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Papst tief besorgt über neuerliche Tote bei Unruhen in Nicaragua

19. Juli 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Bei Angriff regierungsnaher paramilitärischer Banden und offizieller Sicherheitskräfte in der Oppositionshochburg Masaya kamen am Dienstag mindestens vier Menschen ums Leben


Managua(kath.net/KAP) Im Krisenland Nicaragua hat der Päpstliche Nuntius Erzbischof Waldemar Stanislaw Sommertag die Konfliktparteien zu einem sofortigen Waffenstillstand und zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch des "nationalen Dialogs" aufgefordert. "Im Namen des Heiligen Vaters und des Heiligen Stuhls möchte ich meine tiefe Besorgnis über die Situation ausdrücken, die das Land erlebt", zitiert die regierungskritische Tageszeitung "La Prensa" (Dienstag Ortszeit) den Papstbotschafter. Tod und Gewalt lösten keine politische Krise. Die friedliche und gedeihliche Zukunft des Landes stehe auf dem Spiel. Der Papst sei zutiefst besorgt.


Am Dienstag kam es in Nicaragua erneut zu schweren Gewaltausbrüchen. Bei einem Angriff regierungsnaher paramilitärischer Banden und offizieller Sicherheitskräfte auf das indigene Stadtviertel Monimbo in der Oppositionshochburg Masaya kamen laut Medienberichten mindestens vier Menschen ums Leben. Zuvor hatte Kardinal Leopoldo Brenes die Bevölkerung Masayas aufgerufen, angesichts der bevorstehenden Attacke sichere Rückzugsräume aufzusuchen.

Die aktuelle Krise in Nicaragua entzündete sich Mitte April an einer inzwischen zurückgenommenen Pensionsreform. Anschließend richteten sich die Proteste gegen die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit sowie gegen staatliche Gewalt. Inzwischen fordern Vertreter der Zivilgesellschaft den sofortigen Rücktritt von Präsident Daniel Ortega. Den Vorschlag, mit vorgezogenen Neuwahlen die innenpolitische Krise zu beenden, lehnte er ab. Stattdessen wirft er den Regierungsgegnern vor, einen Putsch vorzubereiten und nennt die Demonstranten "Terroristen".

Seit Beginn der Proteste kamen rund 350 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Menschenrechtsorganisationen und die katholische Kirche werfen der Regierung schwere Menschenrechtsverstöße vor. Ein "nationaler Dialog" unter Federführung der Kirche strebt eine Lösung des Konflikts an, wird aber durch die Gewalt immer wieder unterbrochen.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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