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'Klimaretter' stören Gottesdienst im Kölner Dom

7. Jänner 2022 in Deutschland, 24 Lesermeinungen
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Weihbischof Steinhäuser steht im vollen Ornat hinter der Sakristeitür, Prozessions-Zug will sich gerade in Gang setzen, als 30 - 40 "Klimaretter" den Kölner Dom in Beschlag nehmen und den Gottesdienst stören - Gastbeitrag von Frank Möll


Köln (kath.net/fm) Aufregung im Kölner Dom: Weihbischof Rolf Steinhäuser steht schon im vollen Ornat hinter der Tür der Sakristei und der Prozessions-Zug will sich gerade in Gang setzen, als 30 bis 40 Öko-Aktivisten den Kölner Dom in Beschlag nehmen und mit mitgebrachten Lautsprechern für die „Klimarettung“ demonstrieren.

Es ist für Köln eine der wichtigsten Heiligen Messen des Jahres. Aus ganz Deutschland pilgern die Gläubigen zum Schrein der Heiligen Drei Könige, erbitten einen Sündenablass. Trotz Corona war die Kathedrale voll besetzt. Die Schlange vor dem Hauptportal reichte bis zum WDR-Studio. Alle Kirchenschweizer kontrollierten im Eiltempo die Corona-Apps - aber nicht wie sonst intensiv die Taschen und Rucksäcke der Gottesdienstbesucher. So konnten autarke Lautsprecher in Jute-Taschen im Dom platziert werden. Die Öko-Gruppe prangerte über eine professionelle Sprecherin Umweltzerstörungen und mangelndes Engagement der Politik wie auch der Kirche im Kampf gegen die Folgen an. Ausgerechnet am Ersten Advent seien im Rheinischen Braunkohlerevier die Kirchen mehrerer Dörfer entweiht und zum Abriss freigegeben worden, die dem Braunkohleabbau weichen müssen. Diese Profanierung schmerze die verzweifelten Menschen sehr. Das Gebiet gehört allerdings zum Bistum Aachen. Kardinal Woelki wird seit geraumer Zeit für alles als Sündenbock genutzt, was viele als ungerecht empfinden.


Einige der durchweg friedlichen Demonstranten legten sich dann im Mittelgang flach auf den Boden. Die Aktivisten stimmten einen Kanon an: „Steht auf für das Überleben“. Zuerst dachten viele Gottessdienstbesucher, dies gehöre zu einem Event vor der Messe, weil der eifrige Weihbischof Rolf Steinhäuser für Überraschungen und modernes Zeug gut sei. Doch als der Domdechant Robert Kleine ans Mikrofon ging und die Demonstranten vergeblich bat, den Dom nicht weiter zu missbrauchen und aufgebrachte Aktivistinnen keifend ihm mit Anzeige drohten, weil er keine Maske trug, war klar: Hier in Kölle ist wieder was los, obwohl sich der Kardinal in einer selbstgewählten Auszeit in Süddeutschland befindet.

Empörte Katholiken beschimpften nach Kleines Ansprache die Aktivisten wegen Missbrauch des Gottesdienstes.

Dompropst Guido Assmann ließ die Störer von Domschweizern aus dem Dom bringen. Das Dompersonal schleift in roten Roben die Demonstranten über den Fußboden aus dem Dom, holt über Funkgeräte Verstärkung herbei. Die Aktion konnte dank Dompropst Assmanns persönlichem Einsatz nach wenigen Minuten beendet werden. Gerade der Chef des Doms, der für nach Deutschland reisende Touristen die Hauptattraktion, das Hauptreiseziel ist, gilt als Klima- und Naturschützer. Er ist bekannt dafür, ein großes Herz für den Umwelt- und Klimaschutz zu haben. Er selbst fördert die Bienenzucht hoch oben auf dem Dom (Stadtbienen) und fährt fast nie Auto, ist täglich in Bussen und Bahnen zu sehen. Oftmals legt er große Strecken zu Fuß zurück, wandert in der Natur. Auch Kardinal Woelki hält Bienen in seinem Garten, fährt durch Köln meist mit dem Fahrrad. „Der Erhalt der Schöpfung ist für uns auch sehr wichtig“, so Domdechant Robert Kleine. Der Dom sei aber für Demonstrationen nicht vorgesehen.

Der Vatikan-Experte und Kirchenhistoriker Dr. Michael Hesemann lebt selbst im Erzbistum Köln und zeigte sich gestern verärgert: „Die Aktivisten müssen wegen Hausfriedensbruch angezeigt werden. Es geht nicht, dass die Kirche missbraucht wird. Eine Schande!“. In der Tat mehren sich die Stimmen, hart durchzugreifen. Es könne nicht sein, dass die Katholische Kirche in Deutschland alles hinnehmen muss. Niemand traue sich, solche Aktionen in einer Moschee oder einem Buddhistischen Tempel zu veranstalten. Hier drohten drakonische Maßnahmen, in Thailand oder im Iran langjährige Haftstrafen. Im rheinischen Köln dürften Frauen sogar nackt auf dem Altar tanzen, ohne das groß was passiert. Diese Haltung nutzten immer mehr Aktivisten aus, sind viele Gläubige besorgt.

Ein anderes Thema wird unter besorgten Gottesdienstbesuchern ebenso diskutiert: Wenn ohne Probleme große Lautsprecher in die Kathedrale geschmuggelt werden können, besteht die Gefahr, dass demnächst Bomben oder Sprengsätze, Waffen oder Chemikalien auch nicht entdeckt werden. Vorbilder für todbringende Anschläge in Kirchengebäuden gibt es weltweit einige.

kath.net-RUMBLE - Das MUST-SEE-VIDEO vom Eklat in Köln

https://rumble.com/vs42sa-eklat-im-klner-dom-6.-jan-22-klimaretter-stren-dreiknigs-gottesdienst.html 

Foto: (c) pixabay


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