Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  2. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  3. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  4. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  5. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  6. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  7. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  8. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  9. Generalvikar: Corona-Trennung in „Geimpfte“ und „Nicht-Geimpfte“ darf keinen Einzug in Kirche halten
  10. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten
  11. Papst als „Häretiker“ beschimpft – Der Vorfall von Athen als ökumenisches Lehrstück?
  12. 'Gott steht auf unserer Seite! Man könne nicht Dauer gegen das Volk regieren!'
  13. Bei Flüchtlingen auf Lesbos
  14. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  15. Angriff auf das Kreuz! - Schwerer Vandalismus in der Regensburger Pfarrkirche Heiliger Geist

Polizeischutz für Lebensschutzdiskussion im 'Kölner Domforum'

5. Juni 2015 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


CDU-Politiker Bosbach und der emeritierte Kardinal Meisner bei Podiumsdiskussion – Bosbach wundert sich, dass die hohen Abtreibungszahlen „nicht zu lebhaften politischen Debatten“ führten - Meisner für Teilnahme von Bischöfen am Marsch für das Leben


Köln (kath.net/pl) Nur etwa ein Dutzend Demonstranten hatten sich gegen die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion im „Kölner Domforum“ versammelt. Doch wegen dieser Demonstranten war Polizeischutz nötig, wie das „Domradio“ in einem Hinweis der Redaktion feststellte. Die Diskussion wurde vom Katholischen Bildungswerk Köln, den Christdemokraten für das Leben (CDL) Köln und der ALfA Köln veranstaltet. Die Diskussion wurde vom „Domradio“ übertragen.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, erläuterte in seinem Eingangsstatement: „Wir erleben es in diesen Tagen wieder, dass wir zum Thema Lebensschutz leidenschaftliche Debatten im Deutschen Bundestag führen. In den nächsten Wochen allerdings nicht im Hinblick auf das nicht oder noch nicht geborene Leben, sondern im Hinblick auf das Lebensende. Ob eine Gesellschaft, die sich gerne ‚human‘ nennt, tatsächlich eine humane Gesellschaft ist, entscheidet sich in erster Linie daran, wie wir mit denen umgehen, die in besonderer Weise des Schutzes bedürfen. Das ungeborene Leben kann sich nicht als Lobbyverband organisieren und die eigenen Interessen gegenüber der Politik vertreten. Die Menschen, die auf Palliativmedizin angewiesen sind oder auf die Betreuung ambulanter oder stationärer Hospizarbeit, die können nicht ihre Interessen so mächtig bündeln wie der Gewerkschaftsbund, wie der Sport, wie die Industrie und andere Interessensverbände und deshalb muss sich die Politik in besonderer Weise ihnen verpflichtet fühlen.“ In der Abtreibungsfrage, so erläuterte Bosbach, seien seiner Einschätzung nach derzeit keine neuen Initiativen zu erwarten. Man sollte aber durchaus den Gedanken mit nach Berlin nehmen, diesen Gedanken einen höheren Stellenwert einzuräumen.


„Ich wundere mich Jahr für Jahr“, dass die Zahlen von etwa „100.000 registrierten Abtreibungen pro Jahr plus doch einem vermutlich relativ hohem Dunkelfeld“ „nicht zu lebhaften politischen Debatten zur Beantwortung der Frage: ‚Was können wir in Staat und Gesellschaft leisten, um das Ja zum noch nicht geborenen Leben zu erleichtern. Ich bedauere es sehr, dass dieses Thema – ganz anders als vor 40 Jahren – aus dem Mittelpunkt des Interesses verschwunden ist.“

Bosbach wies ausdrücklich darauf hin, dass „die erste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes die Fristenregelung aufgehoben“ hatte, in der zweiten Entscheidung sei es dann aber zur aktuellen „Fristenregelung mit Beratungszwang“ gekommen. Das Bundesverfassungsgericht habe dabei „dem Gesetzgeber in dieser Entscheidung eine Beobachtungs- und Nachbesserungspflicht auferlegt für den Fall, dass sich die Erwartungen des Gesetzgebers an die Neuregelung nicht erfüllen“. Diese Erwartung „war, dass sich durch die Beratung zum Leben die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche deutlich zurückgeht.“ Es sei zwar richtig, „dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche zurückgegangen ist, aber im gleichen Umfang wie auch die Geburten“, so dass sich seit dieser Entscheidung Mitte der 90er Jahre „nicht viel geändert“ habe. Trotzdem „gibt es einen breiten gesellschaftlichen Konsenz über Parteien und Fraktionen hinweg, dieses Thema nicht mehr anzufassen.“

Auf die Frage von Kardinal Meisner, was Bosbach von der Diskussion um ein sogenanntes „Menschenrecht“ auf Abtreibung halte, wies Bosbach darauf hin, dass „unsere Verfassung nicht danach, ob das Leben schon geboren ist oder nicht“, es gebe nur den abgestuften strafrechtlichen Schutz. „Dass die Würde des Lebens mit der Geburt, ist in unserer Verfassung nicht niedergeschrieben.“

Der emeritierte Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, der täglich zur eucharistischen Anbetung im Maternushaus geht, sagte, dass er dabei immer auch für das ungeborene Leben bete. Meisner, der ja in seiner gesamten Amtszeit deutlich Position gegen die Abtreibung bezogen hatte, sagte: „Ich habe nie darunter gelitten, wenn ich für die Wahrheit Schläge bekommen habe.“ Dass „der Widerspruch und die Anfeindung“ nicht immer „sehr amüsant“ seien, gebe er zu, „aber das habe ich hingenommen, das hat mich auch nicht am Einsatz für das Leben gehindert“. Meisner erläuterte: „Mir war immer klar und ich habe das oft genug gesagt: Die ganze Abtreibungspraxis ist wie eine Wanderdüne und endet mal in dem Problem der Euthanasie. Und es ist tatsächlich so eingetroffen.“ Meisner sprach sich für die Erweiterung der Palliativ- und Hospizmöglichkeiten aus.

Kardinal Meisner kündigte an, er werde sich für die Teilnahme von deutschen Bischöfen am „Marsch für das Leben“ einsetzen. „Der deutsche Episkopat müsste wirklich mitvertreten sein bei dieser wichtigen Aktion in der Hauptstadt unseres Landes, wo es um das Leben unserer ungeborenen Kinder geht“, so Meisner wörtlich, „ich sage das weiter!“. Ein Fragesteller hatte zuvor darauf hingewiesen, dass etwa in Frankreich Bischöfe durch ihre Teilnahme den französischen Marsch für das Leben direkt unterstützten.

Elke Mannel, Sonderpädagogin und langjährige ehrenamtliche Beraterin bei ALfA, Köln, äußerte: „Dass man bis zum neunten Monat ein Kind mit Behinderung abtreiben darf, empfinde ich als Katastrophe!“

Das Domforum ist Begegnungs- und Veranstaltungszentrum der Katholischen Kirche Köln.

Über diese Veranstaltung wurde von den Medien nur vereinzelt berichtet.

Die hörenswerte Diskussion in voller Länge als Podcast des „Domradios“.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 benefranz 7. Juni 2015 
 

.."wer schützt sie vor dem Staat"..

@bellis,
Sie bringen es auf den traurigen Punkt!

Schade auch, daß Sie mit Ihrer Prognose, was die Anzahl der Kommentare betrifft, bisher Recht behielten.

Hoffnung zum großen Umdenken bleibt jedoch, auch weil es engagierte Menschen wie Herrn Bosbach gibt.
Dank an jeden, der klar "Flagge zeigt" und mithilft, die Würde auch des kleinsten Lebens zu achten.


2

0
 
 Martin Lohmann 5. Juni 2015 
 

Dank die Zweite

..... wohl einige Kirchen mehr als die im Bistum Köln, wenn die Glockenschlagaktion nicht mehrere Tage dauern soll. Wie wäre es, daraus bundesweit eine ökumenische Aktion zu machen und so einen Weckruf für eine nachhaltige Willkommenskultur zu machen? Wer, wenn nicht die Christen, sind dazu besser berufen?! Und Papst Franziskus, der neulich einen Zusammenhang zwischen Flüchtlingstoden und Abtreibungen herstellte, wäre sicher begeistert.


4

0
 
 Martin Lohmann 5. Juni 2015 
 

Danke an Kardinal Meisner!

Ich bin dem Kölner Kardinal und emeritierten Erzbischof sehr dankbar, dass er sich so eindeutig dafür ausspricht, dass die Bischöfe beim Marsch für das Leben in Berlin mitgehen soll(t)en. Ich war bei der hier beschriebenen guten Veranstaltung dabei und freue mich auch, dass kath.net so ausführlich darüber berichtet. Und allen, die es vielleicht vergessen haben, rufe ich noch einmal den diesjährigen Termin unseres Marsches für das Leben in Erinnerung: Samstag, 19. September 2015! Herzlich willkommen. WIR werben dann wieder für eine gute Willkommenskultur für das Leben und vor allem die noch nicht geborenen Menschen. Ich hoffe, dass auch der jetzige Kölner Erzbischof kommen kann. Und ich freue mich, dass er für die 23.000 ertrunkenen Flüchtlinge demnächst 23.000 Glockenschläge in seinem Bistum hörbar werden lässt. Hoffentlich folgt dann bald eine solche Wachruf-Aktion für die Ungeborenen, die seit Jahrzehnten allein in Deutschland getötet wurden: rund 6 Millionen. Dafür braucht man dann


4

0
 
 SpatzInDerHand 5. Juni 2015 

@Bellis: in diesem Thema sind wir uns einfach zu einig, um

auf eine ernsthafte Diskussion zu kommen. Ich stimme den Kernaussagen dieses Artikels zu!


3

0
 
 bellis 5. Juni 2015 

Ich fürchte, es wird hier nicht mehr als 5-7 Kommentare geben

Kann es sein, dass wir alle schon Wohlstandsmaterialisten sind? Wie oft ist zu hören: sie sollte doch erst die Schule beenden, der Vater ist doch auch so jung und kann nicht zahlen, der Vater will das Kind nicht, er wird sie dann verlassen, sie hat doch schon 2 Kinder und der Verdienst ist doch nicht "dicke", sie muss doch voll arbeiten, die Rente wird ohnehin gering sein etc. etc. Fast gar nicht ist zu hören "das schaffen wir schon, wir helfen alle (dauerhaft!) mit". "Mein Körper gehört mir und ich entscheide allein", erstens sind es ja zwei Körper und nur der eine gehört zur Frau und zweitens hat sie ja entschieden, nämlich für den Beischlaf. Wenn ich entscheide aus dem 10. Stockwerk zu springen, kann ich nicht anders entscheiden wollen, wenn ich am ersten Stockwerk vorbeikomme. Wer warnt und klärt die jungen Menschen auf, wer schützt sie vor dem Staat und seiner Frühsexualisierung??? Das einzige Bollwerk war die kathol. Kirche, ist sie es noch? - ich höre nichts.


6

0
 
 benefranz 5. Juni 2015 
 

Auch wenn es nur wenige Demonstranten waren -

es will mir nicht den Kopf, wieso man
FÜR die Tötung des schutzbedürtigsten
Lebens sein kann.

Laßt uns eine Lobby der Gebete für das
ungeborene Leben sein. Und - hoffen wir,
daß zumindest die Parteien, die sich christlich nennen, das 5. Gebot im
politischen Alltag ernst nehmen.


13

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Lebensschutz

  1. New York: Freispruch für Gehsteigberater vor Abtreibungsklinik
  2. Lebensschutz in den USA: Demokratischer Abgeordneter wechselt zu den Republikanern
  3. Lebensschützerin zur Vizegouverneurin von Virginia gewählt
  4. Papst Franziskus: Kein Leben ist wertlos
  5. USA: Ex-Vizepräsident Pence gründet konservative Organisation - Lebensschutz ein Schwerpunkt
  6. USA: Lebensschützer auf Liste potentieller gewalttätiger Extremisten des Innenministeriums
  7. „Todesurteil“: Diagnose Trisomie 13
  8. Umstrittene Berufung an die Päpstliche Akademie für das Leben
  9. 48 Demokraten gegen medizinische Betreuung lebend Geborener nach Abtreibung
  10. LifeSite gründet Crowdfunding-Plattform ‚LifeFunder’







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  2. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  3. Erzbischof Gänswein: Benedikt XVI. ist 'aus Überzeugung' geimpft
  4. Erzbistum Freiburg: 2G/3G-Gottesdienste nicht möglich wegen „Recht auf freie Religionsausübung“
  5. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  6. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  7. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  8. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  9. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  10. Vorfall in Athen: Orthodoxer Priester beschimpft Papst als "Häretiker"
  11. Die 'Tagesschau' bejammert, dass zu wenige Ärzte ungeborene Kinder töten möchten
  12. Ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie wäre: Aufrufe zur Umkehr, Gebet und Buße!
  13. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  14. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  15. Kardinal Müller: Bischöfe und Priester dürfen keine Höflinge der Herrschenden sein

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz