20 Lesermeinungen
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Papst will in Heimat Argentinien und nach Polynesien reisen - Franziskus im Interview zu Segnungen für Homosexuelle: "Der Herr segnet alle"


Mailand/Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus plant eine Reise nach Polynesien und Argentinien. Im August wolle er nach Polynesien reisen, sagte er am Sonntagabend im Interview der italienischen Talkshow "Che Tempo Che Fa" (etwa: "Wie die Zeiten so sind") auf dem Sender Nove. Danach wolle er nach Argentinien fliegen, sofern es möglich sei. Er mache sich Sorgen um sein Heimatland, weil die Leute dort viel litten. "Es ist ein schwieriger Moment für das Land", sagte er.

Der Papst, der das Interview mit Moderator Fabio Fazio per Video-Stream aus dem Vatikan gab, ist während seiner fast elfjährigen Amtszeit noch nie in seine Heimat gereist. Argentiniens neuer Präsident Javier Milei lud ihn vor kurzem offiziell zu einem Besuch ein.

Eine zuletzt geplante Reise konnte Franziskus wegen einer Infektion in der Lunge nicht wahrnehmen. Eigentlich wollte er Ende November nach Dubai zum Weltklimagipfel fahren. "Ich lebe noch", sagte er am Sonntagabend auf die Frage nach seinem Gesundheitszustand.


Auf einen möglichen Rücktritt angesprochen, führte er aus: "Das ist weder mein Gedanke, noch meine Sorge, noch mein Wunsch." Ein Rücktritt sei eine Möglichkeit, die jedem Papst offenstehe. Im Moment sei dies jedoch nicht der Mittelpunkt seiner Überlegungen. "Wenn ich mich in der Lage sehe, zu dienen, dann mache ich weiter. Wenn ich es nicht mehr schaffe, ist der Moment gekommen, um darüber nachzudenken", sagte Franziskus.

"Der Herr segnet alle"

Als dringendste Reform für die Kirche nannte der Papst eine "Reform der Herzen". "Die Strukturen der Kirche müssen aktualisiert und an die neuen Zeiten angepasst werden, aber das Herz muss täglich reformiert werden", betonte Franziskus.

Auch zur viel beachteten Entscheidung des Vatikans, Segnungen für unverheiratete und homosexuelle Paare zuzulassen, wurde der Papst in der Sendung befragt. "Der Herr segnet alle. Alle, die kommen", sagte Franziskus. "Aber dann müssen sich die Menschen mit dem Segen des Herrn auseinandersetzen und sehen, was der Weg ist, den der Herr ihnen vorschlägt." Die Kirche jedoch müsse die Menschen an die Hand nehmen und sie auf diesen Weg führen, anstatt sie von vornherein zu verurteilen, betonte der Papst.

Auf die Frage, ob er sich nicht manchmal einsam fühle aufgrund von Entscheidungen, die er getroffen habe, antwortete Franziskus: "Es gibt einen Preis der Einsamkeit, den man für Entscheidungen zahlen muss. Manchmal werden Entscheidungen nicht akzeptiert, aber die meiste Zeit akzeptiert man Entscheidungen nicht, weil man sie nicht kennt", sagte der Papst.

Bereits am Samstag hatte sich der Papst zur Grundsatzerklärung "Fiducia supplicans" geäußert. Es würden die Menschen und nicht die Sünde gesegnet, sagte er laut "Vatican News" bei einem Treffen mit Priestern der Diözese Rom. Die afrikanische Kultur akzeptiere solche Segnungen nicht, weil es unterschiedliche Empfindlichkeiten gebe.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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