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Freiburger Erzbischof Burger warnt vor Sterbehilfe

5. April 2015 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Erzbischof Burger in Osternachtspredigt: Schwerkranke und Sterbende dürften nicht dem Zwang ausgesetzt werden, ihr Dasein rechtfertigen zu müssen. Vielmehr gelte: „Die Botschaft von Ostern ist die Botschaft vom Leben.“


Freiburg (kath.net/pef) Vor einer einseitigen Betrachtung des Lebens, die die dunklen Seiten ausklammert, hat der Freiburger Erzbischof Stephan Burger (Foto) gewarnt. Schwerkranke und Sterbende dürften nicht dem Zwang ausgesetzt werden, ihr Dasein rechtfertigen zu müssen, sagte der Erzbischof von Freiburg in einer Osterpredigt im Freiburger Münster. Die Botschaft von Ostern sei eine andere: "Die Botschaft von Ostern ist die Botschaft vom Leben."

"Beihilfe zum geräuschlosen Abschied aus der Mitte der Lebenden"

Suizid und Beihilfe zur Selbsttötung können nach Überzeugung von Erzbischof Burger keine Lösung zum Überwinden des Leids sein: "Der Tod würde so in ein künstlich herbeigeführtes Ereignis verwandelt, das kranken Menschen, die keine Aussicht auf Heilung mehr haben, einen geräuschlosen Abschied aus der Mitte der Lebenden ermöglichen soll. Dahinter steht ein Menschenbild, das einseitig an den Idealen von Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Leistungsfähigkeit und Gesundheit orientiert ist. "


Burger: Osterbotschaft kann Höhen und Tiefen des Lebens begleiten

Die Osterbotschaft könne "in allen Höhen und Tiefen unseres Lebens begleiten, in Zeiten der Trauer wie in Stunden der Freude". Das wünscht Erzbischof Burger zum Osterfest 2015 "insbesondere für all jene, die derzeit ein hartes und grausames Schicksal bedrückt". Der Erzbischof von Freiburg verwies in seiner Predigt auf die vielen Frauen und Männer, die in Syrien, im Jemen, in Afrika oder Südamerika den Tod von Familienangehörigen betrauern, sowie auf den schrecklichen Flugzeugabsturz in Südfrankreich: "Wie viele sind auf der Suche nach dem Ehemann, der Ehefrau, nach den eigenen Kindern oder Angehörigen? Wie viele suchen nach all denjenigen, die unfreiwillig ihr Leben lassen müssen? Sie wollen sie würdevoll bestatten, ihnen einen letzten Dienst erweisen." Diese Bilder des Schmerzes, des Todes und der Verzweiflung machen nach den Worten des Erzbischofs "stumm vor Mitleid und Ratlosigkeit".

"Tod und Dunkel ernst nehmen - im Vertrauen auf Gott"

So ist es nach den Worten von Erzbischof Stephan Burger von tiefer Symbolik, dass dieses Fest in der Osternacht beginne: "Wir kommen in der Dunkelheit zusammen, weil wir den Tod und das Dunkel ernstnehmen und nicht einfach beiseiteschieben. Wir wissen um die Mächte des Todes und des Unheils. Aber wir lassen uns nicht davon lähmen und schon gar nicht gefangen nehmen. Wir vertrauen darauf, dass Gott und seine Kraft zum Leben das Leid und den Tod überwindet. Diese Zuversicht, diese Hoffnung reden wir uns nicht ein. Er selbst, der Auferstandene schenkt sie uns." Christus habe "die Höhen und Tiefen des Menschenlebens am eigenen Leib erfahren, bis hin zum Tod am Kreuz. Seither haben unzählige Menschen ihre eigene Not in der Not Jesu wiedergefunden und sich von Gott in seiner Liebe angenommen erfahren."

"Kreuze und Feiertage: Hinweise auf andere Dimension des Leben"

Zeichen, die an diese Liebe erinnern, seien Kreuzwege in den Kirchen, die Kreuze in Häusern und Wohnungen und die Wegkreuze in der Landschaft: "Sie erinnern uns, uns auf den tragenden Grund unseres Lebens zu besinnen. Als Zeichen dafür stehen auch unsere Sonn- und Feiertage, die uns darauf aufmerksam machen wollen, dass es neben Kommerz und Vergnügen noch eine andere Dimension des menschlichen Lebens gibt." Im Zentrum des christlichen Glaubens stehe "die Hoffnung auf das neue Leben" - auch wenn manchmal au scheinbar nur Sackgassen zu erkennen seien: "Ja, Gott steht zum Menschen. Gott verbürgt eine Liebe, die nicht tot zu kriegen ist, die durch den Tod hindurchgeht und somit Leben erhält, ja Leben in einer neuen Dimension schenkt. Eine Liebe, die neue Schöpfung, neues Leben ermöglicht", sagte Erzbischof Burger in seiner Predigt in der Osternacht 2015 im Freiburger Münster.

Foto Erzbischof Burger (c) Erzbistum Freiburg


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