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Marienfeiertag: Schiffsprozession auf österreichischen Seen

7. August 2018 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Tausende Gläubige zu traditionellen Schiffswallfahrten erwartet - Diözesanadministrator Guggenberger begleitet Marienschiff am Wörthersee=


Klagenfurt (kath.net/KAP) Im Zeichen von Festgottesdiensten und Prozessionen steht am Mittwoch, 15. August, das "Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel", das höchste Marienfest der katholischen Kirche. Das Hochfest wird volkstümlich "Mariä Himmelfahrt" genannt. Eine Besonderheit sind in Österreich die traditionellen Schiffsprozessionen etwa auf dem Wörther- und Bodensee, zu denen auch diese Jahr tausende Gläubige erwartet werden.

Am Abend des Hochfestes lädt die Klagenfurter Stadtpfarre St. Josef-Siebenhügel bereits zum 64. Mal zur traditionellen Marienschiffsprozession auf dem Wörthersee ein, wie es in der Aussendung der Kirche Kärntens heißt. Diözesanadministrator Dompropst Engelbert Guggenberger wird die Schiffsprozession leiten. Die Kurzpredigten an den fünf Anlegestellen hält heuer P. Rudolf Osanger, Jugendpastoralbeauftragter der Salesianer Don Boscos in Österreich. Die "Junge Kirche Kärnten" wird, wie bereits im Vorjahr, mit einem eigenen "Lobpreis-Schiff" für Jugendliche und junge Erwachsene unterwegs sein.

Nach der offiziellen Eröffnung der Schiffsprozession durch den Klagenfurter Stadtpfarrer P. Herbert Salzl, Pfarrer in Klagenfurt St. Josef-Siebenhügel und und der Segnung durch Diözesanadministrator Guggenberger fahren die Schiffe die Anlegestellen Krumpendorf, Pörtschach und Velden an. Bei den Anlegestellen wird auch in diesem Jahr ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. In Maria Wörth erreicht die Prozession mit der Erneuerung der Weihe an die Gottesmutter und dem abschließenden Feuerwerk ihren Höhepunkt. Die Rückkehr nach Klagenfurt ist für ca. 24 Uhr geplant.


Die Tradition der Schiffsprozession auf dem Wörthersee reicht zurück bis in das Jahr 1954. Damals kam aus dem portugiesischen Wallfahrtsort Fatima eine Marienstatue für die Pfarrkirche St. Josef-Siebenhügel nach Klagenfurt. Um die Statue festlich in die Stadt zu geleiten, kam man auf die Idee, sie per Schiff von Velden zum Klagenfurter Ufer zu bringen. Im Laufe der Jahre haben sich die größeren Orte rund um den See an dieser Prozession beteiligt.

Dreiländer-Wallfahrt auf dem Bodensee

Im "Dreiländereck" auf dem Bodensee beten am Hochfest Mariä Himmelfahrt tausende Pilger für ein christliches Europa, wie in der Einladung zur 37. Fatima Schiffsprozession der Website www.gebetsstaette.de steht. Traditionell treffen sich zum Marienfest die Prozessionsschiffe aus Rohrschach, Lindau und Bregenz, um für die Idee des vereinten Europas und seine christliche Wurzeln ein sichtbares Zeichen zu setzen, heißt es in einer Ankündigung. Die "Alpenstadt Bludenz" sticht als Jugendschiff um 20 Uhr in See. Begleitet werden die Jugendlichen von Pater Johann Fenninger.

Fest seit 5. Jahrhundert bezeugt

Der "Tag der Gottesmutter Maria" ist bereits für die Mitte des 5. Jahrhunderts bezeugt. Die östliche und die westliche Kirchentradition setzten später unterschiedliche Akzente: Die ostkirchliche Theologie spricht von der "Entschlafung" (dormitio) Mariens, die westkirchliche von der "Aufnahme in den Himmel" (assumptio). Papst Pius XII. (1939-1958) erklärte im Jahr 1950 - nach einer Befragung aller Bischöfe der katholischen Weltkirche - die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel" als bislang letztes katholisches Dogma. Der Pacelli-Papst hatte damit eine seit vielen Jahrhunderten von Theologie und Volksfrömmigkeit bezeugte Glaubenslehre feierlich proklamiert.

In Liturgie, Theologie und Volksfrömmigkeit wird Maria am 15. August einerseits als "Mutter" dargestellt - Mutter Jesu und Mutter der Menschen -, andererseits aber auch als "Urbild des Glaubens" und "Vorbild der Kirche".

Aus den Legenden um die Gottesmutter haben sich einige Bräuche entwickelt, die heute noch lebendig sind. Der alte Brauch der Kräutersegnungen am 15. August geht auf den Kirchenvater Johannes von Damaskus zurück, der als Mönch um 700 im Kloster Mar Saba bei Jerusalem lebte. Seiner Erzählung nach ist dem Grab Mariens in dem Augenblick, in dem Maria in den Himmel aufgenommen wurde, ein wunderbarer Duft wie von Kräutern und Blumen entstiegen. Eine andere Legende erzählt, dass die Apostel das Grab Mariens noch einmal öffnen ließen. Dabei fanden sie nicht mehr den Leichnam, sondern Blumen vor. Nach der Segnung der Kräuter am 15. August werden diese im Haus, oft in Form von Kräuter-Sträußen, aufbewahrt.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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