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Der Preis und sein Skandal

16. April 2018 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
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Das Echo des diesjährigen „Echo“ ist bei Licht betrachtet eine unglaubwürdige Empörungswelle - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net/pw)
Es ist nicht neu, dass eine Preisverleihung in einem Skandal endet. Die diesjährige Verleihung des „Echo“ hat ein Echo, das noch nicht verklingen sollte. Völlig offener und unverhohlener Antisemitismus, der in Deutschland am Holocaustgedenktag mit einem Musikpreis geehrt wird, hätte man vor wenigen Jahren nicht einmal denken können. Der weitgehend linksgerichtete Kulturbetrieb macht mit seinen Moralvorstellungen vor der populären Musik nicht halt. Da ist ein Schlagersänger, der Volkslieder singt, natürlich „rechts“ und damit außen vor.

Auf den ersten Blick verwundert es, dass eine Gruppe von Rappern mit einem Preis ausgezeichnet werden kann, deren Texte so übel sind, dass sie dem Grunde nach an dieser Stelle nicht zitierfähig sind. Gut gemachter Rap ist eine sprachliche Meisterleistung. Was hier ausgezeichnet wurde, ist nur tumbe Polemik knapp unterhalb eines Hilfsschulniveaus. Doch die vorgespielte Dummheit hat Methode. Trotzdem geht es nicht an, dass Insassen des wohl schlimmsten Vernichtungslagers der bisherigen Menschheitsgeschichte dafür herhalte müssen.

Diese „Künstler“ gehören nicht mit einem Preis ausgezeichnet. Zwar hat in einem freiheitlichen Land keine Zensur stattzufinden, also ist auch solch ein unsäglicher Text nicht zu zensieren. Vielmehr ist mit Mitteln des Rechtsstaates und mit den Sanktionen, die der Anstand einer bürgerlichen Gesellschaft gebietet, solchem Treiben Einhalt zu gebieten.


Es ist auf den ersten Blick an Ironie nicht zu überbieten, wie der linke Kulturbetrieb solchen ethnisch motivierten Neoantisemitismus billigend in Kauf nimmt. Auf den zweiten Blick weiß, wer linke Ideologien kennt, natürlich um deren Feindschaft gegen Israel. Antizionismus, ein nur mühsam in ein rotes Mäntelchen verpackter Antisemitismus, war in allen kommunistischen Ländern en vogue. Der moderne Linksliberalismus vermag diesen noch einmal neu zu verkleiden und ihn „israelkritsch“ nennen. Man liest fast nur noch israelkritische Berichterstattung in linksliberal ausgerichteten Medien (das sind derzeit die meisten Leitmedien hierzulande). Gerne übersieht man z.B. palästinensische Terrorakte und berichtet schlagzeilenträchtig über israelische Vergeltungsmaßnahmen. Aus ähnlicher Quelle speist sich die jetzt gezeigte Akzeptanz gegen einen unter dem Label „Kunst“ verkauften Neoantisemitismus unserer Tage.

So könnte das Echo des „Echo“ vielleicht ein warnender Donner sein, der uns das „Nie wieder!“ ins Gedächtnis ruft, mit dem wir in Deutschland aufgewachsen sind und das uns als wertvolles Gut erschien, aus dem grausigen Erbe der Vorfahren einen friedlichen, in der Welt geschätzten Staat geschaffen zu haben.

Mit skandalösen Preisverleihungen verspielt man das nicht. Mit dem allerdings, was deren Wurzel ist, nämlich den Verlust von Anstand und Kultur, begibt man sich auf eine Abwärtspiste, auf der wir uns schon länger bewegen und die uns bei gleicher Tendenz erneut auch politisch in den Abgrund führen wird.

Skandalöse Preisverleihungen sind nichts Besonderes mehr. Respekt haben sollte man inzwischen eher vor Leuten, die ablehnen. Nie vergessen sollte man den Schneid eines Marcel Reich-Ranicki, der den Deutschen Fernsehpreis mit exzellenter Begründung ablehnte. Noch lange nicht vergessen ist ebenfalls der Skandal um den Katholischen Medienpreis im Jahr 2013. Damals hatte die Journalistin Lara Fritzsche ihre 5.000 Euro Preisgeld an ein sogenanntes „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ gespendet, welches sich für Abtreibungen einsetzt. Man darf sich fragen, welchen Preis man eigentlich überhaupt noch annehmen könnte, ohne plötzlich mit einer Person in einer Reihe zu stehen, die sich lebensfeindlich, menschenverachtend oder wie im aktuellen Fall antisemitisch zeigt.

Das Echo des diesjährigen „Echo“ ist bei Licht betrachtet eine unglaubwürdige Empörungswelle. Warum ist man im Saal geblieben? Buh-Rufe im Sitzen und Schelte bei Sekt und Häppchen After Show sind zu billig. Gleichfalls ist es billig, Tage später auf der internationalen Empörungswelle zu schwimmen. Wo sind in solch einem Fall die doch immer so moralbesessenen katholischen Jugendverbände? Limonade aus Jugendhäusern zu verbannen scheint einfacher, als vor derartigen Auswüchsen von vermeintlicher Jugendkultur warnen und sich gegen antisemitischen Rap verwahren. Da ist zu viel Schweigen bei gleichzeitig zu viel falschem Lärm.

Der Rauch wird sich setzen und nächstes Jahr wird es einen neuen „Echo“ geben.

War was?

Archivfoto Peter Winnemöller



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Lesermeinungen

 Adamo 17. April 2018 
 

Die deutsche Musikbranche kocht,

so lautet eine Presseschlagzeile heute.
Etliche Prominente geben Ihre bereits verliehene Echo-Auszeichnung unter Protest wieder zurück. Die Proteste haben ihre Wirkung nicht verfehlt und das ist gut so.


2
 
  16. April 2018 
 

Eine Schande für Deutschland

Diese Preisverleihung war eine Schande für Deutschland. Hätte ich in der Vergangenheit, oder an diesem Abend einen Preis bekommen, ich hätte ihn zurückgegeben.


4
 
 girsberg74 16. April 2018 
 

Tönerne Schellen!

Ich habe diesen Kommentar zum Anlass genommen, mal bei dem zitierten Marcel Reich-Ranicki in 2008 nachzusehen; war gut genutzte Zeit.

Frage: Wer verantwortet diesen Preis?

Ist sicherlich einer, der mit 1500 netto (in Worten: eintausenfünfhundert) monatlich nach Hause geht; von dem man mehr nicht erwarten darf, weil er vielleicht noch mit Zusatzeinküften seine Familie ernähren muss.


6
 
 supernussbi 16. April 2018 

Sensationeller Artikel!

Seit Jahren schauen wir zu, wie - richtig gesagt - Anstand und Kultur weiter verkommen sowie Irrationalität und Perversion noch das Letzte Kostbare Erbe von Gottes sensationeller Schöpfung und Liebe zur Unkenntlichkeit und Unbedeutsamkeit degradiert bzw. vernichtet wird. Der Gegenspieler Gottes triumphiert - auch in kirchlichen Gemäuern - WEHE, wer schweigt! Wo ist bei diesem ALLES IST MÖGLICH.... Ehe für alle, Gleichberechtigung im Sumpf von Egoismus und Perversion noch die WAHRE MENSCHLICHKEIT und GEGENSEITIGE ACHTUNG?


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