Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  2. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  3. Die große Flucht
  4. Rosenkränze für Weltjugendtag 2023 aus Recycling-Material
  5. Belgien: Mann will Ordensschwester werden
  6. "Redet miteinander und habt Sex miteinander – Und geht niemals mit Groll zu Bett!"
  7. Ramadan-Wünsche vom Vatikan: Gemeinsam "Zeugen der Hoffnung"
  8. Augsburger Bischof Meier fordert für Frauen ein diakonisches Dienstamt mit eigenem Profil
  9. New Yorker Elternteil möchte das eigene (erwachsene) Kind heiraten
  10. Mangel an Einheit in vielen grundlegenden Aspekten des Glaubens
  11. DBK-Vorsitzender Bätzing: Debatte um selbstbestimmtes Sterben „sehe ich mit großer Sorge“
  12. Antifa-Flagge über dem vor allem aus kirchlichen Spenden finanzierten Rettungsschiff „Sea-Watch 4“
  13. Gebetsstätte Wigratzbad bekommt neue Leitung
  14. Polnische Bischöfe gegen Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson
  15. Kardinal Müller: „Ich halte Benedikt XVI. für einen Kirchenlehrer der Zukunft“

Besuch bei der Gemeinschaft von Karakosch

7. März 2021 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: wie viel ist zerstört worden! Und was muss alles wiederhergestellt werden! Unser Treffen hier zeigt, dass der Terrorismus und der Tod niemals das letzte Wort haben, Die Muttergottes schützt uns nicht nur aus der Höhe


Rom (kath.net) Bei der Ankunft in Qaraqosh wurde Papst Franziskus vom Erzbischof von Mosul der Syrer Yohanna Petros Moshe, dem Erzbischof von Bagdad der Lateiner, Jean Benjamin Sleiman, O.C.D., und einigen zivilen und religiösen Autoritäten empfangen. Dann fuhr der Papst mit dem Auto zur Kirche der Unbefleckten Empfängnis, wo er um 11.30 Uhr Ortszeit (9.30 Uhr MEZ) die Gemeinde von Qaraqosh traf.

Am Eingang der Kirche wurde der Papst Franziskus von Seiner Seligkeit Ignace Youssif III. Younan, Patriarch von Antiochien der Syrer, vom Erzbischof und dem Pfarrer begrüßt, die ihm das Kruzifix und Weihwasser zum Besprengen reichten. Bevor sie gemeinsam, begleitet von einem Lied, durch das Kirchenschiff schritten, überreichten zwei Kinder dem Papst einen Blumengruß. Dann, eingeleitet durch das Grußwort des syrisch-katholischen Patriarchen und nach den Zeugnissen einer Frau und eines Priesters, hielt Franziskus seine Ansprache und leitete das Gebet des Angelus.

Zum Schluss des Treffens begrüßte der Papst einige Menschen, verließ dann das Mittelschiff der Kirche und fuhr nach der Verabschiedung des Patriarchen und des Erzbischofs mit dem Auto zum Patriarchalischen Seminar St. Peter in Erbil, wo er ein privates Mittagessen einnahm.

***

Sicher gibt es Momente, in denen der Glaube ins Wanken geraten mag, wenn es scheint, als würde Gott nicht hinsehen und nicht handeln. Diese Erfahrung habt ihr in den dunkelsten Tagen des Krieges gemacht. Und es trifft auch auf die jetzigen Tage der weltweiten Gesundheitskrise und der großen Unsicherheit zu. In diesen Momenten denkt daran, dass Jesus an eurer Seite ist. Hört nicht auf zu träumen! Gebt nicht auf, lasst die Hoffnung nicht sinken! Vom Himmel wachen die Heiligen über euch: Wenden wir uns an sie und werden wir nicht müde, sie um ihre Fürbitte anzuflehen. Und es gibt auch die Heiligen „von nebenan“, »die in unserer Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind« (Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 7). Dieses Land hat viele davon; es ist ein Land so vieler heiliger Männer und Frauen. Lasst zu, dass sie euch in eine bessere Zukunft begleiten, eine Zukunft der Hoffnung.“


kath.net veröffentlicht die Worte von Papst Franziskus vor dem Angelus während seines Besuchs bei der Gemeinschaft von Karakosch in der Kirche der Unbefleckten Empfängnis in Karakosch :

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Dankbar bin ich dem Herrn für die Gelegenheit, an diesem Vormittag bei euch zu sein. Mit Ungeduld habe diesen Moment erwartet. Ich danke Seiner Seligkeit Patriarch Ignace Youssif Younan für seine Begrüßungsworte, wie auch Frau Doha Sabah Abdallah und Pater Ammar Yako für ihre Zeugnisse. Wenn ich euch so betrachte, sehe ich die kulturelle und religiöse Verschiedenheit der Menschen in Karakosch. Dies lässt etwas von der Schönheit erkennen, die euer Gebiet der Zukunft anbietet. Eure Anwesenheit hier macht deutlich, dass die Schönheit nicht einfarbig ist, sondern in der Vielfalt und in den Unterschieden aufleuchtet.

Wenn wir uns allerdings umschauen, sehen wir mit großer Traurigkeit andere Zeichen, die Zeichen der zerstörerischen Kraft der Gewalt, des Hasses und des Krieges. Wie viel ist zerstört worden! Und was muss alles wiederhergestellt werden! Unser Treffen hier zeigt, dass der Terrorismus und der Tod niemals das letzte Wort haben. Das letzte Wort hat Gott und sein Sohn, der Sieger über Sünde und Tod. Selbst inmitten der Verwüstungen des Terrorismus und des Krieges können wir – mit den Augen des Glaubens – den Triumpf des Lebens über den Tod sehen. Vor euch habt ihr die Beispiele eurer Väter und Mütter im Glauben, die Gott an diesem Ort angebetet und verherrlicht haben. Sie haben mit fester Hoffnung auf ihrem irdischen Weg durchgehalten, da sie ihr Vertrauen auf Gott setzten, der uns nie enttäuscht und uns mit seiner Gnade aufrichtet. Das große geistliche Erbe, das sie uns hinterlassen haben, lebt in euch weiter. Ergreift dieses Erbe! Dieses Erbe ist eure Kraft! Jetzt ist die Zeit, aufzubauen und wieder neu zu beginnen und sich der göttlichen Gnade anzuvertrauen, die das Schicksal jedes Menschen und aller Völker leitet. Ihr seid nicht allein. Die gesamte Kirche ist euch im Gebet und mit der konkreten Nächstenliebe nahe. Und in dieser Region haben euch viele im Augenblick der Not die Türen geöffnet.

Liebe Freunde, dies ist der Moment, nicht nur die Gebäude herzurichten, sondern vorher noch die Bande zu heilen, welche Gemeinschaften und Familien, junge und ältere Menschen vereinen. Der Prophet Joël sagt: »Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen« (Joël 3,1). Was geschieht, wenn die Älteren und die Jungen sich begegnen? Die Älteren träumen, sie träumen eine Zukunft für die jungen Menschen; und die Jungen können diese Träume aufnehmen und prophetisch deuten und vorantreiben. Wenn die Älteren und die Jungen sich vereinen, bewahren und geben wir die Gaben weiter, die Gott schenkt. Achten wir auf unsere Kinder, die nicht nur eine Erde, eine Kultur und eine Tradition erben, sondern auch die lebendigen Früchte des Glaubens, die Gottes Segensgaben auf dieser Erde sind. Bitte vergesst nicht, wer ihr seid und wo ihr herkommt! Vergesst nicht, die Bande zu hüten, die euch zusammenhalten, und eure Wurzeln zu bewahren!

Sicher gibt es Momente, in denen der Glaube ins Wanken geraten mag, wenn es scheint, als würde Gott nicht hinsehen und nicht handeln. Diese Erfahrung habt ihr in den dunkelsten Tagen des Krieges gemacht. Und es trifft auch auf die jetzigen Tage der weltweiten Gesundheitskrise und der großen Unsicherheit zu. In diesen Momenten denkt daran, dass Jesus an eurer Seite ist.

Hört nicht auf zu träumen! Gebt nicht auf, lasst die Hoffnung nicht sinken! Vom Himmel wachen die Heiligen über euch: Wenden wir uns an sie und werden wir nicht müde, sie um ihre Fürbitte anzuflehen. Und es gibt auch die Heiligen „von nebenan“, »die in unserer Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind« (Apostolisches Schreiben Gaudete et exsultate, 7). Dieses Land hat viele davon; es ist ein Land so vieler heiliger Männer und Frauen. Lasst zu, dass sie euch in eine bessere Zukunft begleiten, eine Zukunft der Hoffnung.

Eine Sache, die Frau Doha sagte, hat mich bewegt: Sie sagte, dass seitens der Überlebenden der Terrorakte Vergebung nötig sei. Vergebung – das ist ein Schlüsselwort. Vergebung ist nötig, um in der Liebe zu bleiben, um Christ zu bleiben. Der Weg zu einer vollständigen Heilung könnte noch lang sein, aber bitte lasst euch nicht entmutigen. Es braucht die Fähigkeit zu vergeben und zugleich den Mut zu kämpfen. Ich weiß, dass das sehr schwer ist. Doch wir glauben daran, dass Gott den Frieden auf diese Erde bringen kann. Wir vertrauen auf ihn, und gemeinsam mit allen Menschen guten Willens sagen wir „Nein“ zum Terrorismus und zur Instrumentalisierung der Religion.

Bei seinem Rückblick auf die Schrecken des Terrorismus und des Krieges hat Pater Ammar dem Herrn dafür gedankt, dass er euch in guten wie in schlechten Zeiten, in der Gesundheit und in der Krankheit immer gestützt hat. Dankbarkeit kommt auf und sie wächst, wenn wir an die Gaben und Verheißungen Gottes denken. Die Erinnerung an die Vergangenheit prägt die Gegenwart und treibt uns voran in Richtung Zukunft.

Jeden Augenblick danken wir Gott für seine Gaben. Wir bitten ihn, dieser Erde und ihren Bewohnern Frieden, Vergebung und Geschwisterlichkeit zu gewähren. Wir werden nicht müde, für die Umkehr der Herzen und für den Sieg einer Kultur des Lebens, der Versöhnung und der geschwisterlichen Liebe zu beten, wo die Unterschiede und die verschiedenen religiösen Traditionen respektiert werden und man sich darum bemüht, eine Zukunft der Einheit und Zusammenarbeit aller Menschen guten Willens zu schaffen. Eine geschwisterliche Liebe, welche die Grundwerte des gemeinsamen Menschseins anerkennt, in deren Namen man zusammenarbeiten, aufbauen und miteinander reden, vergeben und wachsen kann und muss (vgl. Enzyklika Fratelli tutti, 283).

Bei meiner Ankunft mit dem Hubschrauber habe ich die Statue der Jungfrau Maria auf dieser Kirche der Unbefleckten Empfängnis gesehen und habe ihr den Wiederaufbau dieser Stadt anvertraut. Die Muttergottes schützt uns nicht nur aus der Höhe, sondern steigt auch mit mütterlicher Zärtlichkeit zu uns herab. Ihr Bild hier wurde sogar beschädigt und zertrampelt, doch das Angesicht der Muttergottes betrachtet uns weiterhin mit Zärtlichkeit. Denn so machen es die Mütter: sie trösten, sie richten auf, sie schenken Leben. Und ich möchte allen Müttern und allen Frauen dieses Landes von Herzen Danke sagen – mutige Frauen, die weiterhin Leben schenken trotz der Misshandlungen und Verletzungen. Mögen die Frauen respektiert und geschützt werden! Möge ihnen Aufmerksamkeit zukommen und Chancen eröffnet werden! Und jetzt wenden wir uns im Gebet an unsere Mutter und flehen sie um ihre Fürsprache für eure Anliegen und eure Vorhaben an. Ich empfehle euch alle ihrer Obhut. Und bitte vergesst nicht, für mich zu beten.

 

Mehr dazu auf kathtube:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 SalvatoreMio 7. März 2021 
 

Dank an die Frauen und Mütter des Landes.

Sehr warmherzige, tröstliche und aufbauende Worte für Gläubige, die gewiss viel gezittert haben in den letzten Jahren. - Es ist auch erstaunlich, welch körperliche Kraft Papst Franziskus aufbringt in diesem Alter!


2

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Vatikan lässt Bedürftige impfen: Papst besucht Impfstelle
  2. Kinder gestalteten Meditationen für Papst-Kreuzweg am Karfreitag
  3. Der auferstandene Christus – die Hoffnung
  4. Die drei Botschaften von Ostern
  5. Die katholische Brüderlichkeit ist verwundet!
  6. Ist das nicht Josefs Sohn?
  7. Das Staunen als Neuanfang
  8. Dante: Candor Lucis Aeternae - der Glanz des ewigen Lichtes
  9. Der heilige Josef – der Traum der Berufung
  10. 400 Jahre Hochfest des heiligen Josef. Josef der Hüter








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net-Gewinnspiel 2021: Gewinnen Sie eine ROMREISE!
  2. „Das hier ist ein Satire-Account, oder? ODER????“
  3. Die große Flucht
  4. Gebetsstätte Wigratzbad bekommt neue Leitung
  5. Kardinal Müller: „Ich halte Benedikt XVI. für einen Kirchenlehrer der Zukunft“
  6. Belgien: Mann will Ordensschwester werden
  7. „Wenn meine Kirche jetzt auf dem Mittelmeer unter der Flagge der Antifa segelt, ist das der Bruch!“
  8. Kommen Sie mit - Familienwallfahrt ins Heilige Land mit P. Leo Maasburg - Oktober 2021
  9. #SegenFürAlle: Pfarreien erklären Ungehorsam
  10. New Yorker Elternteil möchte das eigene (erwachsene) Kind heiraten
  11. "Redet miteinander und habt Sex miteinander – Und geht niemals mit Groll zu Bett!"
  12. Mangel an Einheit in vielen grundlegenden Aspekten des Glaubens
  13. „Ratzinger ein Spalter, Küng ein Versöhner?“
  14. Polnische Bischöfe gegen Corona-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson
  15. Gram und Schrecken des szientistischen Fideismus

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz