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50 Jahre Ständiger Diakonat: „Ein wiedergefundener Schatz der Kirche“

28. Oktober 2021 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Erzbischof Schick im Festgottesdienst: Er dankte allen Diakonen für ihre Dienste im Auftrag der Kirche und auch den Ehefrauen und Familien, die diesen Dienst mittragen und ermöglichen. „Wir bitten heute um Berufungen für den Ständigen Diakonat.“


Bamberg (kath.net/peb) Erzbischof Ludwig Schick hat den Ständigen Diakonat als „wichtige Gabe an die Kirche im 20. Jahrhundert und für alle Zukunft“ bezeichnet. Dass das Zweite Vatikanische Konzil die Möglichkeit schuf, verheiratete und unverheiratete Männer zu Ständigen Diakonen zu weihen, sei ein „wiedergefundener Schatz in der Kirche“, sagte Schick am Samstag in einem Festgottesdienst im Dom anlässlich 50 Jahre Ständiger Diakonat im Erzbistum Bamberg.

„Wir bekunden erneut unsere Überzeugung, dass der Ständige Diakonat ein Reichtum und eine Notwendigkeit in der Kirche allgemein und im Erzbistum ist“, sagte Schick in seiner Predigt. Der Schatz des Ständigen Diakonats, den es in der Urkirche schon gab, sei im Laufe der Geschichte verloren gegangen durch eine fortschreitende Konzentration aller Dienste bei den Bischöfen und Priestern. Dadurch sei viel Wertvolles in der Kirche verdrängt worden. Das Konzil habe vor über 50 Jahren diesen Schatz als eigenständiges Weiheamt neu entdeckt.


Diakone übernehmen in der Kirche wichtige Funktionen im Bereich der Verkündigung und Seelsorge, erläuterte Schick. Sie seien aber auch wichtig, um das Wesensmerkmal Diakonie/Caritas in der Kirche lebendig und im Bewusstsein aller zu halten. „Für alle in der Kirche gilt: Wir dürfen nicht herrschen wollen, sondern dienen mit den Gaben, die jeder von Jesus Christus empfangen hat“, so der Erzbischof. Er dankte allen Diakonen für ihre Dienste im Auftrag der Kirche und auch den Ehefrauen und Familien, die diesen Dienst mittragen und ermöglichen. „Wir bitten heute um Berufungen für den Ständigen Diakonat in der Kirche, damit wir weiterhin eine kooperative, diakonische Pastoral ausüben können zum Heil der Welt", schloss der Erzbischof.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde im Bamberger Bistumshaus St. Otto eine Ausstellung eröffnet, die dort bis zum 6. November zu sehen ist und anschließend durch zahlreiche Seelsorgebereiche wandert. Das Jubiläumsjahr wird abgeschlossen mit einem Studientag am 30. April 2022 im Nürnberger Caritas-Pirckheimer-Haus. Dazu werden unter anderen Professor Rainer Krockauer aus Aachen und Professor Matthias Reményi aus Würzburg erwartet.

Aktuell gibt es 54 Ständige Diakone im Erzbistum Bamberg. Davon sind 19 als Diakone im Hauptberuf tätig, 8 als Diakone mit Zivilberuf. Das bedeutet, sie üben ihre diakonische Tätigkeit neben einem anderen Hauptberuf aus. 20 Diakone mit Hauptberuf und 7 Diakone mit Zivilberuf sind im Ruhestand. Elf weitere Männer befinden sich aktuell in der Ausbildung.

Für den Dienst als Ständiger Diakon kommt infrage, wer sich bereits in Kirche und Berufswelt und als Verheirateter in Ehe und Familie bewährt hat. Die Ausbildung zum Ständigen Diakon dauert in der Regel vier Jahre und ist berufsbegleitend. Das Alter der Kandidaten soll zum Zeitpunkt der Weihe zwischen 35 und 55 Jahren liegen. Bei einem verheirateten Bewerber muss die Ehefrau zustimmen. Unverheiratete Bewerber versprechen den Zölibat.

Am 30. März 1970 wurde in Nürnberg mit Philipp Herrmann der erste verheiratete Mann mit Zivilberuf von Erzbischof Josef Schneider zum Ständigen Diakon geweiht. Coronabedingt wurden die für 2020 geplanten Jubiläumsveranstaltungen verschoben.

Archivfoto Erzbischof Schick (c) Erzbistum Bamberg


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