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Vorwurf: Bodo Ramelow verunglimpft Lebensschützer

2. April 2016 in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Ministerpräsident gerät mit Aussagen in der Sendung „Maybrit Illner“ in die Kritik


Berlin (kath.net/idea) Auf scharfe Kritik von Lebensrechtlern stoßen Aussagen des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke) in der ZDF-Fernsehsendung „Maybrit Illner“. Dort ging es am 31. März um das Thema „Terrorismus: Was tun gegen islamistische Gewalt?“. Ramelow hatte auf die Frage, ob es in seinen Augen friedliche und weniger friedlichere Religionen gibt, geantwortet, dass der israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin 1995 von einem ultra-orthodoxen fanatisierten Juden umgebracht worden ist. In den USA gebe es „selbst ernannte Evangelikale, die der Meinung sind, sie könnten Abtreibungsgegner oder Abtreibungskliniken überfallen und Menschen umbringen, erschießen, die sich für Abtreibung einsetzen“. Ramelow erinnerte ferner an den jahrzehntelangen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland. Deswegen sage er: „Der Fanatismus ist das Problem.“


Martin Lohmann: Ramelow relativiert mit falschen Vergleichen

Der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (Berlin), Martin Lohmann (Bonn), nannte es gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea perfide, „wenn ausgerechnet ein Linker – dessen linksextreme Partei doch offenbar in der unmittelbaren Nachfolge von demokratie- und menschenrechtshassenden Diktatoren steht – versucht, den für jedermann erkennbaren massenhaften und systematischen Missbrauch einer Religion mit einzelnen Tätern zu vergleichen, die einer anderen Religion angehören“. Wer töte, handele niemals im Namen Gottes: „Hier mit falschen Vergleichen relativieren zu wollen, erscheint mir höchst unredlich und extrem falsch zu sein.“ In diesem Zusammenhang Lebensschützer pauschal zu verunglimpfen, grenze an mentale Verblendung oder sei Ausdruck einer hasserfüllten Angst vor dem Lebensrecht eines jeden Menschen. Niemand könne ein Lebensschützer sein, der andere töte. Lohmann: „Aber niemand ist auch ein echter Demokrat, wenn er den Artikel eins des Grundgesetzes schwungvoll zitiert und zugleich leugnet, dass das Lebensrecht grundsätzlich nicht filetiert werden kann.“

Lebensrechtsvereinigung: Aussagen von Ramelow sind unfair

Der Geschäftsführer der Lebensrechtsvereinigung KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren/Berlin), Gerhard Steier (Berlin), bezeichnete die Aussagen Ramelows als unfair. Ihn störe, dass verschiedene Themen „ineinandergerührt“ würden. Die deutsche und weltweite Lebensrechtsbewegung bemühe sich Tag für Tag, Familien und Schwangeren friedlich und mit viel Engagement zu helfen: „Wir werden jetzt alle diskreditiert, als seien unter uns gefährliche Schläfer, die jederzeit losschlagen könnten!“ Es habe einige wenige Vorfälle in den USA gegeben, deren Einzelumstände man aber genau untersuchen müsste: „Sie gegen uns in Stellung zu bringen, ist unfair. Diese Menschen handeln ganz sicher nicht in unserem Namen. Jeder, der sich ernsthaft für den Schutz ungeborener Kinder einsetzt, wendet auch gegen niemand anderen Gewalt an.“ Er frage sich, was Ramelow mit einer solchen Aussage bezwecke: „Will er den Glauben für alles verantwortlich machen? Das müsste differenzierter betrachtet werden.“


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Lesermeinungen

 Leonore 8. April 2016 
 

... und nun wieder "Irland"

Wie oft hört man diesen völlig an den Haaren herbeigezogenen Vergleich! Er wird durch Wiederholung nicht richtiger.

In Irland haben die Katholiken nicht gegen die Anglikaner gekämpft, weil sie die für Häretiker halten würden. Auch umgekehrt ist das nicht der Grund für den Bürgerkrieg. Man erkennt den "Feind" u.a. daran, in welche Kirche er geht, aber dessen Konfession spielt ansonsten keine Rolle im Konflikt.

Die Engländer haben vor vielen Jahrhunderten Irland erobert - lange bevor es überhaupt Heinrich VIII. und seinen Abfall von der katholischen Kirche gab! Und seitdem kämpfen die Iren gegen die Besatzer. Daß sich die Grausamkeiten aufgeschaukelt haben, ist unbestreitbar. Der Haß wurde dadurch angestachelt, daß die ursprüngliche Bevölkerung lange kein Land besitzen durfte, sondern als bitterarme Tagelöhner auf den Höfen der Besatzer arbeiten mußte. Das hat NICHTS mit der gegenseitigen Verfolgung von Schiiten/Sunniten/Alawiden, erst recht nichts mit der Christenverfolgung zu tun.


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