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Kardinal Koch: Fehlender Schmerz über Spaltung behindert Ökumene

5. Dezember 2020 in Weltkirche, 13 Lesermeinungen
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Präsident des Ökumene-Rates: Einigung der Kirchen von vielen nicht mehr als unaufgebbare Aufgabe betrachtet - 25-jähriges Bestehen der Ökumene-Enzyklika "Ut unum sint" von Johannes Paul II.


Rom (kath.net/KAP) Nach Aussage von Kardinal Kurt Koch leiden heutzutage viele Christen nicht mehr unter den Spaltungen der Kirche. Mit dem fehlenden Schmerz über diese Zerrissenheit fehle der ökumenischen Bewegung eine wichtige Triebkraft, so der Präsident des Päpstlichen Ökumene-Rates am Freitag bei einem Vortrag in Rom. Leider werde die Einigung der Kirchen von vielen nicht mehr als unaufgebbare Aufgabe gesehen. Koch äußerte sich bei einem Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Ökumene-Enzyklika "Ut unum sint" von Johannes Paul II.

Das Rundschreiben sei ein Meilenstein der Ökumene und mache deutlich, warum die Einheit der Christen so wichtig ist. Sie sei einerseits ein Auftrag Jesu an seine Jünger, andererseits mache sie die christliche Botschaft wesentlich glaubhafter. Der Papst aus Polen habe sein Schreiben im Bewusstsein verfasst, dass die katholische Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) ihr erneuertes Selbstverständnis unwiderruflich mit dem Streben nach christlicher Einheit verbunden habe.


Dabei habe Johannes Paul II. sein Papst-Amt einerseits als Hindernis der Einheit für andere Kirchen gesehen. Zugleich habe er dazu aufgefordert, Wege zu finden, wie das Amt des Bischofs von Rom trotzdem als Förderer der Einheit und deren Garant verstanden werden könne. Seine Vision sei es gewesen, im dritten christlichen Jahrtausend eine Einheit wiederzufinden, die jener im ersten Jahrtausend entspricht.

Für dieses Ziel, so Koch weiter, seien für Johannes Paul II. zwei Dinge wesentlich gewesen. Das eine sei die Ökumene der Märtyrer unterschiedlicher Konfessionen, die ihr Leben verloren, weil sie Christen waren. Die katholische Kirche habe eine Weile gebraucht, bis sie auch das Glaubenszeugnis von Protestanten, Orthodoxen und anderen anerkennen konnte. Eine zweite wichtige Voraussetzung sei das Gebet. Der Papst aus Polen, so Koch, war überzeugt: Je öfter Christen miteinander beten, desto eher seien sie in der Lage, Hindernisse anzugehen und gemeinsam aufzutreten.

Am Mittag hatte Koch einen neuen Ökumene-Leitfaden des Vatikans vorgestellt. Dieser soll Bischöfe ermutigen und befähigen, ihren ökumenischen Pflichten vor Ort nachzukommen.


Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Koch (c) Martin Lohmann/Lohmann Medias


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