Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  6. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  11. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. „Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation scheiterte, Neuevangelisierung ist notwendig“
  14. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  15. Die Heilige Schrift als Wort Gottes und Raum der Offenbarung in menschlicher Sprache

Ein Leben für die Kirche in Not

10. Mai 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Langjährige Generalsekretärin und Vorstandsvorsitzende Antonia Willemsen wird 80


Wien-München (KIN)
„Es war nicht geplant, es war nicht vorgesehen, es ist mir passiert.“ Antonia Willemsen fasst ihren Einsatz für die bedrängte und verfolgte Kirche so zusammen, wie es auch Pater Werenfried van Straaten häufig tat. Der Gründer von „Kirche in Not“ war ihr Nennonkel (er war ein Cousin von Willemsens Mutter), Förderer und Motivator, sie seine rechte Hand, Vertraute und Mitkämpferin über fast ein halbes Jahrhundert.

Geboren wurde Willemsen am 11. Mai 1940 in Eindhoven – einen Tag nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande. Ein wuchtiges Vorzeichen für ihre spätere Lebensaufgabe in einem Werk, das sich in seiner Entstehungsphase der Aussöhnung mit den Feinden von einst widmen sollte. Pater Werenfried trat zu Weihnachten 1945 mit einem Artikel in der Hauszeitschrift seiner Prämonstratenser-Abtei Tongerlo/Belgien eine Lawine der Hilfsbereitschaft für die heimatvertriebenen Deutschen los – die junge Antonia war von Anfang an in ihrem Sog.

Freiheit, die sich in Dienst nehmen ließ

Nicht nur die Besuche des „großen, weißgekleideten Ordensmannes“ bei der Familie beeindruckten sie, sondern auch die Tatkraft ihres Verwandten, der eines Tages mit einem mächtigen Kapellenwagen zur Seelsorge an den Heimatvertriebenen vorgefahren kam. 1960 trat Willemsen selbst ihren Dienst bei der „Ostpriesterhilfe“ an, so der damalige Name des Hilfswerks. Es war mittlerweile nach Rom übergesiedelt und begann seine Hilfe für bedrängte Christen in anderen Erdteilen auszuweiten. Südamerika wurde eines ihrer ersten Aufgabenfelder – und eine Passion ein Leben lang.


„Freiheit war mir immer wichtig“: Nach zehn Jahren ging Willemsen zurück in die Heimat, eine neu Aufgabe lockte. Doch der Sog von „Kirche in Not“ war stärker. Als eine Stelle als rechte Hand Pater Werenfrieds nicht besetzt werden konnte, kam sie 1972 zurück, „zähneknirschend“, aber eine Berufung spürend, die sich auf Ehe und Familie verzichten ließ – „obwohl es viele Angebote gab“, wie sie wissen ließ.

30 Jahre diente sie „Kirche in Not“ als Generalsekretärin, knüpfte Kontakte, wo die Kirche zum Schweigen verdammt worden war und erschloss Hilfsmöglichkeiten, wo Diktaturen und Kriege Wege verschlossen. Und wenn es nötig war, betätigte sie sich auch als Schwimmlehrerin für junge Ordensfrauen am Bukavu-See im Kongo.

Neben dieser Hilfsarbeit waren auch Willemsens Managerqualitäten gefragt: Sie organisierte den personellen Ausbaus des Werks ebenso wie den Umzug der Zentrale nach Königstein im Taunus und den Aufbau der ersten Nationalbüros von „Kirche in Not“, von denen es heute weltweit 23 gibt.

Früher Einsatz für katholische Medienarbeit

Da sich selbst die härtesten Diktaturen schwertun, gegen Radio- und Fernsehwellen vorzugehen, entwickelte „Kirche in Not“ unter Federführung von Antonia Willemsen eine rege Medienarbeit. Lange war sie Vorsitzende des „Catholic Radio und Television Network“ (CRTN), das bis heute Zeugnisse der bedrängten Kirche und Hilfen zum geistlichen Leben weltweit zugänglich macht.

Nach der politischen Wende in Osteuropa wurde aus der diskreten Hilfe für die Kirche hinter dem Eisernen Vorhang eine mühsame, aber erfolgreiche Aufbauarbeit. Hinzukam die Aussöhnung mit der russisch-orthodoxen Kirche, auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Johannes Paul II. – und gegen viele Widerstände, von innerhalb wie außerhalb des Werks. Willemsen packte auch diese Aufgabe mutig und entschlossen an.

Im neu errichteten griechisch-katholischen Priesterseminar von Lemberg/Ukraine, einem der größten Hilfsprojekte von „Kirche in Not“, gibt es eine regelrechte „Willemsen“-Galerie. Fotos, die sie bei Besuchen, Eröffnungen oder Einweihungen zeigen. Der Dank der Projektpartner, unzähliger Bischöfe, Priester und Ordensleute ist bis heute lebendig – weit über Osteuropa hinaus. Weltliche wie kirchliche Auszeichnungen zeugen davon.

Pastorale Hilfe als Lebensaufgabe

2005, zwei Jahre nach dem Tod Pater Werenfrieds, ging Antonia Willemsens Zeit als Generalsekretärin zu Ende, nicht jedoch ihr Einsatz für das Werk: Von 2006 bis 2014 war sie ehrenamtliche Vorsitzende von „Kirche in Not“ Deutschland. Der Bau eines Fernsehstudios für die Evangelisierungsarbeit fiel ebenso in diese Amtszeit wie auch die historische Begegnung zwischen Kurt Kardinal Koch und dem russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion Alfejew beim Kongress „Treffpunkt Weltkirche“ 2011, der von „Kirche in Not“ veranstaltet wurde.

Im Ruhestand in die alte Heimat Eindhoven zurückgekehrt, gehört ein Termin fest zu ihrem Jahreslauf: Das Jahresgedächtnis an Pater Werenfried van Straaten in Köln, dem „großen, weißgekleideten Mann“, der ihr Leben und Arbeiten geprägt hat.

„Wir müssen den Leuten helfen, wo es um mehr geht als um Entwicklungshilfe“: Dieses Credo lebt in Willemsens Lebenswerk „Kirche in Not“ weiter. Die heute Päpstliche Stiftung hat sich der nach wie vor der pastoralen Hilfe verschrieben, dem „Hunger der Seele“, der heute so brennend ist wie in den Anfangsjahren. Dabei gilt, was die Jubilarin so auf den Punkt bringt: „Die Kirche darf keine Insel sein. Sie muss strahlen.“

Ein dreiteiliges Fernsehinterview und weitere Beiträge von und über Antonia Willemsen sind auf der Mediathek von „Kirche in Not“ zu finden: www.katholisch.tv (Suchbegriff „Willemsen“).

Foto: Antonia Willemsen im Januar 2020 beim Pater-Werenfried-Jahresgedächtnis in Köln. © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 SalvatoreMio 15. Mai 2020 
 

Danke sehr!

Sehr geehrte Frau Willemsen!Ihnen ein gesegnetes neues Lebensjahr und vielen Dank für Ihren wunderbaren Einsatz für "Kirche in Not".


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche in Not

  1. Kardinal Kurt Koch zum Präsidenten von "Kirche in Not“ ernannt
  2. Seine Freilassung war eine Gebetserhörung
  3. Informationen über Freud und Leid in Afrikas Kirche
  4. Tragisches Schicksal der verfolgten Christen
  5. «Ich komme nicht, um zu weinen!»
  6. Syrien: „Eine knappe Minute war schlimmer als 12 Jahre Krieg“
  7. Weltweite Aktion lädt Kinder zum Rosenkranzgebet für den Frieden
  8. "Kirche in Not": Mord an Priestern auch in "katholischen Ländern"
  9. Kirchliche Schule in Karakosch (Nordirak) wiedereröffnet
  10. Größte katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel wird geweiht






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  6. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  9. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  10. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz