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Die Wunden des Herrn sind die Tür der Barmherzigkeit

11. Mai 2014 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Franziskus bei der Priesterweihe im Petersdom: Barmherzigkeit! Werdet nicht müde, barmherzig zu sein! Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am heutigen vierten Sonntag im Osterkreis, dem Sonntag des „Guten Hirten“, weihte Papst Franziskus in der Petersbasilika dreizehn Diakone aus neun Ländern zu Priestern.

Die vom Heiligen Vater gehaltene Homilie war im Wesentlichen die Predigt, die in der italienischen Ausgabe des Pontificale Romano für die Priesterweihe vorgesehen ist. Er hat sie allerdings durch einige persönliche Hinzufügungen ergänzt.

Besonders rief der Papst die Neupriester auf, barmherzig zu sein: „Bitte, werdet nicht müde, barmherzig zu sein! Habt diese Fähigkeit der Vergebung, die der Herr gehabt hat, der nicht gekommen ist, um zu verurteilen, sondern um zu vergeben“.

„Seid barmherzig, sehr“, so Franziskus eindringlich: „Und wenn euch Bedenken kommen, zu sehr zu vergeben, denkt an jenen heiligen Priester, von dem ich euch erzählt habe, der vor den Tabernakel trat und sagte: ‚Herr, vergib mir, wenn ich zu sehr vergeben habe. Doch du bist es, der mir das schlechte Beispiel gegeben hat’“.

„Ich sage euch wirklich“, so der Papst: „mir bereitet es viel Schmerz, wenn ich Menschen finde, die nicht mehr zur Beichte gehen, weil sie geschlagen, beschimpft worden sind. Sie haben gespürt, dass die Türen der Kirche vor ihnen verschlossen worden sind. Bitte: tut das nicht. Barmherzigkeit, Barmherzigkeit. Der Gute Hirt geht durch die Tür hinein. Und die Tür der Barmherzigkeit – das sind die Wunden des Herrn. Wenn ihr in eurem Dienst nicht durch die Wunden des Herrn eintretet, werdet ihr keine guten Hirten sein“.

Predigt, die in der italienischen Ausgabe des Pontificale Romano für die Priesterweihe vorgesehen ist; 21. April 2013:


Liebe Brüder und Schwestern,

diese unsere Brüder und Söhne sind zum Priestertum berufen worden. Bedenken wir aufmerksam, welches Dienstamt sie in der Kirche übernehmen werden. Wie ihr ja wisst, ist Jesus, der Herr, der einzige Hohepriester des Neuen Bundes. Aber in ihm ist auch das ganze heilige Volk Gottes ein priesterliches Volk. Doch will der Herr Jesus unter all seinen Jüngern einige von ihnen in besonderer Weise auserwählen, damit sie zum Wohl aller Menschen in seinem Namen das priesterliche Amt in der Kirche öffentlich ausüben und so seine persönliche Sendung des Lehrers, Priesters und Hirten fortführen.

Wie er nämlich dazu vom Vater gesandt worden war, so sandte er seinerseits zuerst die Apostel in die Welt und dann die Bischöfe, ihre Nachfolger, denen schließlich als Mitarbeiter die Priester gegeben wurden, die – mit ihnen im priesterlichen Amt vereint – zum Dienst am Volk Gottes berufen sind.

Nach reiflicher Überlegung und Gebet nehmen wir nun diese unsere Brüder in die Gemeinschaft der Presbyter auf, damit sie im Dienst Christi, des Lehrers, des Priesters und des Hirten dazu beitragen, den Leib Christi, die Kirche, aufzubauen als Volk Gottes und heiliger Tempel des Heiligen Geistes.

Sie sollen nämlich Christus, dem ewigen Hohenpriester gleichgestaltet, d. h.. zu wahren Priestern des Neuen Bundes geweiht werden. Und in dieser Würde, die sie im Priesteramt mit ihrem Bischof vereint, sollen sie Verkünder des Evangeliums, Hirten des Gottesvolkes sein und dem Gottesdienst vorstehen, besonders bei der Feier des eucharistischen Opfers des Herrn.

Ihr, liebe Brüder und Söhne, werdet nun in die Gemeinschaft der Presbyter aufgenommen. Bedenkt, dass ihr bei der Ausübung des Lehramtes an der Sendung Christi, des einzigen Lehrers, teilhaben werdet. Verkündet allen das Wort Gottes, das ihr selbst freudig aufgenommen habt. Erinnert euch an eure Mütter, an eure Großmütter, an eure Katecheten, die euch das Wort Gottes nahegebracht haben, den Glauben… das Geschenk des Glaubens! Sie haben dieses Geschenk des Glaubens an euch weitergegeben. Lest und betrachtet eifrig das Wort des Herrn, um das zu glauben, was ihr gelesen habt, das zu lehren, was ihr im Glauben ergriffen habt, und das zu leben, was ihr gelehrt habt. Denkt auch daran, dass das Wort Gottes nicht euer Eigentum ist: Es ist Gottes Wort. Und die Kirche ist die Hüterin des Wortes Gottes.

Eure Lehre sei Nahrung für das Volk Gottes, euer Leben sei Freude und Unterstützung für die Christgläubigen. So baut ihr durch euer Wort und euer Beispiel das Haus Gottes, die Kirche, auf. Ihr sollt Christi Werk der Heiligung fortführen. Durch euren Dienst wird das geistliche Opfer der Gläubigen vollendet in der Einheit mit dem Opfer Christi, das durch eure Hände im Namen der ganzen Kirche bei der Feier der heiligen Geheimnisse in unblutiger Weise auf dem Altar dargebracht wird.

Erkennt also, was ihr tut! Ahmt nach, was ihr vollzieht, damit ihr in der Teilhabe am Geheimnis des Todes und der Auferstehung des Herrn den Tod Christi in eurem Leib tragt und mit ihm im neuen Leben wandelt.

Durch die Taufe gliedert ihr neue Gläubige in das Volk Gottes ein. Durch das Sakrament der Buße gewährt ihr den Menschen im Namen Christi und seiner Kirche die Vergebung der Sünden. Und heute bitte ich euch im Namen Christi und der Kirche: Bitte, werdet nicht müde, barmherzig zu sein! Durch die Salbung mit heiligem Öl richtet ihr die Kranken auf und auch die alten Menschen: Geniert euch nicht, mit den alten Menschen zärtlich zu sein! Wenn ihr die heiligen Feiern begeht und zu den verschiedenen Tagzeiten das Lob- und Fürbittgebet erhebt, tut ihr dies für das Volk Gottes und die gesamte Menschheit.

Seid euch bewusst, dass ihr aus den Menschen auserwählt und für sie eingesetzt seid zum Dienst vor Gott, und übt daher das Priesteramt Christi mit Freude und echter Liebe aus, einzig darauf bedacht, Gott zu gefallen und nicht euch selbst. Seid Hirten, nicht Funktionäre! Seid Mittler, nicht Zwischenhändler!

Da ihr teilhabt an der Sendung Christi, der Haupt und Hirte ist, seid schließlich – in vertrauensvollem Gehorsam gegenüber eurem Bischof – bestrebt, die Gläubigen in einer einzigen Familie zu vereinen, um sie durch Christus im Heiligen Geist zu Gott, dem Vater, hinzuführen. Habt immer das Beispiel des Guten Hirten vor Augen, der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und um zu suchen und zu retten, was verloren war!

Papst Franziskus - Priesterweihe im Petersdom. Teil 1, mit der Homilie


Teil 2




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Lesermeinungen

 doda 12. Mai 2014 

Öffentlichkeit

„Ich sage euch wirklich“, so der Papst: „mir bereitet es viel Schmerz, wenn ich Menschen finde, die nicht mehr zur Beichte gehen, weil sie geschlagen, beschimpft worden sind..."(Zitat)
Wenn dies der Papst in einer öffentlichen Predigt gesagt hat, wird er wohl gesicherte Beweise dafür haben, dass dieses vorgekommen ist.
Ich frage mich aber, ob so etwas Extremes und Schockierendes in eine öffentliche Predigt gehört.
Ich habe von einem Missbrauchsfall in Irland gelesen, bei dem der missbrauchende Pater sein Opfer, einen recht jungen Schüler gezwungen hat, diesem ihm angetanen Missbrauch als eigene Sünde beim Missbraucher zu beichten.
Wenn Sakramente so missbraucht werden, ist das diabolisch und kann die Opfer im Innersten zerstören.
Wenn diese Opfer keine Kirche mehr zu betreten vermögen, ist das mitmenschlich nachvollziehbar.
Mich verstört dieser Satz in einer öffentlichen Predigt.
Werden so nicht auch Vorurteile bedient und diffuses Misstrauen gegen Priester
gesät?


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