Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  12. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm

Rezeptpflicht für 'Pille danach' aufgehoben

7. März 2015 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kritik kommt von Ärzteverbänden und den „Christdemokraten für das Leben“


Berlin/Glashütten (kath.net/idea) Der Bundesrat hat am 6. März die Rezeptpflicht für die „Pille danach“ aufgehoben. Die Zustimmung der Länder erfolgte ohne Aussprache. Das Präparat ist ab dem 15. März in allen Apotheken erhältlich. Ausgenommen ist der Versandhandel. Kritik kommt von den „Christdemokraten für das Leben“ (CDL/Nordwald bei Münster) und von Medizinern. Konkret geht es um das Präparat EllaOne mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA) sowie um weitere Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG). Die „Pille danach“ soll eine ungewollte Schwangerschaft in den ersten fünf Tagen nach ungeschütztem Sex vermeiden. Die Bundesvorsitzende der CDL, Mechthild Löhr (Glashütten/Taunus), bezeichnete die Wirkstoffe als eine sehr hohe hormonelle Belastung und daher gefährlich für die Gesundheit. Es könne im Einzelfall – vor allem, wenn das Hormonpräparat wiederholt eingenommen werde – zu erheblichen Nebenwirkungen kommen.


Zudem sei in nicht seltenen Fällen bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr bereits ein Embryo entstanden. Dann könnten die Präparate laut internationalen Studien auch frühabtreibend wirken. Es habe beim Wirkstoff UPA bis heute niemand zweifelsfrei belegen können, dass keine derartige Wirkung bestehe. Für UPA könne dies sogar als gesichert gelten.

Durch die Freigabe werde die „Pille danach“ zu einem jederzeit frei verfügbaren „Lifestyle-Produkt“. Es sei zu befürchten, dass Frauen in Apotheken nicht ausreichend beraten werden. Löhr: „Hier geht es doch auch um Umsätze.“ Dass die freigegebenen Präparate in der Bundesratsverordnung als „Notfallkontrazeptiva“ beschrieben werden, kritisierte Löhr scharf: „Seit wann ist ungeschützter Verkehr ein ,Notfall‘? Staatlicherseits merken wir gar nicht mehr, welche Anmaßungen hinter solchen Formulierungen stecken.“ Der deutschen Politik warf sie vor, den nationalen Handlungsspielraum nicht ausreichend ausgeschöpft zu haben. Die EU-Kommission habe zwar für die gesamte Europäische Union die Rezeptfreiheit verlangt: „Reproduktive Gesundheit fällt aber in die Hoheit der Länder. Andere Staaten haben signalisiert, dass sie die Richtlinie nicht umsetzen wollen.“

Großer Markt für die Pharmaindustrie

Vor der Bundesratsentscheidung hatten viele Mediziner Kritik an der Freigabe geübt. Der Kongresspräsident der Frauenheilkundetagung „Foko 2015“, Werner Harlfinger (Mainz), äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa die Sorge, dass die Zahl der ungewollten Schwangerschaften und der Abtreibungen steigen wird. Zudem seien die Präparate nicht für schwergewichtige Frauen geeignet. Ab 75 Kilogramm lasse die Wirkung von LNG nach, bei über 90 Kilogramm auch bei UPA. Die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Prof. Birgit Seelbach-Göbel (Regensburg), glaubt, dass viele Frauen die „Pille danach“ einnehmen werden, die sie gar nicht brauchten, weil sie zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs gar nicht schwanger werden könnten. Gegenüber dpa sagte sie: „Es sieht nach Freiheit aus. Aber tatsächlich ist es vor allem ein großer Markt. Und die Pharmaindustrie profitiert.“ Die DGGG hatte sich gemeinsam mit dem Berufsverband der Frauenärzte sowie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin in einer Erklärung gegen die Freigabe gewandt. Begründung: „Die Rezeptpflicht und die frauenärztliche Beratung haben dazu beigetragen, dass Deutschland in Europa und weltweit mit seiner niedrigen Rate an Schwangerschaftsabbrüchen einen Spitzenplatz einnimmt.“ Eine medizinisch kompetente und vertrauliche Beratung in der Apotheke sei „problematisch und in den meisten Fällen unmöglich“.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  2. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  3. Argentinien tritt Lebensschutz-Koalition bei
  4. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  5. US-Senat bestätigt Todd Blanche als Justizminister – Pläne gegen Versandhandel mit Abtreibungspillen
  6. US-Bischöfe rufen Amerikaner zu Gebet und Aktionen gegen Abtreibungspillen auf
  7. Zürcher ‚Marsch fürs Läbe‘ erneut nach Oerlikon verlegt
  8. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  9. ‚Marsch fürs Läbe‘: Organisatoren beharren auf Kundgebung in der Zürcher Innenstadt
  10. Knappe Mehrheit der US-Amerikaner für Abtreibung nur in wenigen Ausnahmen







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. „Bin ich Konvertitin oder von Kindesbeinen an katholisch?“
  4. Auf Christus schauen!
  5. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  6. Tschechien: Kirchenkommission warnt vor prorussischer Desinformation
  7. Die Geburt des neuen Antisemitismus aus dem verurteilten alten Antisemitismus
  8. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  9. Papst Leo XIV. berät mit seinen Behördenleitern
  10. Primat in Synodalität – Synodalität in Communio
  11. Altabt bei Jugendfestival: Jesus als Vorbild für gelebte Liebe nehmen
  12. Leo XIV.: „Ihre Anwesenheit ist ein leuchtendes Zeugnis für die ungeschuldete Zuwendung Gottes“
  13. Neue Kirche "Heilig Kreuz" in Selfoss eingeweiht: Meilenstein für die katholische Kirche Islands
  14. Papst würdigt „berühmten Hymnus ‚Lead, Kindly Light‘ (Führ, liebes Licht)“ des hl. John Henry Newman
  15. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz