Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  6. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  13. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  14. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  15. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“

Wo bleibt der „Auto-Gottesdienst“?

26. März 2020 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Corona-Initiative - Warum gibt es hierzulande keine „Auto-Gottesdienste“, keine Eucharistische Aussetzung hinter Pfarrhausfenstern, keine Beichte auf Sichtweite via Smartphone? – Von Petra Lorleberg


Linz-Stuttgart (kath.net/pl) Dieser Tage kam bei mir im Radio eine Info über das letzte Autokino in unserer Gegend. Da dies hygienisch unbedenklich ist, hat es den Shutdown wegen der Corona-Pandemie bisher unbeschadet überstanden. Ich frage mich seither: Wer macht das Rennen und gestaltet den ersten „Auto-Kino-Gottesdienst“ in der Coronageschichte hierzulande? Mit einem bisschen Glück und mit Ankurbeln der entsprechenden Connections gibt es vielleicht sogar eine TV-Notiz darüber!

Was braucht es für einen Autogottesdienst? Eine Handvoll Kreativität und Engagement, ein paar Lautsprecher (vielleicht reicht die Anlage von der letzten Fronleichnamsprozession?), einen Parkplatz (lässt sich organisieren), transportabler Altar und Ambo und das Allernötigste für die Hl. Messe – vor allem aber ein Herz, das überfließt vom christlichen Glauben, der weitergegeben werden möchte! Verzichtbar sind Blumenschmuck, hilfreiche Messner und Ministranten, Kirchenlieder (so gern ich sie sonst singe). Ich empfehle sogar aus hygienischen Gründen den völligen Verzicht auf die Kommunionspendung. Wir Katholiken kennen den Begriff der „geistigen Kommunion“, vereinigen wir uns mit dem Geheimnis des Glaubens über die Anbetung – Jesus Christus hat locker die Kraft, ein paar Meter Abstand und notwendige Hygienevorschriften zu überbrücken! Insgesamt: Es braucht eine kurze Messe ohne Schnörkel, ähnlich einem Werktagsgottesdienst in kleiner Runde. Gern gesehen sind: eine Predigt und ein paar Helfer für das Einweisen der Autos – auch die Helfer sollen auf die nötige Entfernung von anderen achten.

Wir Katholiken wissen sonst ja eigentlich, wie wir uns unter die Menschen mischen können – vom Biker-Gottesdienst über die Pferdesegnungsprozession bis hin zur Bergmesse. Warum finde ich angesichts der Corona-Pandemie mit den notwendigen hygienischen Einschränkungen so wenig überzeugende Initiativen im deutschsprachigen Raum? Ich sammle bereits seit Tagen Initiativen, die kreativ mit den aktuellen Herausforderungen umgehen, vom Pfarrer in Neapel, der auf dem Kirchendach die Hl. Messe feiert, bis hin zum Don-Camillo-Kreuz, das in Brescello bereits vor der Kirche stand – Siehe auch auf kath.net: Corona-Initiative.

Warum eigentlich dieses Versagen weiter Teile unserer Kirchenleute? Es beschleicht mich der Verdacht, dass die Corona-Pandemie versehentlich den Finger auf eine theologische Wunde legt: Gemeinschaft ist nicht der Kern des Christentums, deshalb muss die Kirchengemeinde mehr bieten als der Sportverein. Wir leben vielmehr aus der Beziehung zu Jesus Christus – die übrigens auch dann noch trägt, wenn äußere Widrigkeiten gerade den Sakramentenempfang erschweren. Die Gemeinschaft, die wir dann aufbauen, ist erst FOLGE dieser Beziehung, sie ist unglaublich wichtig, aber sie betrifft nicht den eigentlichen Herzenskern.

Doch nun ganz konkret: Es ist doch nicht so, also ob wir als Kirche nichts tun können! Wie wäre es denn mit „Eucharistischer Anbetung to go“? Also das Allerheiligste gut geschützt hinter dem Pfarrhausfenster, wer es „bewacht“, kann dabei durchaus noch telefonische Seelsorgegespräche anbieten, auch Laien (bsp. Pastorale Mitarbeiter) können hier einfach zuhören, gegebenenfalls raten und auf jeden Fall die Anliegen ins Gebet mitnehmen. Und vor dem Fenster kann jeder und jede kurz vorbeischauen (wegen der Hygiene möglichst keine Kniebank), schon ein Fünf-Minuten-Gebet macht ein Riesenunterschied.

Und Beichte via Telefon? Ist zunächst ja eigentlich nicht vorgesehen (diese dazu aber: Anhang unten). Doch was spricht dagegen, wenn ein Priester anbietet, dass die Beichte im Stehen vor einem geschützteren Pfarrhausfenster abgenommen wird? Auf Sichtweite würde das Smartphone durchaus für das Bekenntnis reichen, meine ich, und ich habe auch keinen Grund zur Sorge, dass die Vergebung nicht auch auf zwei Meter Abstand sogar durch das geschlossene Fenster wirksam werden kann. Anonyme Beichte wird hier vielleicht schwieriger – ist aber inzwischen sowieso nicht mehr so häufig wie früher.

Ich finde es auch sehr bewegend, wenn Priester den Eucharistischen Segen über ihre Stadt und Region spenden. Dazu brauchen wir wirklich nur EINEN Priester, es braucht null Ministranten oder andere Helfer, es braucht keinerlei Überlegungen, wie man die Hygienemaßnahmen gerade noch so einhalten kann – es braucht nur EINE geweihte Person und den Mut, es zu tun!


Anhang 1

Der Hamburger Priester Oliver Meik fragt auf seinem Blog nach: „In der Krise durch die Epidemie Covid-19: Welche Dienste sollten wir den Menschen an ihrer Haustür anbieten, sofern es hygienisch sicher ist?“ Zur Abstimmung stehen bsp. „Hilfe zur Nottaufe“, „Hilfe zur Eheschließung im Notfall“, aber auch Weihwasser und Segnungen an der Haustür, Möglichkeiten für Sterbesakramente, Beichte und Kommunionempfang. Link: Ein „geistlicher Lieferdienst“? .


Anhang 2: Note der Kongregation fur die Glaubenslehre vom 25. November 1989 zur Gultigkeit und Erlaubtheit der Spendung des Bußsakramentes über Telefon




Symbolbild - Kirche als Schiff im Meer der Zeiten





Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“







Top-15

meist-gelesen

  1. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  2. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  3. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  4. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  5. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  6. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  7. Eine Stadt im völligen Ausnahmezustand: Hohe Sicherheitsstufe für Papstbesuch in Paris
  8. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  9. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  10. Pater Stanisław Tasiemski OP vor Papstreise: „Wohin gehst du, Frankreich?“
  11. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  12. 'Putin ist auf dem besten Weg, in diesem Jahr mehr Christen zu töten als der ISIS'
  13. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  14. Über das Dämonische
  15. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz