Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  2. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  3. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  4. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  5. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  6. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  7. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  8. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  9. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  10. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  11. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  12. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  13. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  14. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“
  15. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"

Renaissance des Katholikentages?

22. August 2022 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Mitglieder des ZdK gründeten den Verein ‚Donum Vitae‘, der weiterhin den Beratungsschein ausstellt. Die DBK sieht das ZdK als offizielle Vertretung der Katholiken gegenüber Gesellschaft und Politik.“ Gastbeitrag von Prof. Hubert Gindert


Bonn (kath.net/Forum Deutscher Katholiken) „In der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm der Katholizismus in Deutschland Gestalt an“ … „Der Katholizismus (ist) ein Gebilde aus Institutionen, Verbänden, Medien und Aktivitäten in denen Katholiken in einer säkularen Gesellschaft ihren Glauben bezeugen und das öffentliche Leben zu gestalten versuchen“, soweit Manfred Spieker („Stirbt der deutsche Katholizismus“ in Tagespost, 27.5.2022).Die Katholikentage beginnen 1848, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wurde 1868 gegründet.

„Was ist aus diesem Zentralkomitee geworden? Warum spielt es in der gesellschaftlichen Debatte schon seit gut rund 20 Jahren kaum noch eine Rolle?“ fragt Spieker und antwortet: „Weil nicht mehr die Politik sein Adressat ist, sondern die Kirche“.

Als sich die Katholiken Mitte des 19. Jahrhunderts in sogenannten Pius-Vereinen zusammenschlossen, war es für sie kein Problem „sich an Rom zur orientieren“ (Spieker). Die Distanzierung des ZdK von der Zentrale der Universalkirche ist ein Prozess mit deutlichen Markierungen.

1993 brachte Anette Schavan, stellvertretende Vorsitzende des ZdK, das Papier „Dialog statt Dialogverweigerung: Wie in der Kirche miteinander umgehen?“ unter großem Beifall in das ZdK ein.

Als am 22. Mai 1994 Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“ veröffentlichte, ging ein Sturm der Entrüstung durch die Reihen des ZdK.

Die deutschen Bischöfe waren an der Distanzierung der Ortskirche von Rom nicht unbeteiligt.

Als Papst Paul VI. das Apostolische Schreiben „Humanae vitae – über die Weitergabe des Lebens“ am 25. Juli 1968, das die natürliche Empfängnisregelung, aber keine künstlichen Mittel zulässt, veröffentlichte, reagierten die deutschen Bischöfe darauf mit der „Königsteiner Erklärung“. Sie überließ die Handhabung des päpstlichen Schreibens dem „Gewissen“ der Gläubigen. Es war eine Anpassung an den Zeitgeist.


Als Johannes Paul II. im Oktober 1999 anordnete, dass die Bischöfe aus der Schwangerenkonfliktberatung mit Erteilung des sogenannten Beratungsscheins, der die gesetzwidrige aber straffreie Abtreibung ermöglicht aussteigen mussten. Dies traf nicht auf Erzbischof Dyba zu, der den Beratungsschein nie erlaubte. Die Empörung im ZdK über die Anordnung des Papstes war fast allgemein. Es gab zwei Abstimmungen im ZdK mit überwältigenden Mehrheiten für den Beratungsschein. Mitglieder des ZdK gründeten anschließend den Verein „Donum Vitae“, der weiterhin den Beratungsschein ausstellt.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sieht das ZdK als offizielle Vertretung der Katholiken gegenüber Gesellschaft und Politik. Innerkirchlich ist das ZdK im laufenden Dialogprozess der gleichberechtigte Partner „auf Augenhöhe mit den Bischöfen“.

Die wichtigste Veranstaltung des ZdK sind die alle vier Jahre stattfindenden Katholikentage. Der letzte deutsche Katholikentag in Stuttgart war nur von 25.000 Teilnehmern besucht. Das bedeutet, dass die Zahl der Teilnehmer auf weniger als ein  Drittel gegenüber vor vier Jahren gesunken ist. Die Katholikentage sind für potentielle Teilnehmer sowohl für ihr gesellschaftliches Engagement, wie auch für ihr religiöses Leben bedeutungsvoll geworden.

Wenn Manfred Spieker feststellt, dass das ZdK „seit rund 20 Jahren kaum mehr eine Rolle spielt“, so gibt der Theologieprofessor Christoph Böhr von Heiligenkreuz Gründe an, welchen Preis der deutsche Katholizismus für den Versuch „trotz der Auflösung der Volkskirche ein anerkannter Wortführer in der Gesellschaft zu bleiben“ bezahlt hat: „Das Beschweigen des Glaubens“ und den „Missionsauftrag“. Da das Proprium der Kirche „das erlösungswirkende Kreuzopfer … einer Mehrheit der Gesellschaft nicht mehr vermittelbar war“ bot dieser Katholizismus an seiner Stelle „immer häufiger Allerweltsweisheiten, die gesellschaftlichen Erwartungen entgegenkamen“, an. „Im Kern war es die Caritas, die als Aushängeschild von Kirchlichkeit übrigblieb.“ Aber, „im Kindergarten, der Schule oder in Krankenhäusern“ wurden die „Einrichtungen in katholischer Trägerschaft an vergleichbare Angebote säkularer Träger angepasst“. Tatsächlich ging es um die „Vermeidung des Bedeutungsverlusts im Ansehen der Gesellschaft“. Der „Missionsauftrag“ der Kirche blieb auf der Strecke.

Mit der Bedeutungslosigkeit der Katholikentage und des ZdK für die Gesellschaft werden Stimmen lauter, es bedürfe einer „katholischen Alternative zum Katholikentag. Dringend“! (Peter Winnemöller, kath.net) … „Wenn sich Vereinigungen, Gruppen und Bewegungen, die deutschlandweite Treffen veranstalten, einmal zusammensetzen und überlegen, ob man etwas gemeinsam machen kann … vielleicht an einem zentralen Ort, ein großes katholisches Fest miteinander feiern“.

Das ist leichter gesagt, als getan. Das „Forum Deutscher Katholiken“ hat mit sehr mäßigem Erfolg Gemeinschaften zu seinen Kongressen eingeladen. Selbst wenn einige Vertreter anwesend waren, bedeutete das keine Identifikation zu einem gemeinsamen Auftreten. Was zweifellos eine Rolle spielte, war das Konkurrenzdenken. Es gibt auch das vorgeschützte nicht kompatible Charisma.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ führte in dieser Angelegenheit auch Gespräche mit Kardinal Cordes in München und ein weiteres Gespräch mit Kardinal Meisner in Köln. Dazu kamen einige Vertreter katholischer Gemeinschaften. Aber auch diese Treffen führten nicht weiter.

Wenn verschiedene Charismen und unterschiedliche Spiritualitäten zu Urteilen führen, wie – „... die wollen ein Zurück in eine heile Kirchenwelt“, verstehen sich als „heiliger Rest“, sind als „reformunwillig gelabelt“, machen „unkluge HardcoreÄußerungen“ – ist das wenig hilfreich, katholisch gebliebene Gemeinschaften zusammenzuführen. Es sollte genügen, dass sie eindeutig auf dem Boden des Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) von 1962 stehen. Der KKK fasst das gesamte Glaubensgut der Kirche zusammen.

Natürlich gibt es bereits jetzt große Treffen, z.B. in Salzburg oder Augsburg etc. Zum Teil sind das ökumenisch-zusammengesetzte Veranstaltungen. Dann sind die Sakramente, die Muttergottesverehrung und eine gemeinsame Eucharistiefeier vernachlässigt. Auch der Weltauftrag z.B. ein Aufruf: „Selbstverständlich sind wir alle beim Marsch für das Leben in Berlin dabei“ ist kaum zu hören. Sonst müssten nämlich die Teilnehmerzahlen weit höher sein.

Das Vorhaben, katholische Kräfte zu binden, ist völlig richtig! Aber dazu müssten organisatorische Arbeiten vorausgehen, z.B. welche Gemeinschaften dafür und zu welchen Bedingungen zu gewinnen sind. Die Organisationen im ZdK, die die bisherige Politik mitgetragen haben, kann man wohl für eine Sammlung vergessen. Und es bleibt die große Unbekannte, nämlich: Wie die katholische Landschaft in Deutschland nach dem „Synodalen Prozess“ aussehen wird.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  4. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  5. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  8. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  9. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  10. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  11. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  12. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  13. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  14. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  15. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz