Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  3. Besser keine Laienpredigt
  4. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  5. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  6. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  7. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  8. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  9. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  10. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  11. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  12. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  13. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  14. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  15. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt

Der Preis und sein Skandal

16. April 2018 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Echo des diesjährigen „Echo“ ist bei Licht betrachtet eine unglaubwürdige Empörungswelle - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net/pw)
Es ist nicht neu, dass eine Preisverleihung in einem Skandal endet. Die diesjährige Verleihung des „Echo“ hat ein Echo, das noch nicht verklingen sollte. Völlig offener und unverhohlener Antisemitismus, der in Deutschland am Holocaustgedenktag mit einem Musikpreis geehrt wird, hätte man vor wenigen Jahren nicht einmal denken können. Der weitgehend linksgerichtete Kulturbetrieb macht mit seinen Moralvorstellungen vor der populären Musik nicht halt. Da ist ein Schlagersänger, der Volkslieder singt, natürlich „rechts“ und damit außen vor.

Auf den ersten Blick verwundert es, dass eine Gruppe von Rappern mit einem Preis ausgezeichnet werden kann, deren Texte so übel sind, dass sie dem Grunde nach an dieser Stelle nicht zitierfähig sind. Gut gemachter Rap ist eine sprachliche Meisterleistung. Was hier ausgezeichnet wurde, ist nur tumbe Polemik knapp unterhalb eines Hilfsschulniveaus. Doch die vorgespielte Dummheit hat Methode. Trotzdem geht es nicht an, dass Insassen des wohl schlimmsten Vernichtungslagers der bisherigen Menschheitsgeschichte dafür herhalte müssen.

Diese „Künstler“ gehören nicht mit einem Preis ausgezeichnet. Zwar hat in einem freiheitlichen Land keine Zensur stattzufinden, also ist auch solch ein unsäglicher Text nicht zu zensieren. Vielmehr ist mit Mitteln des Rechtsstaates und mit den Sanktionen, die der Anstand einer bürgerlichen Gesellschaft gebietet, solchem Treiben Einhalt zu gebieten.


Es ist auf den ersten Blick an Ironie nicht zu überbieten, wie der linke Kulturbetrieb solchen ethnisch motivierten Neoantisemitismus billigend in Kauf nimmt. Auf den zweiten Blick weiß, wer linke Ideologien kennt, natürlich um deren Feindschaft gegen Israel. Antizionismus, ein nur mühsam in ein rotes Mäntelchen verpackter Antisemitismus, war in allen kommunistischen Ländern en vogue. Der moderne Linksliberalismus vermag diesen noch einmal neu zu verkleiden und ihn „israelkritsch“ nennen. Man liest fast nur noch israelkritische Berichterstattung in linksliberal ausgerichteten Medien (das sind derzeit die meisten Leitmedien hierzulande). Gerne übersieht man z.B. palästinensische Terrorakte und berichtet schlagzeilenträchtig über israelische Vergeltungsmaßnahmen. Aus ähnlicher Quelle speist sich die jetzt gezeigte Akzeptanz gegen einen unter dem Label „Kunst“ verkauften Neoantisemitismus unserer Tage.

So könnte das Echo des „Echo“ vielleicht ein warnender Donner sein, der uns das „Nie wieder!“ ins Gedächtnis ruft, mit dem wir in Deutschland aufgewachsen sind und das uns als wertvolles Gut erschien, aus dem grausigen Erbe der Vorfahren einen friedlichen, in der Welt geschätzten Staat geschaffen zu haben.

Mit skandalösen Preisverleihungen verspielt man das nicht. Mit dem allerdings, was deren Wurzel ist, nämlich den Verlust von Anstand und Kultur, begibt man sich auf eine Abwärtspiste, auf der wir uns schon länger bewegen und die uns bei gleicher Tendenz erneut auch politisch in den Abgrund führen wird.

Skandalöse Preisverleihungen sind nichts Besonderes mehr. Respekt haben sollte man inzwischen eher vor Leuten, die ablehnen. Nie vergessen sollte man den Schneid eines Marcel Reich-Ranicki, der den Deutschen Fernsehpreis mit exzellenter Begründung ablehnte. Noch lange nicht vergessen ist ebenfalls der Skandal um den Katholischen Medienpreis im Jahr 2013. Damals hatte die Journalistin Lara Fritzsche ihre 5.000 Euro Preisgeld an ein sogenanntes „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ gespendet, welches sich für Abtreibungen einsetzt. Man darf sich fragen, welchen Preis man eigentlich überhaupt noch annehmen könnte, ohne plötzlich mit einer Person in einer Reihe zu stehen, die sich lebensfeindlich, menschenverachtend oder wie im aktuellen Fall antisemitisch zeigt.

Das Echo des diesjährigen „Echo“ ist bei Licht betrachtet eine unglaubwürdige Empörungswelle. Warum ist man im Saal geblieben? Buh-Rufe im Sitzen und Schelte bei Sekt und Häppchen After Show sind zu billig. Gleichfalls ist es billig, Tage später auf der internationalen Empörungswelle zu schwimmen. Wo sind in solch einem Fall die doch immer so moralbesessenen katholischen Jugendverbände? Limonade aus Jugendhäusern zu verbannen scheint einfacher, als vor derartigen Auswüchsen von vermeintlicher Jugendkultur warnen und sich gegen antisemitischen Rap verwahren. Da ist zu viel Schweigen bei gleichzeitig zu viel falschem Lärm.

Der Rauch wird sich setzen und nächstes Jahr wird es einen neuen „Echo“ geben.

War was?

Archivfoto Peter Winnemöller



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Panik in Magdeburg
  2. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  3. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  4. Der Tod der Theologie in Deutschland
  5. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  6. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  7. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  8. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  9. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  10. Hippe Missionare sind brandgefährlich







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  5. Besser keine Laienpredigt
  6. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  7. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  8. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  9. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  10. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  11. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  12. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  13. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  14. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  15. Der Kreuzweg mit Papst Leo

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz