Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  3. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  6. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  7. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  13. „Das Ende von Maria 2.0“
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

Luthers deutsche „Katholiken“

12. Mai 2022 in Kommentar, 64 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Die Unterschiede sind kaum noch geläufig, wenn selbst Bischöfe die Begriffe ‚Eucharistie‘ und ‚Abendmahl‘ bereits synonym verwenden und den katholischen Glauben einmal mehr der schalen Beliebigkeit opfern.“ Gastbeitrag von Joachim Heimerl


Wien (kath.net) Als vor 495 Jahren die Truppen Karls V. die ewige Stadt überfielen, verloren von den 90.000 Einwohnern Roms mindestens 50.000 ihr Leben. Während dieses Massakers, das als „Sacco di Roma“ Geschichte gemacht hat, drang einer der deutschen Landsknechte in die päpstlichen Gemächer des Apostolischen Palastes ein und hinterließ dort bis in unsere Zeit ein Graffito besonderer Art: Mit dem Schwert kratzte er nämlich den Schriftzug „Luther“ ausgerechnet in jenes berühmte Fresko Raffaels ein, das dem Geheimnis der Eucharistie gewidmet ist. Luther und die Eucharistie, das geht schließlich kaum zusammen, mag sich der wüste Kerl gedacht haben, und so ist der Schriftzug bis heute nicht nur ein Relikt aus finsterster Zeit, sondern ein Ausrufezeichen dafür, was katholisch ist und was eben nicht.

495 Jahre später hat man dies jenseits der Alpen allerdings ebenso vergessen wie die schlichte Tatsache, dass „katholisch“ immer „römisch -katholisch“ und keinesfalls „lutherisch“ heißt. In besonderem Maße gilt dies wiederum für die Eucharistie, die vom lutherischen „Abendmahl“ so grundverschieden ist, wie es jener Landsknecht auf Raffaels Fresko verewigt hat. Vermutlich hätte der aber seine helle Freude daran gehabt, hätte er erahnt, dass sich heute deutsche „Katholiken“ dafür begeistern, die Eucharistie zu protestantisieren, und dass sie dies auch noch als „ökumenischen Fortschritt“ verstehen, etwa auf dem kommenden „Katholikentag“. Dass diese fragwürdige Veranstaltung jedoch mittlerweile mit dem „römisch-katholischen“ Glauben so wenig zu tun hat wie ihr protestantisches Pendant, erstaunt in Deutschland niemand mehr – wie auch? Immerhin ist man dort zusehends bemüht, die katholische „Zukunft“ nicht in Rom, sondern im laikalen Protestantismus zu sehen, dem man sich in einer falsch verstandenen „eucharistischen Gastfreundschaft“ endlich ergeben will.


Ohnehin sind dem ungläubigen Volk die Unterschiede kaum noch geläufig, wenn selbst Bischöfe die Begriffe „Eucharistie“ und „Abendmahl“ bereits synonym verwenden und den katholischen Glauben einmal mehr der schalen Beliebigkeit opfern. Rom zum Trotz pflegt man darüber hinaus die „Segnung“ gleichgeschlechtlicher Paare, und im einst katholischen Essen hat man inzwischen sogar die – protestantische – Laientaufe als „katholische“ Mogelpackung etabliert. Römisch-katholisch war eben gestern, deutschnational ist – horribile dictu – heute. Mit aller Macht muss eine „deutsche Kirche“ her, die sich nach protestantischem Vorbild dem Feminismus und der Genderideologie verschrieben hat und die „katholisch“ mit „LGBTQ+“ und den schrägen Thesen einer antikirchlichen Universitätstheologie verwechselt, deren selbstgefälliger Dünkel alles für „rückständig“ hält, was der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe lehren - wenigstens jene, die keine deutschen sind.

Luther, so zeigt sich, ist viel tiefer ins Bewusstsein seiner „katholischen“ Landsleute eingeritzt, als es ein Schwert in Raffaels Fresko je vermochte. Dafür, dass das so bleibt, braucht es nun keinen „Sacco di Roma“ mehr. Da genügen schon die penetranten „Pressuregroups“ „katholischer“ Laien, die sich unter der Flagge eines selbsternannten „Zentralkomitees“ eilfertig daran abarbeiten, all das als „ausgrenzend“ zu denunzieren, was in Wahrheit katholisch ist, angefangen bei der Lehre von der Eucharistie bis hin zur Fragen der Sexualmoral oder des Lebensschutzes. „Katholisch“ verwechseln sie so selbstverständlich mit „demokratisch“ und „liberal“ wie sie geflissentlich übersehen, dass Jesus Christus der alleinige Herr seiner Kirche ist und nicht sie selbst oder jenes linkspolitische Spektrum, dem sie weit mehr ergeben sind als IHM.

In ihrem paganen „Credo“ kreisen sie so nur um sich selbst und um die vagen „Machtphantasien“, die sie allen Ernstes als die „Vision“ einer „zeitgemäßen“, vorgeblich „gerechteren“ und sogar „angstfreien“ Kirche auszugeben wagen, während sie selbst nur nach einem gieren, nämlich danach, endlich über die Kirche zu herrschen und sie ihrem bürgerlichen Kleingeist gleichförmig zu machen.

Auf dem kommenden „Katholikentag“ wird so einmal mehr zu besichtigen sein, was sich in Deutschland alles für „katholisch“ hält und was doch allenfalls protestantisch, linksliberal, LGTBQ+ oder sogar völlig unchristlich ist.

Vor allem aber wird zu sehen sein, wie sich Luthers deutsche Katholiken nach und nach ebenso selbst erledigen, wie es ihre drögen „Katholikentage“ schon lange tun. Wer braucht schon eine „katholische“ Kirche, die außerhalb der römischen steht und die noch nicht einmal den Mut besitzt, sich als das zu bekennen, was sie längstens ist: lutherisch. Gerade der schneidige Luther hätte kaum mehr als Verachtung für sie.

Dr. Joachim Heimerl (siehe Link) ist Priester der Erzdiözese Wien und Oberstudienrat.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  2. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  3. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  4. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  5. Über das Dämonische
  6. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  7. Wissen Sie, wer die Idee zum fünffarbigen Missionsrosenkranz hatte?
  8. 'Ich habe mich geirrt'
  9. Der Mensch als Mitarbeiter Gottes - Fortschritt ist kein Gottesersatz
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  12. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  13. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  14. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  15. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz