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Die Frage nach Gott

18. Juni 2019 in Spirituelles, 8 Lesermeinungen
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„Priester im Ruhestand werden oft nicht mehr gefragt, ob sie Gottesdienste feiern möchten. Warum eigentlich?“ – „Heute ist Deutschland zum Missionsgebiet geworden“. Gastbeitrag von Thorsten Paprotny


Hannover (kath.net) Die Kirche in der Welt von heute bietet oft ein trostloses Bild: Ständig werden Reform-Agenden vorgestellt. Kirchenpolitische Themen und Thesen werden aufgebracht oder aufpoliert. Sogar die Laienpredigt ist wieder im Gespräch. Heilige Messen fallen aus oder werden reduziert. Priester im Ruhestand werden oft nicht mehr gefragt, ob sie Gottesdienste feiern möchten. Warum eigentlich? Ich bin wahrscheinlich zu dumm, um das alles zu verstehen. Aber wir hören von Priesterberufungen in Asien und Afrika. Wäre es nicht schön, wenn einige von ihnen als Missionare in unsere darbenden Diözesen geschickt würden? Würde das nicht den müden europäischen Christen Schwung verleihen? Oder passen diese Geistlichen nicht zu uns, weil sie glaubenstreu und katholisch sind? Wären damals Missionare von Europa aus nicht in alle Welt gesandt worden, wer hätte auf anderen Kontinenten vom Evangelium Jesu Christi gehört? Heute ist Deutschland zum Missionsgebiet geworden.

Natürlich sind wir alle noch „im Dialog“. Manche führen „gute Gespräche“, doch worüber? Wir sprechen in der Kirche dieser Zeit von allem Möglichen, aber auch vom Wesentlichen? Wir diskutieren über „synodale Wege“, noch ehe sie begonnen haben. Wir vernehmen Bekenntnisse von der Kirchenstreikbewegung „Maria 2.0“. Immerhin haben die Protestgruppen uns noch nicht dazu eingeladen, das „Ave Maria“ in „Gegrüßet seist du, Maria 2.0 …“ umzuformulieren. Gesprochen wird von allem Möglichen, aufgeregt, engagiert – und Sie alle kennen die sattsam bekannten Themen.


Papst Benedikt XVI. hat vor vielen Jahren einmal davon erzählt, dass der greise Regensburger Erzbischof Michael Buchberger bei einer Beratung der Bischöfe im Vorfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils lange zugehört hatte, als mögliche Themen für die Kirchenversammlung genannt wurden. Daran erinnere ich mich, wenn ich an die Diskurse von heute denken. Wovon sollte heute in der römisch-katholischen Kirche gesprochen werden? Wir kennen die Themen der Kirchenkritiker. Wir kennen die Thesen der sogenannten Querdenker und der Queerdenker von heute. Natürlich dürfen alle sagen, was ihnen am Herzen liegt, was sie meinen, was sie sich wünschen, was sie von Gott, Kirche und Welt denken. Wovon aber sollte in der Kirche heute die Rede sein? Erzbischof Buchberger brachte seine engagiert plaudernden Mitbrüder damals zum Verstummen, als er kurz und bestimmt sagte, wovon auf dem Konzil die Rede sein sollte: „Von Gott!“ Wenn wir, hier und heute, nicht zu Gott aufbrechen und uns Ihm zuwenden, dann können wir uns auch alles andere gleich sparen: jeden Diskurs, jeden Dialog, jeden synodalen Weg.

Ich wünschte mir nichts lieber, als dass in der Kirche nicht mehr von Kirchenpolitik die Rede wäre, sondern nur noch von dem, was einzig wichtig ist. In der Kirche sollte von Gott die Rede sein. Kleriker wie Weltchristen, Sie und ich, sollten Zeugnis von Gott geben und zu Seiner Kirche stehen. Das und nichts anderes ist die Berufung des getauften Christen. Dieses Zeugnis wird erwartet und dringend gebraucht. Ja, von Gott sollte die Rede sein. Aber wie? Eine wahrhaft römisch-katholische Anregung dazu bietet die Predigt von Pater Engelbert Recktenwald zum Dreifaltigkeitssonntag.

Und wenn Sie, liebe Schwestern und Brüder im Glauben, vielleicht von Freunden, Nachbarn oder Bekannten, von Arbeitskollegen und Agnostikern, von Menschen in ihrem Alltag gefragt werden: Wovon sollte heute in der römisch-katholischen Kirche die Rede sein? So antworten Sie doch einfach mit Erzbischof Buchberger und sagen: „Von Gott!“

Dr. Thorsten Paprotny lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Er publizierte 2018 den Band „Theologisch denken mit Benedikt XVI.“ im Verlag Traugott Bautz und arbeitet an einer Studie zum Verhältnis von Systematischer Theologie und Exegese im Werk von Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.

kath.net-Buchtipp
Theologisch denken mit Benedikt XVI.
Von Thorsten Paprotny
Taschenbuch, 112 Seiten
2018 Bautz
ISBN 978-3-95948-336-0
Preis 15.50 EUR

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Foto: Symbolbild


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Lesermeinungen

 hape 18. Juni 2019 

Empfehlung

Ich kann mich Thorsten Paprotny nur anschließen und möchte jedem ans Herz legen, die Predigen von Pater Engelbert Recktenwald tatsächlich einmal anzuhören, vielleicht sogar mehrmals zu hören. Nicht nur seine Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag ist von hohem Wert, eigentlich sind alle seine Predigten sehr hörenswert.


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 Rolando 18. Juni 2019 
 

Es ist der Bezug zur Realgegenwart Jesu verlorengegangen

Es heißt heiliges Brot, das Jesus wahrhaft mit Fleisch und Blut da ist, wer glaubt das noch?
Man muß sich fragen, was denken Verantwortliche, wenn am Sonntag Wortgottesdienste gehalten werden, wenn indische und polnische Orden Priester senden wollen und können, diese aber nicht genommen werden. Man muß sich auch fragen, was haben Kommunionhelfer in den bistümlichen Ausbildungen gelernt, wenn am Herz-Jesu Freitag bei uns Aussetzung ist, und von denen niemand kommt, 12 mal im Jahr nicht, über mehrere Jahre. Welches Vorbild ist das für das Kirchenvolk?


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 norbertus52 18. Juni 2019 
 

@SpatzInDerHand

Da kann ich nicht mitreden, in meiner Pfarre gibt es keine "Laien-Wortgottesdiensten"


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 Diadochus 18. Juni 2019 
 

Wovon soll heute in der Kirche die Rede sein?

Ganz einfach, schaut doch mal dem hl. Petrus Canisius oder dem hl. Franz von Sales über die Schultern. Anregungen gibt es genügend.


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 norbertus52 18. Juni 2019 
 

Ausländische Priester

Hier ist halt sehr oft die Sprache das Problem. Gerade in der Sakramentenpastoral Taufe,Trauung, aber auch und vor allem bei Begräbnissen ist in unserem Fall das beherrschen der deutschen Sprache unerlässlich. Da ist dann der tiefe Glaube der sicher oft vorhanden ist, zu wenig wenn die Botschaft nicht weitergegeben werden kann.


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 SpatzInDerHand 18. Juni 2019 

@Norbertus52, @nicodemus: ich kenne geeignete pensionierte Priester, die Schwierigkeiten haben,

einen Altar zum Zelebrieren zu finden. Leute mit Ausstrahlung, übrigens. Es trifft hier die konservativeren, ebenso aber auch die liberaleren Priester.

Machen wir uns nichts vor: es geht darum, künstlich eine Leere zu erzeugen, damit man dann mit den laiengeleiteten Wortgottesdiensten reindrücken kann.

Und das schlimmste an den Laien-Wortgottesdiensten ist häufig: diese Leute sind ebenfalls ohne Elan, kennen ihren Glauben nicht und wollen eigentlich nur die Kirche absägen.


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 norbertus52 18. Juni 2019 
 

Keine Pauschalierungen

In meiner Ordensgemeinschaft ist der älteste aktive Mitbruder heuer 90 und er ist Aushilfskaplan, zwei weitere Mitbrüder die noch aktiv Pfarrer sind waren heuer 80. In der Erzdiözese Wien kenne ich selbst keinen pensionierten Priester der nicht Aushilfen übernimmt.


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 nicodemus 18. Juni 2019 
 

Warum eigentlich?

Gute Frage,Herr Thorsten Paprotny!
Könnte es sein, dass der jugentliche Elan,bei diesen und solchen Priestern verflogen ist? Wenn ja, dann aber schon seit langem. Warum?
Wie ehrlich, wieviel Liebe steckte in dem Altarkuss - vor jeder Hl.Messe - die
diese "unlustigen" Priester feierten?
Aber für mich noch schlimmer!
Diese und solche Priester würden nie wieder den Weg zum Priestertum neu wählen!
Was ich hier schreibe, weiß ich von PRIESTERN!


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