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„Heiliger Vater, brechen Sie Ihr Schweigen!“

28. September 2018 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Prominenter McCarrick-Mitarbeiter und "Franziskus-Fan" fordert Papst auf, sein Wissen über den US-Kardinal mitzuteilen – Franziskus verstehe zu langsam, welche moralischen und spirituellen Konsequenzen der Missbrauch mit sich bringe


Washington DC. (kath.net)
In den USA gibt es nach wie vor anhaltenden Druck auf Papst Franziskus, sein Schweigen zum Wissen über den US-Skandal wegen Kardinal Theodore McCarrick zu brechen. Jetzt hat sich mit John Carr ein enger ehemaliger Mitarbeiter des US-Kardinals zu Wort gemeldet. Er forderte Franziskus auf, sein Schweigen zu brechen. Dies berichtet "Crux". Carr, der mehr als zwei Jahrzehnte für die US-Bischofskonferenz tätig war, teilte bei einem Vortrag an der Georgetown Universität mit, dass er in der High School von einem Priester missbraucht wurde. "Die Lektion hier ist, dass das Schweigen die Dinge schlimmer macht und das ist keine Option für irgendjemanden von uns." Carr, der sich nach wie vor als Anhänger von Papst Franziskus versteht, setzt sich seit geraumer Zeit für Missbrauchsopfer ein und kritisiert in dem Zusammenhang, dass bei kircheninternen Diskussionen und Entscheidungen, wie man damit umgehen soll, noch immer kaum Eltern dabei sein dürfen. "Es sind nicht genügend Eltern im Raum, wenn diese Entscheidungen getroffen werden."


"Viele Priester schauen auf das mit den Augen eines Mitbruders." Aus der Sicht eines Vaters sei Missbrauch – abgesehen vom Tod des Kindes – das Schlimmste, was einem Kind passieren könne. "Es untergräbt Vertrauen und Glaube, das Priestertum und die Eucharistie, Sexualität und Familie. Es müssen mehr Eltern in den Räumen sein."

Carr erzählte bei dem Vortrag auch von einer heftigen Diskussion mit Kardinal Bernard Law von Boston, der 2002 nach Vertuschungsskandalen zurücktreten musste. Law sagte damals gegenüber Carr "Niemand hat so wie Du mit mir gesprochen". Diese Erfahrung habe ihm gezeigt, dass viele Bischöfe isoliert seien und von Menschen umgeben seien, die ihr Urteil verstärken. "Diese Isolation, der institutionelle Schutz und der Mangel von Verbindungen mit der Angst der Opfer und ihrer Familien haben oft zu einem Mangel an Empathie und Dringlichkeit geführt", erzählt Carr.

Er berichtete auch, dass er McCarrick einmal mit den Vorwürfen konfrontiert habe. McCarrick habe ihn allerdings direkt ins Gesicht gelogen und behauptet, dass nichts davon stimme. "Diese Behauptungen von meinen Feinden wurden immer wieder von Medien untersucht", habe ihm der Kardinal damals weisgemacht.

Carr schätze Papst Franziskus, aber er sei "zu langsam beim Verstehen und beim Handeln", welche moralischen und spirituellen Konsequenzen der Missbrauch mit sich bringe. "Das Volk Gottes verdient eine Führung, die zuhört, antwortet und schnell entscheidet."

Papst Franziskus beim feierlichen Einzug



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