Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  2. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  6. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  7. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  8. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  9. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  10. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  11. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  12. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  13. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  14. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  15. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr

23. Oktober 2017 in Kommentar, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein Kommentar von Peter Winnemöller / The Germanz über die peinliche Zulehner-Unterschriftenaktion "Pro Pope Francis" und warum Papsttreue der katholische Normalfall ist.


Vatikan (kath.net/(kath.net/The Germanz/pw) Was vor wenigen Jahren unmöglich war, ist Wirklichkeit geworden: Theologieprofessoren aus dem deutschsprachigen Raum und anderen Ländern veröffentlichen eine Solidaritätsadresse an den Papst. Die Initiative nennt sich „Pro Pope Francis“. Sie wurde von Prof. Paul Zulehner aus Wien mit ins Leben gerufen. Der Brief soll eine Retourkutsche für die Correctio sein, die verschiedene Priester und Laien dem Papst für Unschärfen in Amoris Laetitia haben zukommen lassen. Die Verfasser von „Pro Pope Francis“ bedanken sich beim Papst für seine „mutige und theologisch wohl begründete Amtsführung“. Das letzte Wort im Umgang mit Menschen solle laut den Verfassern „nicht ein legalistisch, sondern ein barmherzig interpretiertes Gesetz haben“.

Mit jedem der wenigen Sätze, die das Schreiben hat, wächst das Erstaunen. Papsttreue war im Falle von Theologieprofessoren zu Zeiten der beiden letzten Päpste doch eher die Ausnahme. Angefangen von der Kölner Erklärung (1989) bis zum Memorandum 2011 zieht sich eine Reihe aufsässiger, dezidiert gegen die Lehre der Kirche gerichteter Erklärungen. Theologieprofessoren aus Deutschland übten regelmäßig den Aufstand. Durch die staatliche Universität sind sie als unkündbare Beamte in der komfortablen Situation, sich jederzeit mit dem Lehramt der Kirche anlegen zu können. Wer die Lehrerlaubnis verliert, geht keinerlei Risiko ein, denn der Staat garantiert die üppigen Einkünfte. Solcherart Gratismut machte der Kirche viele Jahre zu schaffen und trieb den einen oder anderen Bischof zur stillen Verzweiflung. Diese Professoren sollten gerade ihre Priester ausbilden.


Der jetzige Sinneswandel der Theologen kommt nicht überraschend. Schon seit 1989 gehen die Professoren im Gleichschritt mit den Leitmedien des Landes. Der Führungsstil, den Papst Franziskus zeigt, wird allgemein als revolutionär empfunden. Gerade die (Über-)Betonung der Barmherzigkeit lässt den Papst in der Presse als Reformer erscheinen. Inhaltlich ist seine Predigt keine andere, als die früherer Päpste. Bislang hat Papst Franziskus weder in Glaubens- noch in Sittenfragen anderes verkündet, als seine Vorgänger. Was an seinen Predigten nicht gefällt, wird ausgeblendet. Die Medien verschwiegen es.

Anhänger wie Gegner dieses Papstes betreiben ein „Occupy the Pope“, das es so noch nie zuvor gegeben hat. Der reale Papst Franziskus ist ein Mann der Medien, der in die Zeit passt. Er ist ein Populist, der die Sprache des Volkes spricht. Er ist eigenwillig und stur, lässt sich nicht reinreden und steht doch unter vielerlei Einflüssen. Dieser Papst ist ein Mann der Widersprüche. Doch vor allem ist er eines: Der Papst.

Papsttreue ist der katholische Normalfall. Ob man nun die Person des Amtsinhabers liebt oder nicht, das spielt keine Rolle. Der Papst ist Zeichen der Einheit und Träger der höchsten Lehrautorität, sowie höchste Rechtsinstanz der Kirche. Alles dies vereinigt sich im jeweiligen Nachfolger des Heiligen Petrus. Diesem schuldet jeder Katholik Gehorsam in Fragen des Glaubens und der Sitten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

An dieser Stelle wird es wunderlich, denn ausgerechnet die, die in der Vergangenheit so heftig gegen die Petrusnachfolger gewettert haben, machen nun den Kotau vor Papst Franziskus. Jene, die sich selber als Elite der Theologen ansehen, loben ausgerechnet jenen Papst für „seine theologisch wohlbegründete Amtsführung“, der sich selber als nur wenig theologisch empfindet. Die devote Haltung, die „Pro Pope Francis“ an den Tag legt, ist schlicht und ergreifend peinlich. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Das Papstlob derer, die Jahrzehnte Papstschelte betrieben haben, ist vergiftet. Man sollte davon nicht kosten. Im Vergleich zu dem Theologenbrief kommt die unsägliche und unverschämte Correctio fast noch wie ein Freundschaftsdienst daher.

Archivfotos: Papst Franziskus mit Reliquien des hl. Petrus (2013)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst Franziskus möchte an Ostermesse teilnehmen
  2. Genesung in kleinen Schritten: Papst geht es etwas besser
  3. Vatikan kündigt nach fünf Wochen ersten Auftritt des Papstes an
  4. Papst will Aschermittwochs-Bußprozession selbst leiten
  5. Vom Argentinier zum Römer: Franziskus über seinen Start als Papst
  6. Fußballbegeisterter Papst mit zwei linken Füßen
  7. Papst will keine Ordensfrauen mit "Essiggesicht"
  8. Papst besucht an Allerseelen Gräber ungeborener Kinder
  9. Dilexit nos
  10. Belgien: Nach Papstaussagen zu Abtreibung und Frauen wollen sich nun 520 Personen ‚enttaufen’ lassen






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  3. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  4. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  5. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  6. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  7. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  8. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  9. Vertrauenskrise in der Kirche
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  12. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  13. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  14. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  15. 'Gut' gebrüllt, Löwe?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz