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Schönstatt-Gründer Pater Kentenich ein Missbrauchstäter?

17. September 2020 in Chronik, 22 Lesermeinungen
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Was wirklich in der Vatikan-Akte steht. Gastbeitrag von Michael Hesemann


München (kath.net) In diversen Veröffentlichungen unterstellte die italienische Historikerin Alexandra von Teuffenbach dem Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich (1885 – 1968), Schönstätter Marienschwestern sexuell missbraucht zu haben. Die Missbrauchsvorwürfe, so von Teuffenbach, seien der wahre Grund für das lange Exil des Gründers in Milwaukee/USA, was heutzutage von der Schönstatt-Bewegung bewusst verschwiegen würde. Zum Beweis für Ihre Anschuldigungen beruft sich die Historikerin auf Dokumente im Vatikanarchiv, die sie im Juni 2020 einsehen konnte. Dabei versäumte sie es bislang, die entsprechenden Dokumente näher zu zitieren oder gar wissenschaftlich zu publizieren.


Da ich selbst als Historiker in den vatikanischen Archiven zum Pontifikat Pius XII. forsche, ist mir zumindest die wichtigste Akte, die Frau von Teuffenbach entdeckt hat, nicht ganz unbekannt; ich konnte sie ebenfalls Ende Juni einsehen, mittlerweile liegen mir Kopien vor. Sie befindet sich im Bestand der Apostolischen Nuntiatur „Berlin“, obgleich diese, mit der Gründung der Bundesrepublik 1949, längst nach Bad Godesberg verlegt worden war. Um es vorweg in aller Deutlichkeit zu sagen: Nichts in dieser bislang geheimen Akte und internen Korrespondenz deutet auf einen sexuellen Missbrauch, auf einen Verstoß des Pallottinerpaters Kentenich gegen sein Keuschheitsgelübde, hin. Der Grund für sein Exil war ein ganz anderer.


Wie Heinrich von Meurers, Generalvikar des Bistums Trier, am 7. Juli 1950 an den designierten Nuntius Pater Ivo Zeiger schrieb, waren es der autoritäre Führungsstil Pater Kentenichs, sein patriarchales Familienverständnis, das er auch auf die Schönstatt-Familie übertrug und die „devote Hörigkeit“ der Schönstätter Marienschwestern, die bemängelt und beim Heiligen Stuhl angezeigt wurden. Von Meurers: „Man sieht jedenfalls dadurch, dass P. Kentenich zur Zeit absolut die Schwestern-Kongregation beherrscht, und dass alles geschieht, was er haben will. Das darf doch bei einer so großen Genossenschaft von über 1000 Schwestern nicht mehr möglich sein, dass alles nur von einem Willen abhängt…“


So ermahnte Erzbischof Dr. Rudolf Bornewasser Pater Kentenich am 16.1.1950 persönlich, dass „der Pflege einer selbständigen und starken Persönlichkeit“ in seiner Bewegung „die allzu starke, überbetonte und in den letzten Jahren bewusst herausgestellte Abhängigkeit ... von dem Gründer und Leiter des Schönstattwerkes hindernd und einschränkend im Wege“ stünde: „Sie muss ganz erheblich und (sic!) zurückgeschraubt werden.“ Kentenichs Vorstellung, dass der Vater Oberhaupt und Bestimmender einer Familie sei, erklärt er eine Absage zugunsten der Mutter. Das gelte auch für das Verhältnis der Oberinnen zum Gründervater. Pater Kentenich wies diese Vorwürfe in seinem Antwortschreiben vom 2.2.1950 zurück: „Die Größe echten Führertums besteht darin, sich überflüssig zu machen.“ Er selbst plane, nur noch einige Monate in Deutschland zu bleiben und sich dann vermehrt um die überseeischen Schönstatt-Institute zu kümmern. Wahrscheinlich war ihm selbst unangenehm, wie sehr er von einigen Schwestern nach seiner Rückkehr aus dem Konzentrationslager Dachau „vergöttert“ wurde.



Auch Weihbischof Bernhard Stein, der im Auftrag von Bischof Bornewasser das Schönstatt-Institut in Vallendar im Februar 1949 einer Visitation unterzog, bemängelte zwar das „diktatorische“ Regime des Ordensgründers, der die Schwestern in „Mütter“ (Ordensobere) und „Töchter“ aufteile und unbedingten Gehorsam fordere, ja sie zu „willenlosen Werkzeugen“ degradiere – von sexuellen Übergriffen aber ist in seinem damals geheimen Bericht nirgendwo die Rede.


Aus weiteren Dokumenten geht hervor, dass modern eingestellte deutsche Bischöfe sich speziell an der zum Teil eigenwilligen, zum Teil als antiquiert empfundenen Terminologie der Bewegung störten. Begriffe wie „Lieblingsschöpfung“ und „auserlesenes Werkzeug“ für das „Schönstattreich“ würden den Eindruck von „Einseitigkeit, Ausschließlichkeit und Überheblichkeit“ erwecken. Im Gebets- und Liedgut solle „alles Kitschige und Sentimentale unterbleiben“. Auf der anderen Seite schätze man die Früchte des Werkes, das man auf jeden Fall erhalten und in diözesane Strukturen integrieren wollte – nur eben ohne den als zu mächtig empfundenen Gründer.


Der erste Versuch, Pater Kentenich in die Schranken zu weisen, erfolgte beim General der Pallottiner in Rom, dem er nach wie vor unterstand. Obwohl das Verhältnis als „gespannt“ bezeichnet wurde, blieb aus verschiedenen Gründen die beabsichtigte Visitation durch einen Ordensoberen aus. So wurde das Heilige Offizium, die heutige Glaubenskongregation, bemüht, das schließlich am 14. März 1951 den Jesuitenpater Sebastian Tromp, einen Professor an der Gregoriana, als Visitator entsandte. Das gemeinsame Ziel sei, wie Weihbischof Stein in einem Memorandum vom 9.2.1951 schrieb, „das Schönstattwerk durch die Absetzung von P. Kentenich zu retten.“


Was wirft man ihm vor? Auch hier wieder, dass er sich nicht an die Weisungen der deutschen Bischöfe hält. Wörtlich: „Er hat sich, soweit mir bekannt ist, bisher noch nie vor seiner Gefolgschaft auf den Boden einer aufrichtigen Gehorsamshaltung gegenüber den Bischöfen gestellt. Im Gegenteil, seine Ansprachen und Vorträge lassen immer wieder durchblicken, dass nach seiner Überzeugung die Bischöfe im Unrecht sind und er im Recht ist, weil sein Werk sich in seiner bisherigen Geschichte ganz klar als Gotteswerk erwiesen habe.“ Man beachte: Selbst in einem internen, streng vertraulichen Memorandum für den Visitator wird nicht der geringste Verdacht auf sexuellen Missbrauch geäußert.


Pater Tromp SJ, der Visitator, ist das Fachgebiet Frau von Teuffenbachs, die seinen Nachlass wissenschaftlich auswertet. Es ist also verständlich, wenn sie sein Vorgehen in Vallendar allein aus seiner Perspektive schildert. Da ich nur die Akte im Vatikanarchiv kenne, nicht aber die persönlichen Aufzeichnungen des Paters, kann ich nicht bewerten, ob dieser wirklich an sexuelle Verfehlungen Pater Kentenichs glaubte. Jedenfalls soll eine einzelne Schwester Tromp gegenüber ausgesagt haben, der Gründer habe ihr erklärt, dass auch ihre Brust „dem Vater“ (wobei offen ist, ob damit Gottvater oder er selbst gemeint war) gehört. Ihre Mitschwestern sahen in ihr eine Hysterikerin, die etwas als anzüglich empfand, das eigentlich nur geistlich gemeint war. Es gab, so denke ich, in der Kirchengeschichte größere Skandale.


Ein ganz anderes Bild ergibt sich freilich nach Studium der vatikanischen Dokumente, die eher ein ungünstiges Licht auf Pater Tromp werfen. Ich wäre auch hier skeptisch, wenn mir nicht Zeitgenossen das cholerische Temperament des niederländischen Jesuiten bestätigt hätten. So finden sich in den letzten 14 Seiten der „Schönstatt“-Akte im Vatikanarchiv vier Beschwerdebriefe von Schönstattschwestern über das als übergriffig empfundene Verhalten Tromps.


Darunter ist auch ein persönlicher Brief einer der engsten Mitarbeiterinnen Pater Kentenichs, der Theologin und Studienassessorin Sr. M. Blandina, die von Pater Tromp genötigt werden sollte, dem Ordensgründer „Überheblichkeit und Ehrfurchtslosigkeit der kirchlichen Autorität gegenüber“ zu bescheinigen. Trotz des „förmlichen Zwangs“ durch den Visitator weigerte sie sich aus Gewissensgründen, was dieser ihr wiederum als Stolz auslegte. Immer wieder erlebte sie, dass Tromp „keinerlei Widerspruch“ duldete, jede Entgegnung unterbrach und schnell „in heftige Erregung“ geriet. Aus Angst vor weiteren cholerischen Ausbrüchen zog sie es schließlich vor, sich ihm am 4. Januar 1953, kurz vor Abschluss der Visitation, besser schriftlich mitzuteilen.


Ein weiteres Dokument zitiert die Aussagen dreier Schwestern, die Zeugin eines cholerischen Anfalls von Pater Trump wurden. Weil ein Mädchen der Schönstattjugend es gewagt hatte, nach der Weihnachtsfeier vor seinem Zimmer zu stolpern, wurde gleich die ganze Mädchengruppe von ihm wüst als „Schweinebande“ und „Ferkel“ beschimpft. Andere Schwestern berichteten, dass der Visitator in ihrem Beisein gerne anzügliche Witze erzähle, die „unser Schicklichkeitsempfinden stark störten“. Eine Provinzialoberin war dadurch so unangenehm berührt, dass sie „Am liebsten … aus dem Zimmer gegangen“ wäre – hätte nicht ihr Respekt vor seinem Amt das verhindert.


Das erschütterndste Dokument der „Schönstatt“-Akte im Vatikanarchiv ist ein sechsseitiges persönliches Schreiben der Provinzialoberin von Vallendar, Sr. M. Annette Nailis, an Papst Pius XII. vom 21. November 1952. „Mit jedem Besuch des Hochw. Herrn Visitators, Pater Seb. Tromp, wird unser Leid drückender und unser Schmerz größer“, klagt sie. „Das währt nun schon 16 Monate, für ein Frauengemüt fast unerträglich… Manche unserer besten Schwestern drohen körperlich und seelisch zusammenzubrechen.“ Nicht die Visitation an sich sei dabei das Problem, sondern Person und Methode Pater Tromps, der eine so abgrundtiefe Abneigung gegen Pater Kentenich hege, dass „jede sachliche Verhandlung … von vornherein unmöglich ist.“ So habe dieser den Schwestern gegenüber ihren Gründer als „geistesgestört, bald als Rebell, Starrkopf oder Diktator“ bezeichnet und jeden Widerspruch „in leidenschaftlicher Unbeherrschtheit“ abgeschmettert: „Zitternd und hochrot vor Zorn, mit geballten Fäusten, stand er oft vor uns“. Damit verspielte er das Vertrauen der Schwestern, die einfach nur noch Angst vor ihm hatten: „Wer versuchen wollte, aufzuklären, wird als widerspenstig angesehen und muss fürchten, seines Amtes enthoben zu werden.“ So würden „Strafen verhängt für Vergehen, die nie begangen worden sind“; sie alle fühlten sich „eingeschüchtert und bedrückt“.


Während die Schwester Oberin zwar „Andeutungen“ des Visitators über die „sittliche Integrität“ Pater Kentenichs erwähnt, ist auch in diesem Brief nirgendwo von sexuellem Missbrauch die Rede – obwohl der Papstbrief doch die beste Gelegenheit gewesen wäre, den geliebten Gründer zu verteidigen. Das hält die Provinzialoberin aber nicht für nötig, denn dem Papst und ihr war offenbar bekannt, dass die „Verbannung“ des Paters nach Milwaukee/USA einen ganz anderen Grund hatte: Sie war die „Strafe dafür, dass er im September 1951 einen Exerzitienkurs für eine Organisation, die zum Schönstattwerk gehört, gehalten hat. Das war ihm aber in keiner Weise, weder mündlich noch schriftlich, vorher untersagt worden.“ Gehorsam folgte er der Order, ohne sich auch nur von seinen langjährigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verabschieden zu dürfen.


Audiatur et altera pars. Die Visitation allein aus der Perspektive Pater Tromps zu schildern ist sicher historisch unsauber. Gut möglich, dass ihm tatsächlich eine einzelne Schwester, wie glaubwürdig sie auch immer sein mag, von einer zumindest in ihren Augen missverständlichen Formulierung von Pater Kentenich berichtet hat. Der „geheime Grund“ für sein Exil, ja das „Familiengeheimnis“ von Schönstatt, ist das mit Sicherheit nicht. Man mag über den patriarchalen Führungsstil Pater Kentenich streiten. Man mag auch den manipulativen, herrischen und jähzornigen Umgang des Visitators mit den Schwestern kritisieren. Daraus einen Missbrauchsskandal zu konstruieren, entbehrt aber zumindest nach Durchsicht dieser Akte jeder Grundlage.

 

Archivfoto Pater Kentenich (c) gemeinfrei

 

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Lesermeinungen

 mphc 23. September 2020 

Ich liebe die Enzyklika "Mystici Corporis Christi" Pius XII., an der P. Sebastian Tromp mitgewirkt hat.
Dennoch beschäftigt mich die Feststellung von Michael Hesemann in diesem Artikel:
"Ich wäre auch hier skeptisch, wenn mir nicht Zeitgenossen das cholerische Temperament des niederländischen Jesuiten bestätigt hätten. So finden sich in den letzten 14 Seiten der „Schönstatt“-Akte im Vatikanarchiv vier Beschwerdebriefe von Schönstattschwestern über das als übergriffig empfundene Verhalten Tromps."


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 Hadrianus Antonius 21. September 2020 
 

Unrecht (3 =2) und @mpch

Der 2. Teil "Unrecht" ist versehentlich in die Diskussion "Abendmahlsgemeinschaft" hineingerutscht.
Vielleicht ist die Redaktion/moderation zu freundlich, dies umzutransportieren.
Ich habe Pater Tromp SI noch selbst gekannt; er war dann wohl schon älter, aber nie wütend, mit hochrotem Kopf und geballten Fäusten.
@mpch benutzt subjektive und emotional gefärbte Aussagen von vor 70 Jahren, die sich nicht kontrollieren lassen, um Pater S. Tromp SJ, der sich nicht wehren kann, in Diskredit zu bringen.
Das ist unredlich- genau so unredlich wie die jetzige Attacke auf Pater Kentenich.
Fidenzio Volpi war übrigens nicht hochrot vor Wut, sondern stark obese und herzlich lachend mit dem Oberkommandeur; und schon im tiefen Coma und apallisch konnte er noch sprechen und salbungsvolle Abschiedsworte mit Vergebung für seine Kontrahenten von sich geben (alles in italienischen Gazetten publiziert ;-) )
So heldenhaft war übrigens bis jetzt die Verteidigung der FFI in den braveren Foren nicht :-(


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 mphc 21. September 2020 

@Hadrianus Antonius

„Zitternd und hochrot vor Zorn, mit geballten Fäusten, stand er oft vor uns“.
- Was sagt so ein Verhalten eines Menschen aus, von dem Wohl und Wehe vieler Menschen, sogar ganzer Gemeinschaften abhängen???


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 Hadrianus Antonius 21. September 2020 
 

Unrecht (1)

Pater Sebastian Tromp SJ wird in diesem Thread mehrmals unrecht angetan.
Er war ein integrer, hochgebildeter Mann, Jahrzehntelang Hochlehrer in Fundamentaltheologie an der Gregoriana, mit sehr viel Kenntnis und persönlicher Erfahrung mit den liberalgeistigen, freimaurerischen und innenkirchlich rebellischen Tendenzen und, herkünftig aus den Niederlanden und Deutschland, mit historischer und persönlicher Erfahrung mit schwärmerischen Bewegungen.
Mit dem Auftreten von Fidenzio Volpi, dem Henker der Franziskaner der Immaculata, mit den Visitatorinnen der neuen konservativ-kontemplativen Frauenorden und -Gemeinschaften, mit den Zerstörern jetzt im Vatikan hat P. Tromp nichts, avber dann auch nichts zu tun.
P. Tromp war Papst Pius XII bis zum Ende treu und hat, wirklich alleinstehend am Anfang des 2. Vat. K., die geballte Wut der frondeurischen Bischöfen über sich ergehen lassen müssen: sein vorgeschlag.Schema wurde durch Intervent.v. Bischof v.Brügge Desmedt am Anfang verrissen.


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 Federico R. 19. September 2020 
 

@Lämmchen - Danke für Ihre Repliken.

Auch von meinem „jungen“ Heimatbischof ist Ähnliches zu berichten, und der könnte sich möglicherweise Kard. Kasper zumindest bezügl. Interkommunion und Laienpredigt zum Vorbild genommen haben. Zum gemeinsamen Kommunionempfang von gemischtkonfessionellen (kath.+ev.) Ehepaaren hatte er bereits kurz nach seinem Amtsantritt ausdrücklich eingeladen und ist einer geistlichen Frauengemeinschaft zugewandt. In seinem/meinem Bistum dürfen neuerdings auch Frauen an einem traditionsreichen Marienwallfahrtsort predigen, z.B. eine Ordens-Generaloberin, die sich für den Zugang von Frauen zu allen Weiheämtern besonders stark macht und in diesem Anliegen beim Syn.Weg mitmarschiert.

Ich wollte mit meiner eingangs formulierten Anfrage u.a. auch erfahren, ob und wenn ja in welcher Weise Kard. Kasper zur Schönstatt-Gemeinschaft, zu ihrem Gründervater P. Kentenich und zu Vallendar überhaupt in Beziehung steht. Offensichtlich halten Sie das nicht für möglich. Mille grazie und einen gesegneten Sonntag.


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 Lämmchen 19. September 2020 
 

Federico R.

Sie kommen vermutlich nicht aus dem Bistum Rottenburg und Ihnen fehlt die Kenntnis über seine Zeit als Diözesanbischof. Nur zwei Beispiele: er hat schon damals im Bistum Rottenburg die Laien-Homilie nicht nur erlaubt, sondern auch gefördert (gibt es eine offizielle Veröffentlichung dazu), geistliche Gemeinschaften und Ordensleben waren für ihn in der Ausbügung seines Amtes quasi inexistent (Kontaktvermeidung), dafür Voranschreiten was Interkommunion anbelangt


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 Federico R. 18. September 2020 
 

Die Aufgeregtheit über meine Mutmaßung ist mir unverständlich. Per se ist es ja nichts Ehrenrühriges, Schönstatt-Priester zu sein - im Gegenteil. Ich selbst kenne einige persönlich, die ich guten Gewissens als hervorragende, glaubenstreue Priester bezeichnen kann. Dass Kard. Kasper dieser Gemeinschaft nahesteht oder ihr sogar angehört/e, habe ich auf einem Internet-Chat gelesen. War doch wohl eine der unvermeidlichen Fakenews.

Wenn es aber doch stimmen sollte, würde das sicher von der Schönstatt-Bewegung selbst bestätigt werden. Warum denn nicht?


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 Lämmchen 18. September 2020 
 

wer ist eigentlich

diese Teuffenbach?? sie wird als Autorin und Journalistin bezeichnet, seit 2012 kann ich keine Veröffentlichung von ihr finden und an der Universität der Legionäre in Rom scheint sie auch nur bis 2012 gewesen zu sein. Was war in den vergangenen 8 Jahren, bevor sie jetzt plötzlich aus dem Nichts auftauchte?


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 Lämmchen 18. September 2020 
 

@Federico

weil die Website von der Preisverleihung berichgtet???
Nein, Kasper hat mit Schönstatt hier vor Ort immer gefremdelt.
Die Schösntattbewegung beteilgt sich an der ökumenischen Bewegung der geistlichen Gemeinscahften, dort ist Kasper in seiner früheren Funktion zu Gast gewesen - that's it


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 mphc 18. September 2020 

@Federico

Nur weil über Kardinal Kasper in auf einem Schönstatt-Portal
berichtet wird, muss er noch lange kein Schöntätter sein.
"Miteinander für Europa"ist eine Initiative von geistlichen Aufbrüchen in verschiedenen Konfessionen und als "Ökumeneminster" des Vatikans hat er halt an ihren Veranstaltungen teilgenommen. Das muss auch nicht heißen, dass er irgendeiner Erneuerungsbewegung nahestünde, davon habe ich nämlich auch nichts gehört.


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 Federico R. 18. September 2020 
 

@Lämmchen

In irgendwelcher Verbindung scheint S.E. Kard. Kasper doch mit der Schönstatt-Bewegung und mit geistlichen Gemeinschaften zu stehen. Siehe dazu:

https://www.schoenstatt.de/de/news/1219/112/Walter-Kardinal-Kasper-erhielt-den-Europaeischen-Kultur-Kommunikationspreis.htm


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 Lilia 18. September 2020 
 

Diese Visitation der Schönstattbewegung

durch P. Tromp wie Dr. Heesemann sie schildert, weckt starke Assoziationen an die erst kürzlich geschehene Einsetzung ebensolcher kommissarischer Verwalter vonseiten des Vatikans, zum Zweck der Zerstörung bestimmter Orden. In diesem Zusammenhang fällt mir z.B. der Name der Franziskaner der Immaculata ein...


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 Lämmchen 18. September 2020 
 

Kardinal Kasper

gehört definitiv nicht zur Schönstattbewegung, als Bischof von Rottenburg war er m. W. kein einziges Mal als Prediger bei einer Maiandacht oder an einem Marienfeiertag für Gottesdienst und Lichterprozession auf der 15 km entfernt gelegenen Liebfrauenhöhe.... mit geistlichen Bewegungen hat er generell gefremdelt


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 Federico R. 17. September 2020 
 

Vielleicht weiß ein deutscher Kurienkardinal mehr?

Soweit mir bekannt, ist Dr. Walter Kasper, emeritierter deutscher Kurienkardinal in Sachen Ökumene, ein sog. Schönstatt-Priester, also dem Schönstatt-Institut Diözesanpriester, dem Schönstatt-Priesterbund oder der Schönstatt-Priesterliga angehörend. Jedenfalls scheint er der Schönstatt-Bewegung und damit auch P. Kentenich und Vallendar in irgendeiner Weise nahezustehen und gute Kenntnisse über den Gründervater zu besitzen Ob er sich in dieser durchaus „delikaten“ Angelegenheit rund um Josef Kentenich demnächst mit einem klärenden Beitrag öffentlich zu Wort melden wird? In Rom sitzt er ja direkt an der (Archiv-)Quelle.


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 Chris2 17. September 2020 
 

@Diasporakatholik

Die Kirche kenne ich jetzt über 40 Jahre und beobachte seit etwa 6 Jahren Politik wie Presselandschaft intensiv. Meine Erfahrung ist, dass nahezu 100% aller Fake News aus linken Kreisen kommen. Bis vor Kurzem waren es selten glatte Lügen (zu auffällig und zu leicht zu widerlegen). Gerne wirft man einfach und ohne Belege Andersdenkenden das vor, was man selbst tut oder hetzt gegen sie als "Nazis". Sehr beliebt sind Weglassungen, die die Realität sogar umkehren können. Etwa bei Meldungen über Gewalttaten, die wider besseres Wissen suggerieren, es sei mal wieder Klaus-Dieter gewesen. Wer weiß schon, dass z.B. 2018 3261 der ca. 77% Deutschen Opfer sexueller Gewalt durch 2-5% Asylbewerber wurden, was einer bis zu 1500-fach (sic!) höheren Wahrscheinlichkeit entspricht? Denn Politiker und tendenziöse "Experten" lügen uns doch dreist ins Gesicht, dass "Ausländer" nicht krimineller seien als Deutsche. Oder, dass es in Chemnitz "Hetzjagden auf Ausländer" gegeben habe. Gell, Merkel?


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 Herrliberg 17. September 2020 

Von Ankläger zum Angeklagten

Herzlichen Dank an Herrn Hesemann für die Klarstellungen und die sachlich nüchterne Anlayse der Fakten. Wir haben schon in weltlichen Medien genug hysterisches Gekreisch, Vorverurteilung, Manipulation, Framing und Profilierungssucht. Das brauchen wir nicht noch in katholischen Kreisen und Medien. Und wenn in diesem Falle jemand übergriffig war, dann, so zeigen es die Akten, war das sicher nicht Pater Kentenich!


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 Sagittarius 17. September 2020 
 

@Diasporakatholik

In der Tat stehen sich die Aussagen von Frau von Teuffenbach und Herrn Hesemann zunächst einmal gegenüber. Aber bei genauerem Vergleich fällt auf, dass Frau von Teuffenbach es versäumte, die entsprechenden Dokumente näher zu zitieren oder gar wissenschaftlich zu publizieren. Das ist unredlich und unwissenschaftlich. Die Vorgehensweise von Hesemann ist fundierter.


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 Diasporakatholik 17. September 2020 
 

Rat zum Abwarten und persönl. Zurückhaltung

Das sieht zunächst einmal nach einem handfesten Streit zwischen Historikern aus:

von Teuffenbach vs. Hesemann.

Während Frau von Teuffenbach bereits vor einigen Wochen ausführlich in der Tagespost zu Wort kam, ist es jetzt Herr Hesemann hier bei kath.net.

Er kritisiert u.a. stark und dezidiert nicht nur das bisherige Vorgehen Frau von Teuffenbachs sondern auch einen ihrer Hauptbelastungszeugen, den seinerzeitigen apostolischen Visitator Prof. P. Sebastian Tromp SJ.

Derzeit sehe ich mich außerstande, mir ein eigenes abschließendes Urteil darüber zu bilden, wer hier recht bzw. unrecht hat.

Ich warte geduldig die weitere Entwicklung auch in dieser delikaten Auseinandersetzung von Fachwissenschaftlern ab, deren wissenschaft. Ruf dabei auf dem Spiel steht. Gleiches empfehle ich auch anderen Foristen.


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 Stephan M. 17. September 2020 
 

Herzlichen Dank!

Nihil novi sub sole!
Mein Fazit:
1. Pater Kentenich war "konservativ".
2. Pater Kentenich war "erfolgreich".
Mehr muß ich jetzt nicht schreiben oder?


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 M.Schn-Fl 17. September 2020 
 

Mit Bitterkeit sehen wir

Historiker der "alten Schule" wie heute mitunter gearbeitet wird: schlampig in der Forschung und von vorneherein die Arbeit an der Sache unter die persönliche vorgefasste Meinung bzw. Ideologie gestellt wird. Ich muss immer wieder an meine Lehrer denken (z.B. Theodor Schieffer und meinen Doktorvater Wolfgang Krönig), die nichts durchgehen ließen und denen jede Schlampigkeit bzw, Faulheit verhasst war.
Gott sei Dank gibt es heute noch Historiker wie Michael Hesemann, die mit größtmöglichem Eifer und Fleiß und ohne voreingenommen zu sein nach dem Vorbild der "großen Alten" unserer Wissenschaft arbeiten. Ich nenne für Hesemann nur ein Beispiel, seine außerordentliche Mühe und heute ungewöhnliche Kenntnis aller zugänglichen Quellen bei seinem Buch über die "Auffindung des heiligen Grals", das sogar das öffentlich-rechtliche Fernsehen inspirierte zu einem spannenden Film.


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 ottokar 17. September 2020 
 

Eine wütende Meute

versucht derzeit alles zu zerstören, was glaubenstreu katholisch ist. Pater Kentenich und PIUS XII werden mit falschen Zeugnissen angeschuldigt, man will unsere Vorbilder demontieren. Ein verwerfliches Treiben ,dem unsere Bischöfe nichts entgegen zu setzen wissen. Der Nuntius muss ihnen zeigen wo es lang geht. Aber glaubensstarke Persönlichkeiten wie P. Kentenich oder PIUS XII passen nicht in die neue deutsche Nationalkirche des synodalen Weges.


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 Chris2 17. September 2020 
 

Danke für die Klarstellung, lieber Herr Hesemann.

Auch, wenn ich Pater Kentenich nur aus dem Bücherregal meiner Eltern kenne, darf es nicht sein, dass falsche Unterstellungen einfach so stehenleiben dürfen. Wir sind hier ja nicht beim Presserat, der sogar völlig unbegründete Mord-, Terror- und Naziunterstellungen gegen die Polizei in einer "Zeitung" für legitim erklärt...


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