Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  2. Betet, betet für Österreich! Jeden Tag einen Rosenkranz!!!
  3. Die adventliche Spalter-Predigt des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart
  4. Erzbistum Hamburg - Kein Platz mehr für Ungeimpfte/Aussätzige?
  5. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  6. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  7. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  8. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  9. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  10. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  11. Kölner Administrator Steinhäuser: Faktisch werde Woelki bei Rückkehr eine „Probezeit“ haben
  12. Generalvikar: Corona-Trennung in „Geimpfte“ und „Nicht-Geimpfte“ darf keinen Einzug in Kirche halten
  13. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten
  14. Bei Flüchtlingen auf Lesbos
  15. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“

„Meist sündigt man mit der Zunge mehr als mit der Hand“

12. Juni 2020 in Deutschland, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Voderholzer bedankt sich zu Fronleichnam bei allen, die zur Zeit auf Mundkommunion verzichten „zugunsten der in der Kirche als ebenso würdig betrachteten Handkommunion“


Regensburg (kath.net/pm)
Zu Fronleichnam hat Bischof Rudolf Voderholzer im Hohen Dom zu Regensburg ein Pontifikalamt gefeiert. In der Predigt spannte der Bischof einen Bogen vom zentralen Glaubensgeheimnis der Eucharistie zur aktuellen weltpolitischen Debatte um den Tod des Afroamerikaners George Floyd.

Fronleichnam stelle das zentrale Geheimnis unseres Glaubens, Betens und Lebens in den Mittelpunkt: die Eucharistie. Ausgehend von der zweiten Lesung aus dem ersten Korintherbrief weise der Leib Christi, der an Fronleichnam besonders verehrt wird, zwei Bedeutungsdimensionen auf. Zum einen schenkt sich uns der Herr „im Brot des Lebens, das er selber ist“ in der Feier der Eucharistie. Zum anderen ist der Leib Christi die Kirche, „zu der die vielen als ein Leib auferbaut werden in den vielen Gliedern unter dem Haupt Christus selbst“. Das heißt: „Durch die Teilhabe an dem einen Brot, das Christus selber ist, verwandelt uns Christus immer wieder neu in sich.“

 

Diese zentrale und für die Kirche konstitutive Bedeutung der Eucharistie zeigt, wie ernst die Einschränkung infolge der Corona-Pandemie war und ist. Und dennoch betonte Bischof Voderholzer, wie nötig die Beschränkungen seien. Christus selbst sei zwar nicht Träger des Virus und könne nicht krank machen. Aber man darf nicht vergessen, dass die Gestalt des Brotes auch nach der Wandlung erhalten bleibe. Diese und die Leibhaftigkeit des Kommunionspenders können durchaus Übertragungswege sein. In diesem Zusammenhang richtete der Bischof seinen Dank an alle, die zur Zeit auf Mundkommunion verzichten „zugunsten der in der Kirche als ebenso würdig betrachteten Handkommunion“. Sei nicht der Kommunionempfang selbst noch einmal wichtiger, als die äußere Form? „Meist sündigt man mit der Zunge mehr als mit der Hand“, zitierte Bischof Rudolf aus einer Predigt Kardinal Ratzingers aus dem Jahr 1978. Der Bischof schloss mit dem Hinweis: „Die Bevorzugung einer Form, die einem angemessen und würdig erscheint, darf nicht dazu führen, dass man eine andere Form als geradezu in sich böse verwirft oder nicht kommuniziert, statt die Form zu ändern, wenn es einen guten Grund dafür gibt.“


 

„Jede Fronleichnamsprozession ist auch eine positive Demonstration für die in Christus geeinte Menschheit“ – angesichts der aktuellen Geschehnisse um den Tod des Afroamerikaners George Floyd stellte Bischof Voderholzer einen Zusammenhang her zwischen dem Fronleichnamsfest und der Gleichheit aller Menschen vor Gott. „Mit Recht erheben sich die Stimmen gegen die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe und Herkunft.“ Jede Form von Rassismus widerspreche der in seiner Gottesebenbildlichkeit gründenden Würde des Menschen. Die Gleichheit, die so schon in der Schöpfungsordnung grundgelegt sei, gelte noch viel mehr in der Kirche, in der wir „durch die Taufe zu Schwestern und Brüdern zu einer großen Familie vereint“ seien. Der Bischof zitierte aus einem aktuellen Interview mit Kardinal Müller: „Rassismus ist nicht nur ein intellektueller und moralischer Defekt, sondern auch eine schwere Sünde und damit ein direkter Widerspruch zu Gott, der uns alle in seine väterliche Liebe einschließt.“


Die beste Rassismus-Prophylaxe sei laut Bischof Voderholzer das Erleben katholischer Weltkirchlichkeit. Die Weltkirche gibt es bereits im Bistum Regensburg zu spüren, wo viele Männer und Frauen etwa aus Afrika oder Indien ihren Dienst tun. Ihnen dankte der Bischof in diesem Zusammenhang besonders herzlich. Aber auch der Heiligenkalender der Kirche bilde die Vielfalt ab. Bischof Rudolf erinnerte besonders an den ersten afroamerikanischen katholischen Priester in den Vereinigten Staaten, den ehemaligen Sklaven Augustine Tolton (1854-1897) und an die erste schwarze Nonne, ebenfalls ehemalige Sklavin, Josefine Bakhita (1869-1947). Der Bischof warnte davor, den Glauben in irgendeiner Weise national zu verankern: „Der Glaube ist nicht die Frucht von nationalen Mythen oder Ausdruck von jeweiliger Volksweisheit. Der Glaube kommt vielmehr immer von außen, besser gesagt von oben, wie das lebendige Brot, das wir heute verehren und anbeten.“

 

Anstelle der Prozession wurde am Schluss der Eucharistiefeier das Allerheiligste ausgesetzt. Nach dem eucharistischen Segen über die anwesende Gemeinde spendete der Bischof am Südportal des Domes der Stadt Regensburg und ihren Bewohnern den Segen. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von einem Ensemble der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß. Für eine besonders feierliche Stimmung sorgte auch Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber. Im Anschluss an den Gottesdienst wurden Gutscheine für eine Brotzeit verteilt, die am Restaurant Bischofshof abgeholt werden konnte: ein kleiner Trost für das Entfallen der üblichen Fronleichnams-Brotzeit.

 

Foto: (c) Bistum Regensburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Bistum Regensburg

  1. Sternsingen 2021
  2. Voderholzer: „Wir lassen nichts ausfallen, wir lassen uns etwas einfallen“
  3. Big Bang oder Genesis? Neue Sendereihe „Kaum zu glauben?“ bei TVA
  4. Bischof Voderholzer dankt Priestern für Mut, Kreativität und Findigkeit während Corona-Pandemie
  5. Gott hab ihn selig!
  6. Ein Leben für die Musica sacra
  7. R.I.P. Georg Ratzinger
  8. Keine Veranlassung etwas zu ändern!
  9. Bistum Regensburg wird Priesterausbildung nicht verändern
  10. Der größte Prediger auf dem Stuhl Petri seit Leo und Gregor, den beiden „Großen“, genannt.







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  2. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  3. Betet, betet für Österreich! Jeden Tag einen Rosenkranz!!!
  4. Erzbischof Gänswein: Benedikt XVI. ist 'aus Überzeugung' geimpft
  5. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  6. Die adventliche Spalter-Predigt des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart
  7. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  8. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  9. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  10. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  11. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  12. Das siebeneinhalbte Sakrament
  13. Erzbistum Hamburg - Kein Platz mehr für Ungeimpfte/Aussätzige?
  14. Vorfall in Athen: Orthodoxer Priester beschimpft Papst als "Häretiker"
  15. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz