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US-Erzbischof Broglio: Evangelisierung bei Synode priorisieren

21. März 2023 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Vorsitzender der US-amerikanischen Bischofskonferenz: "Wir sehen, wie die Möglichkeit, das Evangelium zu verkünden, in vielen Ländern der Ersten Welt beschnitten wird"


Würzburg/Washington (kath.net/KAP) Einsatz für Evangelisierung, Berufungen und das Pochen auf Religionsfreiheit: Diese drei Themen sollen aus Sicht des Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Broglio (71), Vorrang im aktuellen weltweiten Synodalen Prozess in der katholischen Kirche haben. "Das Interesse für die missionarische Dimension der Kirche scheint zu schwinden, doch es sollte an erster Stelle stehen", sagte Broglio im Interview für die aktuelle Ausgabe der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost" (Freitag).

Die Synode müsse daher zuallererst die Evangelisierung ansprechen und erörtern, "wie wir andere Menschen mit dem Evangelium erreichen". Dabei gelte es, junge Menschen zum Glauben einzuladen, digitale Medien zu nutzen, Kontakt zu halten sowie "Neubekehrte und Menschen, die Fragen stellen, zu begleiten", sagte der Erzbischof. "Es heißt nicht, die Forderungen des Evangeliums auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reduzieren."


Mit den Bemühungen der Kirche um Evangelisierung verbunden sieht Broglio das Thema geistlicher Berufungen. "Sie scheinen überall da zurückzugehen, wo der materielle Wohlstand wächst."

Als drittes Thema nannte der US-Bischofskonferenz-Vorsitzende Religionsfreiheit. Die Möglichkeit, das Evangelium zu verkünden, werde in vielen Ländern der Ersten Welt beschnitten, sagte Broglio der "Tagespost". "Dem Wohlstand und geheimen - wenn auch manchmal sehr offenen - Versuchen, jede Stimme zum Schweigen zu bringen, die nicht der derzeitigen Mentalität folgt, muss irgendwie entgegengetreten werden, damit die Menschen die Wahrheit wenigstens hören können", so der Erzbischof.

Konkrete Beispiele nannte Broglio in dem Interview nicht. Er zog aber eine Parallele zu Nicaragua, wo Staatschef Daniel Ortega seit einigen Jahren mit harter Hand gegen Kritik der katholischen Kirche, von Nichtregierungsorganisationen und unabhängigen Medien zur Menschenrechtslage im Land vorgeht, "Was Präsident Ortega in Nicaragua öffentlich getan hat, indem er jeden, der nicht seiner Meinung war, einsperrte, zum Schweigen brachte oder aus dem Land wies, geschieht in wohlhabenderen Gesellschaften häufig auf unmerklichere Weise", sagte der US-Erzbischof.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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