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Theologieprofessor: Geänderter Aufsatz von Benedikt XVI. hat Folgen

24. November 2014 in Aktuelles, 28 Lesermeinungen
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Freiburger Prof. Helmut Hoping: Faktisch stärkt die überarbeitete Version des Aufsatzes die Position jener Kardinäle, «die den Vorschlag von Kardinal Kasper zurückgewiesen haben, darunter Gerhard Ludwig Müller, Marc Ouellet und George Pell».


Bonn/Freiburg (kath.net/KNA) In der Debatte über einen neu veröffentlichten und überarbeiteten Aufsatz von Benedikt XVI. hat sich der Freiburger Liturgiewissenschaftler Helmut Hoping zu Wort gemeldet. Der Text werde «nicht ohne Einfluss» auf die kommende Weltbischofssynode zu Ehe und Familie bleiben, sagte Hoping am Montag auf einer Website der Deutschen Bischofskonferenz. Zugleich wies der Theologieprofessor Kritik an der Überarbeitung zurück. «Wer sagt, der emeritierte Papst habe aus dem gleichen historischen Befund und seiner Beurteilung nun andere Schlüsse gezogen, verdreht die Sache.»

Hoping ist Mitglied des Kuratoriums des Institut Papst Benedikt XVI. Regensburg. Eine Aufgabe des Instituts ist die Herausgabe der gesammelten Schriften Joseph Ratzingers bis zu dessen Papstwahl 2005.


Unlängst wurde ein Aufsatz von 1972 neu veröffentlicht, in dem Ratzinger einerseits das unbedingte Festhalten an der Unauflöslichkeit der Ehe betonte, sich aber zugleich in engen Grenzen für mögliche individuelle Lösungen aussprach, so dass in Einzelfällen auch Wiederverheiratete vom jeweiligen Ortspfarrer wieder zu den Sakramenten zugelassen werden könnten, kath.net hat berichtet.

In der stark überarbeiteten Fassung spricht Benedikt XVI. nun nicht mehr von einem möglichen Sakramentenempfang für Wiederverheiratete, sondern empfiehlt stattdessen, häufiger Ehenichtigkeitsverfahren zu führen, und so den Weg für eine zweite Ehe und damit den Zugang zu Kommunion und Beichte freizumachen.

Die redaktionelle Überarbeitung sorgte unter anderem deswegen für Diskussionen, weil sich neben anderen der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper bei seinen Überlegungen zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen auf die Ursprungsversion des Aufsatzes bezogen hatte. Kaspers Vorschlag war auf der außerordentlichen Weltbischofssynode im Oktober teils auf heftige Kritik gestoßen.

Bislang sind wiederverheiratete Geschiedene laut katholischer Lehre von den Sakramenten ausgeschlossen. In der Praxis gibt es jedoch oft individuelle Lösungen. Erwartet wird, dass sich Papst Franziskus im kommenden Jahr nach der ordentlichen Weltbischofssynode zu diesem Thema äußern wird.

Faktisch stärkt nach Ansicht von Hoping die überarbeitete Version des Aufsatzes die Position jener Kardinäle, «die den Vorschlag von Kardinal Kasper zurückgewiesen haben, darunter Gerhard Ludwig Müller, Marc Ouellet und George Pell». Sowohl Johannes Paul II. als auch Benedikt XVI., die hier die Tradition hinter sich wüssten, hielten eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion theologisch nicht für möglich, so der Liturgiewissenschaftler. «Das wird ein Argument in der kommenden Familiensynode sein.»

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



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