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Bei Flüchtlingen auf Lesbos

5. Dezember 2021 in Aktuelles, 19 Lesermeinungen
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Franziskus: eure Gesichter, eure Augen bitten uns, uns nicht abzuwenden, die von uns allen geteilte Menschlichkeit nicht zu verleugnen, uns eure Geschichten zu eigen zu machen und eure dramatischen Erfahrungen nicht zu vergessen


Rom (kath.net) Heute Morgen wurde Papst Franziskus nach dem Verlassen der Apostolischen Nuntiatur mit dem Auto zum Internationalen Flughafen Athen gebracht, von wo aus er um 9:33 Uhr (8:33 Uhr römischer Zeit) an Bord eines A320 der Aegean nach Mytilene (Lesbos) abflog.

Bei seiner Ankunft auf dem Flughafen von Mytilene wurde der Papst von der Präsidentin der Griechischen Republik, S.E. Frau Katerina Sakellaropoulou, und dem Ordinarius der Diözese Josif Printezis empfangen. Anschließend fuhr er zum Aufnahme- und Identifizierungszentrum, um die Flüchtlinge zu besuchen.

Um 10.45 Uhr (9.45 Uhr römische Zeit) betrat der Papst das Osttor des Lagers und fährt zu dem Ort, an dem das Treffen mit den Flüchtlingen stattfindet, an dem etwa 200 Personen teilnehmen.

Nach dem Eröffnungslied und der Begrüßung durch den Bischof gaben ein Flüchtling und ein Freiwilliger ihr Zeugnis ab. Dann hielt Franziskus seine Ansprache. Am Ende der Ansprache überreichen die Kinder dem Heiligen Vater ein Geschenk. Anschließend sprach der Papst mit einigen Flüchtlingen und besuchte ihre Häuser.

Besuch bei Flüchtlingen in einem Aufnahmezentrum in Mytilene

Liebe Brüder und Schwestern,

Danke für Eure Worte. Ihnen, Frau Präsidentin, bin ich dankbar für Ihre Anwesenheit und Ihre Worte. Schwestern und Brüder, ich bin wieder hierhergekommen, um euch zu treffen. Ich bin hier, um euch zu sagen, dass ich euch nahe bin. Ich bin hier, um eure Gesichter zu sehen und euch in die Augen zu schauen. Es sind Augen voller Angst und Erwartung, Augen, die Gewalt und Armut gesehen haben, Augen gerötet von zu vielen Tränen. Der Ökumenische Patriarch und liebe Bruder Bartholomaios sagte vor fünf Jahren auf dieser Insel etwas, das mich sehr beeindruckte: „Wer Angst vor euch hat, hat euch nicht in die Augen geschaut. Wer Angst vor euch hat, hat eure Gesichter nicht gesehen. Wer Angst vor euch hat, sieht eure Kinder nicht und vergisst, dass Würde und Freiheit über Angst und Trennung hinausgehen, vergisst, dass Migration nicht ein Problem des Mittleren Ostens und Nordafrikas, Europas und Griechenlands ist. Es ist ein Weltproblem“ (Ansprache des Patriarchen Bartholomaios im Flüchtlingslager Moria, Lesbos, 16. April 2016).

Ja, es ist ein Weltproblem, eine humanitäre Krise, die alle angeht. Die Pandemie hat uns auf globaler Ebene getroffen; uns wurde klar, dass wir alle im selben Boot sitzen, denn wir erlebten, was es heißt, dieselben Ängste zu haben. Wir haben verstanden, dass wir uns den großen Fragen gemeinsam stellen müssen, denn in der heutigen Welt sind bruchstückhafte Lösungen unzureichend. Während jedoch die Impfungen, wenn auch mühevoll, auf Weltebene vorangebracht werden und sich im Kampf gegen Klimaveränderungen, wenn auch mit vielen Verzögerungen und Unsicherheiten, etwas zu bewegen scheint, sieht alles im Bereich der Migrationen nach einem schrecklichen Stillstand aus. Dabei stehen doch Menschen und Menschenleben auf dem Spiel! Auf dem Spiel steht die Zukunft aller, die nur dann harmonisch sein kann, wenn sie auf Integration beruht. Nur eine mit den Schwächsphten versöhnte Zukunft wird ertragreich sein. Wenn nämlich die Armen zurückgewiesen werden, wird der Frieden zurückgewiesen.

Die Geschichte lehrt, dass Abkapselungen und Nationalismen katastrophale Folgen haben. Das Zweite Vatikanische Konzil erinnert uns: „Der feste Wille, andere Menschen und Völker und ihre Würde zu achten, gepaart mit einsatzbereiter und tätiger Brüderlichkeit - das sind unerlässliche Voraussetzungen für den Aufbau des Friedens“ (Gaudium et spes, 78). Man gibt sich einer Illusion hin, wenn man denkt, es reiche aus, sich selbst zu schützen und sich gegen die Schwächeren zu verteidigen, die an die Tür klopfen. Die Zukunft wird zu noch engeren zwischenmenschlichen Kontakten führen. Für eine Wendung zum Guten braucht es keine unilateralen Aktionen, sondern eine weitreichende Politik. Ich wiederhole: Die Geschichte lehrt uns das, aber wir haben es noch nicht gelernt. Man darf der Wirklichkeit nicht den Rücken kehren, die ständige Abwälzung von Verantwortung muss aufhören, und die Migrationsfrage darf nicht immer an andere delegiert werden, so als beträfe es niemanden und als sei sie nur eine nutzlose Last, die jemand zu übernehmen gezwungen ist!

Schwestern, Brüder, eure Gesichter, eure Augen bitten uns, uns nicht abzuwenden, die von uns allen geteilte Menschlichkeit nicht zu verleugnen, uns eure Geschichten zu eigen zu machen und eure dramatischen Erfahrungen nicht zu vergessen. Elie Wiesel, Zeuge der größten Tragödie des vergangenen Jahrhunderts, schrieb: „Da ich mich an unseren gemeinsamen Ursprung erinnere, nähere ich mich den Menschen, meinen Geschwistern. Da ich mich weigere zu vergessen, ist ihre Zukunft genauso wichtig wie meine“ (vgl. From the Kingdom of Memory, Reminiscenses, New York, 1990, 10). An diesem Sonntag bitte ich Gott, uns aus unserer Vergesslichkeit gegenüber den Leidenden zu erwecken; uns aufzurütteln aus dem Individualismus, der ausgrenzt; die Herzen, die gegenüber den Bedürfnissen des Nächsten taub sind, aufzuwecken. Und ich bitte auch den Menschen, jeden Menschen: Lasst uns die lähmende Angst überwinden, die todbringende Gleichgültigkeit, das zynische Desinteresse, das in Samthandschuhen die am Rand Stehenden zum Tode verurteilt! Lasst uns die vorherrschende Meinung, die sich um das eigene Ich dreht und um die eigenen, persönlichen und nationalen Egoismen, die Maß und Kriterium aller Dinge werden, an der Wurzel bekämpfen.

Fünf Jahre sind seit meinem Besuch hier mit meinen lieben Brüdern Bartholomaios und Hieronymos vergangen. Nach dieser langen Zeit stellen wir fest, dass sich in der Migrationsfrage wenig verändert hat. Sicherlich haben sich viele in der Aufnahme und Integration engagiert, und so möchte ich den zahlreichen Freiwilligen danken und allen, die auf jeder Ebene – institutionell, sozial, karitativ – große Mühen auf sich genommen und sich der Menschen und der Migrationsfrage angenommen haben. Ich würdige den Einsatz in der Finanzierung und im Aufbau angemessener Aufnahmestätten, und von Herzen danke ich der Bevölkerung vor Ort für das viele Gute, das sie getan hat, und die vielen bisher gebrachten Opfer. Wir müssen aber mit Bitternis zugeben, dass dieses Land wie andere noch unter Druck steht und dass es in Europa immer noch Leute gibt, die so tun, als ginge sie dieses Problem nichts an.

Und wie viele menschenunwürdige Situationen bestehen noch immer! Wie viele Hotspots, wo Migranten und Flüchtlinge unter grenzwertigen Umständen leben, ohne dass sich am Horizont eine Lösung abzeichnet! Dabei sollte die Achtung des Menschen und der Menschenrechte immer gewahrt werden, vor allem auf dem Kontinent, der sie weltweit propagiert, und die Würde jedes Menschen sollte allem anderen vorangestellt werden! Es ist traurig, wenn als Lösung vorgeschlagen wird, mit gemeinsamen Ressourcen Mauern zu bauen. Ängste und Unsicherheiten, Schwierigkeiten und Gefahren sind natürlich verständlich. Man bemerkt auch Müdigkeit und Frustration, die von der Wirtschaftskrise und der Pandemie verschärft werden. Aber es ist nicht durch eine Verstärkung der Zäune, dass sich die Probleme lösen lassen und sich das Zusammenleben verbessern lässt. Das geschieht vielmehr durch eine Bündelung der Kräfte, um sich der Anderen anzunehmen je nach den tatsächlichen Möglichkeiten eines jeden und unter Wahrung des Rechts; dabei muss der unabdingbare Wert des Lebens jedes Menschen stets an erster Stelle stehen. Elie Wiesel sagte auch: „Wenn Menschenleben in Gefahr sind, wenn die Menschenwürde in Gefahr ist, werden nationale Grenzen irrelevant“ (Ansprache zur Entgegennahme des Friedensnobelpreises, 10. Dezember 1986).

In verschiedenen Gesellschaften besteht gegenwärtig ein ideologischer Gegensatz zwischen Sicherheit und lokaler wie universaler Solidarität, zwischen Tradition und Offenheit. Anstatt für diese oder jene Idee einzutreten, kann es hilfreich sein, von der Wirklichkeit auszugehen: innezuhalten, den Blick zu weiten, ihn einzutauchen in die Probleme der Mehrheit der Menschen. Viele Bevölkerungsgruppen sind Opfer humanitärer Notlagen, die sie nicht verursacht, sondern nur erlitten haben, und dies oftmals nach langer und noch andauernder Ausbeutung. Es ist leicht, die öffentliche Meinung mitzureißen, indem man ihr Angst vor den Anderen einflößt; warum spricht man nicht in demselben Ton von der Ausbeutung der Armen, von den vergessenen und oft großzügig finanzierten Kriegen, von den auf dem Rücken anderer Menschen abgeschlossenen wirtschaftlichen Pakte, von den heimlichen Manövern des Waffenhandels und der Proliferation von Waffen? Die zugrundeliegenden Ursachen müssen angegangen werden, nicht die armen Menschen, die die Folgen zu tragen haben und sogar für politische Propaganda missbraucht werden! Zur Beseitigung der tiefer liegenden Gründe reicht es nicht aus, Notständen abzuhelfen. Es bedarf konzertierter Aktionen. Es ist nötig, die epochalen Veränderungen mit einem weit gefassten Blick in Angriff zu nehmen. Denn es gibt keine einfachen Antworten auf komplexe Probleme; es gibt dagegen die Notwendigkeit, die Prozesse in ihrem Inneren zu begleiten, um Gettoisierungen zu überwinden und eine langsame, unverzichtbare Integration zu fördern und um andere Kulturen und Traditionen auf geschwisterliche und verantwortliche Art aufzunehmen.

Wenn wir neu anfangen wollen, sollten wir vor allem in die Gesichter der Kinder schauen. Lasst uns den Mut finden, uns vor ihnen, die unschuldig sind und die Zukunft bedeuten, zu schämen. Sie hinterfragen unser Gewissen und fragen uns: „Welche Welt wollt ihr uns geben?“ Lasst uns nicht eilig Reißaus nehmen vor den brutalen Bildern ihrer kleinen Körper, die regungslos am Strand liegen. Das Mittelmeer hat Jahrtausende lang unterschiedliche Völker und weit voneinander entfernte Länder miteinander verbunden; jetzt wird es gerade zu einem kalten Friedhof ohne Grabsteine. Dieses große Wasserbecken, diese Wiege zahlreicher Zivilisationen erscheint nun als Spiegel des Todes. Lassen wir nicht zu, dass das Mare Nostrum [Unser Meer] sich in ein trostloses Mare Mortuum [Meer der Toten] verwandelt, dass dieser Ort der Begegnung zum Schauplatz von Auseinandersetzungen wird! Lassen wir nicht zu, dass dieses „Meer der Erinnerungen“ zu einem „Meer des Vergessens“ mutiert! Ich bitte euch, lasst uns diesen Schiffbruch der Zivilisation stoppen!

An den Ufern dieses Meeres ist Gott Mensch geworden. Hier hallte sein Wort wider und brachte die Verkündigung Gottes, der „Vater und Leiter aller Menschen ist“ (hl. Gregor von Nazianz, Rede 7 für seinen Bruder Cäsarios, 24).Er liebt uns als seine Kinder und will, dass wir Geschwister sind. Daher beleidigt man Gott, wenn man den nach seinem Abbild geschaffenen Menschen verachtet, ihn den Wellen und dem Schwappen der Gleichgültigkeit überlässt, was dazu noch manchmal mit vorgeblichen christlichen Werten gerechtfertigt wird. Der Glauben hingegen fordert Mitleid und Barmherzigkeit. Er ermahnt zur Gastfreundschaft, zu jener philoxenia, von der die antike Kultur durchdrungen war und die dann in Jesus ihren endgültigen Ausdruck fand, insbesondere im Gleichnis des Barmherzigen Samariters (vgl. Lk 10,29-37) und in den Worten des 25. Kapitels des Matthäusevangeliums (vgl. V. 31-46). Das ist keine religiöse Ideologie, sondern es sind konkrete christliche Wurzeln. Jesus erklärt feierlich, genau dort zu sein, im Fremden, im Flüchtling, im Nackten und Hungrigen. Und das christliche Programm besteht darin, dort zu sein, wo Jesus ist. Ja, denn das Programm des Christen — wie Papst Benedikt XVI. schrieb — ist ein „sehendes Herz“ (Enzyklika Deus caritas est, 31). (...)

Nun beten wir zu Maria, auf dass sie unsere Augen für die Not unserer Geschwister öffne. Sie machte sich eilig auf den Weg zu ihrer Cousine Elisabet, die schwanger war. Wie viele schwangere Mütter haben in Eile und auf Reisen den Tod gefunden, während sie das Leben in sich trugen! Die Mutter Gottes helfe uns, einen mütterlichen Blick zu haben, der in den Menschen Kinder Gottes und Geschwister erkennt. Sie gilt es anzunehmen, zu schützen, zu fördern, zu integrieren. Und zärtlich zu lieben. Die Allselige Jungfrau Maria lehre uns, allen Ideen und Ideologien die Wirklichkeit des Menschen voranzustellen und mit raschen Schritten auf die Leidenden zuzugehen.


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Lesermeinungen

 stephanus2 6. Dezember 2021 
 

Zur Migration meine ich..

..und deshalb hält sich mein MitGefühl in Grenzen, dass diese Menschen angelockt werden von der Perspektive, hier in Deutschland mit dem Wort "Asyl"(was für ein Missbrauch übrigens),sogar auch ohne Papiere und unter bewusst falscher Namensangabe, hier in einem ,materiell gesehen, kleinen Paradies anlanden, aus dem sie kaum wieder vertrieben werden können.Unterkunft, Heizung und Nahrung,kostenlose ärztliche und psychologische Versorgung, Kindergärten und Schulen, ohne dass eine Gegenleistung verlant wird.Man kann es den oft armen Menschen an sich nicht verdenken,- das haben die Politiker verbrochen -aber man muss rational , vernünftig und bedacht mit dem Ganzen umgehen, vernünftige Grenzen setzen und nicht "emotional tränenweinig" ([email protected])salbadern und davon ablenken, was dieser Run auf Deutschlands Sozialsyteme am Ende bedeuten wird.Großartige Worte hat Kardinal Sarah dazu gefunden !


1
 
 golden 5. Dezember 2021 
 

Leute mit (links-)anarchischer gesinnung oder Globalisten

könnten eine politische Meinung äußern:"Weg mit den europäischen/nationalen Grenzen ".Begründen könnte man das z.B. mit dem Kommunistischen Manifest oder Herrn Schwabs Plänen. In der Hl. Schrift gibt es dafür keine Begründung.Das Volk Gottes erlauscht seine Weisungen von Jesus, dem Guten Hirten und hört nicht auf die Stimme eines Fremden.Psalm 37,3 als Beispiel:"Bleibe im lande und nähre dich redlich !" Bitte lasst euch nicht von emotional tränenweinigen Menschen führen !!!


6
 
 stephanus2 5. Dezember 2021 
 

angelika. s und john.s

Ich weiß nicht, was Sie in diesem katholischen Forum verloren haben, aber wenn Sie glauben, mit Ihren dürftigen grün-linken Äußerungen hier jemanden ernsthaft beeinflussen oder "umdrehen"zu können, liegen Sie falsch.


6
 
 john.s 5. Dezember 2021 
 

@Fink

Wenn das so ist, dann hätte das Volk Israel das Land Kanaan nicht besiedeln dürfen. Genau so wie später die die Germanen die Britischen Inseln und die Engländer, Spanier und Franzosen Amerika.


1
 
 Krysia 5. Dezember 2021 
 

Serafina
Entschuldigung, habe verkehrt gedrückt. Es sollte grün eigentlich sein...


2
 
 Fink 5. Dezember 2021 
 

Es gibt kein "Menschenrecht" auf eine Einwanderung in das Land seiner Wahl !

Die "nativen" Bewohner haben das Recht zu entscheiden, wer in ihr Land kommen darf (und in den Genuss der Sozialleistungen kommt), und wer NICHT !
So einfach ist das.


10
 
 Manfred Lang 5. Dezember 2021 
 

Teil 2: Humanitäre Sündenfälle: Lesbos und Howard Springs/Australien

...Sind wir eigentlich wieder soweit, dass wir unsere demokratischen und humanitären Prinzipien wegen Corona oder mit dem, was die Politik damit verbindet, über Bord kippen? Migranten haben ihre eigene, freie Entscheidung getroffen, ihre Heimat zu verlassen. Sie müssen dennoch menschenwürdig behandelt werden. Aber man muss Kardinal Sarah zustimmen, wenn er auf die Gefahren der Inkulturation fremder Zugewanderter hinweist, aber dies auch auf deren Wurzeln bezieht. Da gibt es sicher Grenzen der Aufnahmefähigkeiten eines Landes, nicht nur wirtschaftliche. Die australische Entwürdigung von Menschen des eigenen Landes ist eine gewaltsame Entwurzelung dieser Menschen durch die Politik, die sich mit diesen Maßnahmen außerhalb des eigenen Kulturkreises stellt. Schlussendlich zerstören solche Politiker das eigene Land, die eigene Gesellschaft und ihre kulturellen Basis. Ich hoffe, dass unser Papst sich auch berufen fühlt, hier einzugreifen.


4
 
 SalvatoreMio 5. Dezember 2021 
 

Kardinal Sarah und Migrationspolitik

Wer weiß über dieses Thema wohl besser Bescheid als Kardinal Sarah? Er hat völlig Recht. Afrika ist zwar finanziell arm, dafür hat es andere, große Reichtümer, wie z. B. tiefe Religiosität und das Füreinander-Einstehen. - Natürlich haben Europäer Afrikanern auch viel zu bieten, wenn sie hier studieren können, um Schritt zu halten mit dem rasanten Voranschritten in Technik und Wissenschaft. Ansonsten sollten wir mit unserem Geld besser direkt in Afrika helfen, damit armen Familien Schul- und Berufsausbildung ermöglicht wird. Unser Geld hat dort enormen Wert.


7
 
 Manfred Lang 5. Dezember 2021 
 

Humanitäre Sündenfälle: Lesbos und Howard Springs/Australien

Unser Papst hat sicher recht, wenn er den humantären Sündenfall des Flüchtlingselends an den Außengrenzen der EU beklagt und zu kollektiver Anstrengung aufruft. Aber auch er erkennt die praktischen Grenzen des Flüchtlingsproblems. Denn er nimmt nur 43 Flüchtlinge aus Lesbos mit in den Vatikan. Mehr als Symbolik oder ein Tropfen auf dem heißen Stein ist das auch nicht. Andererseits sah ich heute eine erschütternde Nachricht bei reitschuster.de. Dort wird berichtet, dass in Australien in Howard Springs, einer ehem. Goldmine, ein Konzentrationslager, oder wie nennt man das jetzt, ausgelegt für 2000 Insassen coronapositive australische Bürger zwangsweise für 14 Tage-Quarantäne eingesperrt werden. Selbstverständlich zahlt man die 1500 $ selbst. Bei Ausbruch sind 5000 $ fällig. Die Polizei veranstaltet regelrechte Flüchtlingsjagden. Man entkommt diesem Lager nicht, selbst wenn man in der eigenen Wohnung die Quarantäne absitzen will. Und dies in einer "westlichen" Demokratie. Teil 1


4
 
 Woodstock 5. Dezember 2021 
 

Rückkehr

Die Nächstenliebe gebührt jedem Menschen. Denn jeder ist Ebenbild Gottes. Oft wird die Bibel zur Aufnahme von Flüchtlingen herangezogen. Stets aber wird die Rückkehr ins Heimatland erstrebt. Die Israeliten in Ägypten und später in Babylon kehrten ins Gelobte Land zurück. Auch die Heilige Familie beeilte sich nach der Flucht nach Ägypten auf Geheiß des Engels in die Heimat zurückzukehren.

Meine Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen/Migranten:

- Rettung/Versorgung: immer
- Rückführung in die Heimat: die Regel
- Ansiedeln im Zielland: die Ausnahme

P.S.: Warum sehe ich auf dem Bild nur Männer?


12
 
 angelika.s 5. Dezember 2021 
 

Ich weiß nicht, ob ein Kardinal darüber zu befinden hat, wo ein Mensch sich entschließt zu wohnen.


1
 
 betula 5. Dezember 2021 
 

@Winrod

Ja, und wer macht das? Haben Sie sich einmal angeschaut, wie "groß" die staaatliche Hilfe von Deutschland für Entwicklungsländer ist im Vergleich zu Rüstung? Und auch die nichtstaatlichen Hilfsorganisationen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.


2
 
 serafina 5. Dezember 2021 
 

Kommt alle zu uns ...

Erst die jungen Männer und dann im Rahmen der Familienzusammenführung der Rest - Frauen, Kinder und Alte.
Vielleicht wiederholt sich ja sein humanitärer Akt vom April 2016, als er auf dem Rückflug von Lesbos nach Rom gleich drei sytische muslimische Familien mitbrachte.


3
 
 SalvatoreMio 5. Dezember 2021 
 

Bilder, die eine Botschaft aussenden!

Der Papst schart Migranten um sich; nimmt etliche mit nach Italien. Und wie wird wohl der Erfolg aussehen?
Millionen von Handys in muslimischen Ländern (und andernorts) strahlen jetzt stärker denn je die Botschaft aus: "Los, rüber übers Mittelmeer oder auf anderem Weg! Vielleicht schaffe 'ich' es ja!" - Und das Klagen der EU geht weiter: 'man lässt Flüchtlinge ertrinken; die christl. Polen wollen keine Migranten' usw.


9
 
 Alecos 5. Dezember 2021 
 

Kardinal Sarah übt schwere Kritik an Migrationspolitik.II

Man dürfe die Menschen nicht ihren Ländern
entreißen, „sie sind Faktoren für die Produktion und die Entwicklung ihres Landes“. Und man müsse „die Schleuser bestrafen, die diese Menschen ausnutzen“.

Falsch verstandenes universelles Ideal der Nächstenliebe

Schon früher habe der Kardinal darauf hingewiesen, dass „das europäische multikulturelle Unternehmen ein falsch verstandenes universelles Ideal der Nächstenliebe ausnutzt“, zitierte die Journalistin Sonia Mabrouk, die das Interview mit Sarah führte, eine Passage aus einem seiner letzten Bücher („Le soir approche et déjà le jour baisse“). Sarah unterstrich diese Aussage, denn es sei falsch zu glauben, dass die Grenzen nicht existierten. Wichtig sei es, „Afrika zu helfen, sich vor Ort zu entwickeln und dafür zu sorgen, dass diese jungen Menschen Arbeit finden und im eigenen Land
bleiben“. Man müsse ihnen sagen, dass sie „ihrem Land und ihrem Kontinent dienen“ sollen.

www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/weltkirche/kardinal-sarah-kritisiert-europaeische-migrationspolitik-art-223236


8
 
 Alecos 5. Dezember 2021 
 

Kardinal Sarah übt schwere Kritik an Migrationspolitik.

Sarah: Man reagiert nicht energisch auf die Schleuser „Meine Reaktion darauf ist Empörung“, so der in Guinea geborene und aufgewachsene Sarah. Dabei gebe es einen „dreifachen Verrat“: „Zunächst zieht man die jungen Menschen aus Afrika ab, die die Entwicklung ihres Landes und ihres Kontinents fördern könnten - die Intelligenzen und lebendigen Kräfte werden ihrem Land entrissen“. Der zweite Verrat bestehe darin, dass „man diesen jungen Menschen Europa als das Eldorado präsentiert, man sagt ihnen, sie werden hier alles, alles haben, obwohl das nicht stimmt“.

Drittens reagiere man nicht „energisch“ auf die Schleuser, die von der „Naivität“ der Flüchtlinge profitierten „und sie auf hoher See sterben ließen. Man müsste das Übel an der Wurzel bekämpfen, das heißt, man müsste Europa so darstellen, wie es ist – eben auch mit seinen Schwierigkeiten“.


10
 
 Alecos 5. Dezember 2021 
 

Afrikanische Kardinäle gegen Multikulti, warnen Europäer vor Überfremdung, Entwurzelung.

Die Lage in Europa verglich der ehemalige Präfekt der Vatikanischen Gottesdienstkongregation mit
einer „Selbstzerstörung“. Es verhalte sich wie mit einem Baum: Wenn er seine Wurzeln verliere, sterbe er ab. Wenn man „einen Fluss von seiner Quelle trennt, wird er verschwinden“. Die Quelle des Abendlandes sei das Christentum: „Das Christentum hat das Abendland geformt – seine Kultur, die Kunst, seine Geschichte, seine Musik“. Wer keine Wurzeln habe, hat auch keine Zukunft. Wenn Europa so weitermache wie bisher, meint Sarah, „wird es von einer fremden Bevölkerung überschwemmt werden“. Die Gefahr des „Umkippens“ sei daher möglich. Zudem warf Sarah die Frage auf:
„Welche Nation bewahrt nicht sorgfältig ihr Erbe?“ Seine Vorstellung sei, „dass jeder seine Wurzeln, seinen kulturellen und historischen Reichtum
bewahrt und sie an seine Kinder und Enkel weitergibt“. DT/ks

www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/weltkirche/kardinal-sarah-kritisiert-europaeische-migrationspolitik-art-223236


11
 
 Winrod 5. Dezember 2021 
 

Kardinal Sarah meint,

es sei nicht richtig, das Wort Gottes zu benützen, um die Migration zu fördern, und es wäre besser, den Menschen zu helfen, in ihrer eigenen Kultur aufzublühen, anstatt sie in ein völlig dekadentes Europa zu schicken.


12
 
 Chris2 5. Dezember 2021 
 

Alles schön und gut.

Aber wieso soll es die Lösung sein, Millionen junger Männer aus v.a. Afrika abzuziehen und (deren?) Kinder, Frauen und Alte schutz- und versorgerlos zurückzulassen? Ein Freund berichtete, in Gambia gäbe es ganze Dörfer ohne junge Männer - und das ohne Hunger, Krieg und Dschihadisten. Die EU hat gerade zugegeben, im Rahmen ihrer "Grenzschutzmissionen" 840.000 Personen nach Europa "gerettet" zu haben, obwohl das afrikanische Festland sicherlich meistens wesentlich näher gewesen wäre (schon die erste europäische Insel ist etwa 270 km entfernt).
Und nicht zuletzt: Wann hat je ein Bischof oder gar Papst angemahnt, auch den Schutz der aufnehmenden Bevölkerung nicht zu vergessen? Silvesternacht, die mindestens 4 Anschläge 2016, die fünfstellige Zahl sexueller Übergriffe durch Asylbewerber seit 2015 etc.?


13
 

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