Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  6. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  7. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  8. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  9. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  10. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  11. US-Diözesen mit ungewöhnlich hoher Zahl an Priesterweihen
  12. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  13. Erzdiözese Mexiko will angemessenes Begräbnis für abgetriebene und nach der Geburt gestorbene Babys
  14. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  15. R.I.P. Dolly Parton

Koch: Papst-Enzyklika "Ut unum sint" bis heute Wegweiser der Ökumene

5. Oktober 2020 in Österreich, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vatikanischer "Ökumene-Minister" Kardinal Koch eröffnete neues Studienjahr an Hochschule Heiligenkreuz mit Vortrag zum 25. Jahrestag der Ökumene-Enzyklika von Papst Johannes Paul II.


Wien (kath.net/KAP) Wie geht es weiter in der Ökumene? Welche Schritte gilt es noch zu setzen auf dem Weg zur vollen Einheit der Christenheit? Der vatikanische "Ökumene-Minister", Kardinal Kurt Koch, empfiehlt bei diesen Fragen den Blick auf ein Dokument, das heute vor 25 Jahren veröffentlicht wurde: Die Ökumene-Enzyklika "Ut unum sint" von Papst Johannes Paul II. Bis heute sei dieses Dokument in wichtigen ökumenischen Streitfragen - etwa jener zum Primat des Bischofs von Rom oder zur Frage nach dem eigentlichen Ziel der Ökumene - ein Wegweiser, sagte Koch bei einem Vortrag am Donnerstagabend in der Stiftskirche von Stift Heiligenkreuz.

Der Vortrag, der unter dem Titel "Die unumkehrbare Verpflichtung zur Suche nach der Einheit in der Kirche. Zum 25. Jahrestag der Ökumene-Enzyklika 'Ut unum sint'" stand, bildete zugleich den Auftakt zum neuen Studienjahr an der Hochschule Heiligenkreuz. Zuvor hatte Kardinal Koch mit Studierenden und Lehrenden einen Gottesdienst in der Stiftskirche gefeiert und zudem Grüße des emeritierten Papstes und Namensgebers der Hochschule, Benedikt XVI., übermittelt, der sich dem Kloster wie der Hochschule "im Herzen verbunden" fühle, so Koch.

In der ökumenischen Bewegung gebe es heute bei allen Fortschritten in theologischen Detailfragen weiterhin zwei offene Baustellen, so Koch: Die Frage, was das eigentliche Ziel der Ökumene sei, sowie die Frage, ob der Bischof von Rom eher Hindernis oder Motor der Einheit der Christen sei. Von Johannes Paul II. könne man in diesen beiden Fragen lernen, dass es keine Abstriche bei den Zielen der Ökumene geben dürfe: "Der Papst empfand die Teilung der Christenheit von Anfang an als Verletzung, die ihn persönlich betraf". Daher habe Johannes Paul II. sich während seines gesamten Pontifikats auch immer wieder zu ökumenischen Fragen zu Wort gemeldet und die Ökumene zu "einer seiner pastoralen Prioritäten" erklärt, so Koch.


Am Ziel der Ökumene bestehe im Blick auf Johannes Paul II. und "Ut unum sint" jedenfalls kein Zweifel: Es müsse dies die "Wiederherstellung der sichtbaren, vollen Einheit aller Getauften sein" - ein Ziel, zu dem in der Ökumene heute "leider noch kein wirklich tragfähiger Konsens besteht", wie der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen anmerkte. Ähnliches gelte für die Stellung des Bischofs von Rom in der Ökumenischen Bewegung: Johannes Paul II. habe dieses Amt nie als Hindernis betrachtet, sondern - im Gegenteil - als "Dienst an der Einheit, damit nicht ein Altar gegen einen anderen gestellt wird". Wenn man den Primat des Bischofs von Rom nämlich - mit "Ut unum sint" - von der Eucharistie her verstehe, die er als höchsten Ausdruck der Einheit zu schützen habe, so werde deutlich, dass das Papstamt "kein Hindernis der Ökumene darstellt, sondern eine Hauptmöglichkeit dafür darstellt", so Koch.

Vor diesem Hintergrund müsse man etwa den 1983 erneuerten "Codex Iuris Canonici" (CIC, katholisches Gesetzbuch) sowie den "Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium" (CCEO, Gesetzbuch der katholischen Ostkirchen) auch als Versuche verstehen, die Kirche rechtlich auf die Ökumene hin zu verpflichten. Er sei schließlich überzeugt gewesen, "dass der Ökumenismus nicht bloß irgendein Anhängsel ist, dass der traditionellen Tätigkeit der Kirche hinzugefügt wird, sondern der vielmehr organisch zum Leben und Wirken der Kirche dazugehört". Vor diesem Hintergrund könne auch das am 25. Mai 1995 veröffentlichte Dokument "Ut unum sint" als "Summe seines ökumenischen Engagements" verstanden werden, unterstrich Koch.

Wesentliche Bedeutung maß Koch außerdem der Verbreitung der ökumenischen Bildung sowohl bei den Gläubigen als auch bei den pastoralen Mitarbeitern bei. Dabei komme auch den theologischen Fakultäten eine wichtige Rolle zu, schlug Koch den Bogen zum Anlass des Starts ins neue Studienjahr. Denn nur eine solide ökumenische Bildung sei "die beste Garantie dafür, dass auch morgen Ökumene als heilige Pflicht wahrgenommen wird".

Im Anschluss an die Inaugurationsfeier lud die Hochschule schließlich zum Spatenstich für die Errichtung eines neuen Gebäudekomplexes: Das "Pater Anastasius Brenner Haus" soll künftig als Zentrum für junge Männer auf der Suche nach ihrer Berufung dienen. Etwa 30 Studenten sollen in den Räumlichkeiten wohnen können, an der Hochschule studieren und geistlich begleitet werden. Der Baubeginn ist für April 2021 geplant. (Infos: www.hochschule-heiligenkreuz.at)

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  3. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  4. Britische Regierung verweigert finnischer Abgeordneter Räsänen die Einreise
  5. Erfrischung für Rom: Als ein Papst die Piazza Navona unter Wasser setzte
  6. Polnische Salvatorianer boten Workshop für Ministrantendienst im klassischen Ritus an
  7. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  8. Ein Wunder der Vorsehung
  9. Die Krise des Bischofsamtes
  10. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  11. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  12. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  13. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  14. Goethes Lieblingsheiliger: Ein Meister der Freude und der Seelenschau
  15. Nicaragua: Regime veröffentlicht Propaganda-Video von festgenommenem Bischof Mata

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz