Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  5. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  11. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  12. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  15. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden

Gegen das entschlossene Böse ist der Pazifismus keine Antwort

25. August 2014 in Kommentar, 19 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die katholische Friedensbewegung Pax Christi demonstriert eindrucksvoll, warum der Pazifismus angesichts entschlossener und rücksichtsloser Aggressoren stets komplett versagt. Ein Kommentar von Klaus Kelle


Köln (kath.net) Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat sich dieser Tage zum Treiben der islamistischen Terrorbrigaden IS geäußert. Keine deutschen Waffenlieferungen in das Kampfgebiet, das ist ihre zentrale Forderung, stattdessen eine Friedenskonferenz mit allen wichtigen Mächten der Region und der Welt. Man darf bezweifeln, ob es das ist, was die unmittelbar vom Tod bedrohten Christen und Jesiden jetzt von uns erwarten. Auf jeden Fall demonstriert Pax Christi eindrucksvoll, warum der Pazifismus angesichts entschlossener und rücksichtsloser Aggressoren stets komplett versagt.

Eine Welt ohne Waffen und ohne Gewalt – wäre das nicht schön, sozusagen eine irdische Variante des Paradieses? Aber die Welt ist nicht so. Jeder von uns, besonders die verantwortlichen Politiker und auch die Kirchenführer stecken in einem Dilemma. „Du sollst nicht töten“ ist eine klare Ansage unseres Herrn, aber genauso der Aufruf zur Nächstenliebe. Und so verwundert es nicht, dass der päpstliche Sondergesandte im Irak, Kardinal Fernando Filoni, die internationale Gemeinschaft um schnelle Hilfe für die von muslimischen „Gotteskriegern“ verfolgten Menschen in der Kriegszone anfleht. Natürlich fordert der katholische Geistliche keine Luftangriffe oder westliche Bodentruppen, aber er sagt deutlich, dass moralische Appelle nicht ausreichen. Was bedeutet das denn anderes angesichts von Massenexekutionen, von gekreuzigten, gesteinigten, geköpften Menschen? Wenn Zehntausende, Familien mit Kleinkindern und alten Menschen, zu Fuß versuchen, dem Inferno zu entkommen, verfolgt von einer gnadenlosen Soldateska, die keine Gespräche führen, sondern herrschen und töten will? Die Christen und Jesiden, die um ihr Leben rennen, benötigen keine internationalen Konferenzen und auch erstmal keine Decken und Zelte von Frau von der Leyen. Sie benötigen Schutz, bewaffneten Schutz. Die USA haben nun angesichts des Elends militärisch eingegriffen. Natürlich die vielgescholtenen Vereinigten Staaten, wer sonst könnte es so schnell, wer sonst würde es tun? Es würde wohl niemanden wundern, wenn demnächst die ersten Demonstrationen gegen dieses Eingreifen in unseren Wohlstandländern stattfinden. Nicht gegen die islamistischen Terroristen, sondern gegen die USA, versteht sich.


Es sind Grenzsituationen für jeden Christen angesichts des Grauens, wenn die IS mordet, wenn in Srebrenica ein Genozid stattfindet oder das Hitler-Regime ein industriell organisiertes System der Massentötung installiert. Es sind diese Situationen, in denen jeder Mensch guten Willens, auch jeder Christ, aufgerufen ist, zur Waffe zu greifen und seinem Nächsten zur Hilfe zu eilen. Der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer von den Grünen hat diesen Konflikt während des Bosnienkrieges 1995 in einer bemerkenswerten Rede beschrieben, als er im Bundestag sagte, seine Generation habe sich geschworen „Nie wieder Krieg“, aber eben auch „Nie wieder Auschwitz“. Was aber tun im Angesicht des originär Bösen? Was tun, wenn jede Menschlichkeit verschwunden ist?

Pax Christi oder auch Frau Käßmann sind sicher ehrenwerte Leute, die Gutes wollen und an den unbedingten Friedenswillen glauben. Aber sie irren. Die katholische Friedensbewegung hat Recht mit ihrer Kritik an Fehlern der Vergangenheit. Zu oft haben die Amerikaner und der Westen insgesamt auf die Falschen gesetzt, sind Bündnisse mit Despoten und Verbrechern um eines vermeintlich höheren Zieles eingegangen. Aber diese Erkenntnis hilft den Verfolgten jetzt nicht weiter, sie verhindert nicht, dass kleine Kinder von johlenden Horden aufgehängt, Männer an Kreuze geschlagen und verstümmelt werden, nur weil sie an Christus glauben. Waffenlieferungen und Krieg müssen für eine zivilisierte Gesellschaft und für Christen sowieso immer das letzte Mittel sein, die ultima ratio. Heute in den von der IS kontrollierten Gebieten ist es geboten, einzuschreiten. Und die USA sollten nicht die Einzigen bleiben, die den bedrängten Menschen dort zur Hilfe eilen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Terror

  1. Sydneys Erzbischof: "Angriff auf Juden ist Angriff auf uns alle"
  2. „Die katholische Gemeinschaft hat heute Morgen für unsere jüdischen Nachbarn und Freunde gebetet“
  3. Großbritannien: Brandstiftung an einer Kirche, Vorbereitung terroristische Handlungen
  4. Terrorismus breitet sich im Norden Mosambiks aus
  5. „Terror in Südostasien frisst sich immer weiter vorwärts“
  6. Karl-Peter Schwarz: "Werden die Islamisten ihren Krieg gegen Europa gewinnen?"
  7. Chefredakteur-Digital der WELT: ‚Hören wir auf, uns etwas vorzumachen!’
  8. „Aufstehen gegen jede Art von Radikalismus“
  9. "Wir wollen und werden keine IS-Schergen unter uns dulden"
  10. Sri Lanka: „Über Nacht war das ganze Land getauft“







Top-15

meist-gelesen

  1. Initiative Pro Fide Ecclesiae richtet dringenden Appell an deutsche Bischöfe
  2. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  3. Über das Dämonische
  4. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  5. Wissen Sie, wer die Idee zum fünffarbigen Missionsrosenkranz hatte?
  6. 'Ich habe mich geirrt'
  7. Der Mensch als Mitarbeiter Gottes - Fortschritt ist kein Gottesersatz
  8. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  9. Der Katholik Tolkien wird in der anglikanischen Westminster Abbey ein Denkmal erhalten
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Was ich als Priester von Fulton Sheen gelernt habe
  13. Papst an Klausurschwestern: „Der Herr ruft euch, seine Zeuginnen in Stille, Kontemplation zu sein“
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz