Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  9. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  10. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  11. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  12. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  13. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  14. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  15. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“

'Weihe ist Signal gegen die Gottvergessenheit'

15. August 2022 in Spirituelles, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bernadette Lang empfing im Salzburger Dom die Ewige Jungfrauenweihe - Weihbischof Hofer: "Ein deutliches Zeichen dafür, dass es noch etwas gebe, das alles in der Welt übersteige: „nämlich Gott“


Salzburg (kath.net/eds)

Am heutigen Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, volkstümlich „Mariä Himmelfahrt“ genannt, wurde die gebürtige Oberösterreicherin Bernadette Lang (31) von Weihbischof Hansjörg Hofer zur Ewigen Jungfrau geweiht. Als äußere Zeichen erhielt sie vom Bischof Ring, Schleier und Stundenbuch. Geweihte Jungfrauen bilden einen eigenen, anerkannten Stand in der katholischen Kirche und leben weiter in ihrem gewohnten persönlichen und beruflichen Umfeld.

Vor dem Hintergrund der teils heftigen Reaktionen, die die Weihe im Vorfeld hervorgerufen hat, sagte Weihbischof Hansjörg Hofer in seiner Predigt, dass eine Jungfrauenweihe, wie wir sie heute erleben, nichts Neues sei. Diese Weihen habe es im Leben der Kirche immer gegeben. Nur seien sie selten geworden. „Bei einer Jungfrauenweihe verspricht ein Mensch ehelos leben zu wollen und sich und sein Leben ganz Jesus Christus zu weihen, d.h. zu schenken“, betonte Hofer im Salzburger Dom.

„Viele Menschen können nicht verstehen, dass ein Leben ohne Ehe, Familie und gelebter Sexualität ein erfülltes Leben sein kann.“ Wenn jemand aus Liebe zu Jesus Christus auf Ehe, Familie und Kinder verzichte, so ist das wohl ein deutliches Zeichen dafür, dass es noch etwas gebe, das alles in der Welt übersteige: „nämlich Gott“, fügte der Salzburger Weihbischof hinzu. So sei die ehelose Keuschheit und Jungfräulichkeit nicht nur ein sprechendes Zeichen der Hingabe an Jesus Christus, sondern auch ein markantes Signal gegen die Gottvergessenheit, die heute massiv um sich greife.

Darüber hinaus erinnerte Hofer daran, dass eine Weihe immer ein Akt der Freiheit sei. „Freiheit heiße aber nicht: frei von, sondern frei für. Durch die Jungfrauenweihe bist du frei für Gott und den Dienst an den Menschen.“


Mit einem persönlichen Wunsch an Bernadette Lang endete die Predigt: „Gott, der deine große Sehnsucht ist, und Jesus Christus, dein Bräutigam, mögen dich im Auf und Ab deines Lebens begleiten, damit dir die Freude an Gott, die unsere Kraft ist, niemals abhandenkommt.

Jungfrauenweihe: Eine lange Tradition

Die Lebensform der „geweihten Jungfrau“ ist in der Katholischen Kirche relativ neu und zugleich uralt: Laut dem Neuen Testament gab es in der frühen Kirche nicht nur den Stand der Bischöfe, Priester und Diakone, sondern auch jenen der Witwen und „geweihten Jungfrauen“. Diese unverheirateten Frauen weihten ihr Leben auf besondere Weise Gott, waren aber weiter in ihrem normalen Lebensumfeld tätig. Ein Klosterleben für Frauen entstand erst später und verdrängte in der Folge die Lebensform alleinstehender Frauen.

Während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) entdeckte die katholische Kirche diese Lebensform wieder. Daraufhin erließ Papst Paul VI. am 31. Mai 1970 eine Instruktion, welche den Ritus der Jungfrauenweihe wieder einführte. Derzeit gibt es in der Erzdiözese neun, österreichweit 45 und weltweit rund 5.000 geweihte Jungfrauen. Papst Franziskus hat vor zwei Jahren anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Wiedereinführung der Jungfrauenweihe diese Lebensform gewürdigt. Sie sei ein Teil des „vielfältigen Reichtums“ der Kirche. Während der Weihe erhalten die Frauen vom Bischof Ring und Schleier als Zeichen für die bräutliche Liebe und ein Stundenbuch als Zeichen für die kirchliche Bindung.

Wie Ordensfrauen ihrer Vorgesetzten geloben geweihte Jungfrauen ihrem Bischof Armut, Keuschheit und Gehorsam. Die Art und Weise, wie sie ihr Charisma leben – stärker kontemplativ oder aktiv –, ist ihnen jedoch freigestellt. Einige von ihnen sind in Wissenschaft und Lehre, andere als Einsiedlerinnen oder in sozialen Diensten tätig. Zudem können sie allein wohnen, bei ihrer Herkunftsfamilie oder in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.

Bernadette Lang wurde 1990 in Haag am Hausruck geboren. Sie lebt seit über zehn Jahren in Salzburg und ist dort Mitglied der Loretto-Gemeinschaft sowie Leiterin der Home-Akademie in der Mission Base im Stadtteil Mülln. Sie studierte Theologie an der Salzburger Paris-Lodron-Universität.

Fotos: Weihbischof Hansjörg Hofer weihte die gebürtige Oberösterreicherin Bernadette Lang (31) im Salzburger Dom zur Ewigen Jungfrau.

 

Foto: Tobias Bosina/Erzbistum Salzburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  4. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  7. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  8. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  9. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  10. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  11. Apostolisch und nix anderes
  12. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  15. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz