Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. 'Glaube ist kein PR-Problem': US-Burger-Kette verweigert Entfernung von Bibelversen

Papst Franziskus lobt Enzyklika Humanae Vitae

5. März 2014 in Aktuelles, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Neues Interview von Papst Franziskus und großes Lob für Papst Paul VI. und seine berühmteste Enzyklika: “Seine Genialität war prophetisch, er hatte den Mut, sich gegen die Mehrheit zu stellen, die moralische Disziplin zu verteidigen"


Rom (kath.net/RV)
“Ja”. Mit dieser klaren Aussage antwortete Papst Franziskus auf die Frage, ob er Benedikt XVI. schon um Rat gefragt habe. Erneut hat der Papst einer Zeitung ein Interview gegeben, diesmal der italienischen “Corriere della Sera”. Bei seinem Regieren versuche er, das in die Praxis umzusetzen, was in der Debatte der Kardinäle bei den verschiedenen Kongregationen vor dem Konklave aufgetaucht war. “In meinem Handeln warte ich darauf, dass mir der Herr die Inspiration gibt...“

"Der emeritierte Papst ist keine Statue in einem Museum", so Franziskus: "Er ist eine Institution. Wir waren daran nicht gewöhnt. Vor sechzig, siebzig Jahren gab es keinen ‚emeritierten Bischof‘. Das kam nach dem Konzil. Heute ist dies eine Institution. Dasselbe muss für den emeritierten Papst geschehen. Benedikt XVI. ist der erste, und vielleicht wird es andere geben. Wir wissen es nicht. Er ist diskret, bescheiden, er will nicht stören. Wir haben darüber gesprochen und gemeinsam beschlossen, dass es besser wäre, wenn er Leute sieht, hinausgeht und am Leben der Kirche teilnimmt. Einmal ist er hierher zur Segnung der Statue des heiligen Erzengels Michael gekommen, dann zum Mittagessen nach Santa Marta, und nach Weihnachten habe ich ihn eingeladen, am Konsistorium teilzunehmen, und er hat angenommen. Seine Weisheit ist ein Geschenk Gottes. Mancher hätte gewollt, dass er sich in eine Benediktinerabtei fern des Vatikans zurückzieht. Ich habe an die Großeltern mit ihrer Weisheit gedacht, ihre Ratschläge stärken die Familie, und sie verdienen es nicht, in einem Altenheim zu enden".


Als Essenz seiner spirituellen Botschaft verstehe er “Zärtlichkeit und Barmherzigkeit”. Dies komme aus dem Evangelium. Angesprochen auf einen gewissen medialen Franziskus-Hype meinte der Papst dann: “Mir gefallen die ideologischen Interpretationen nicht, ein gewisser Papst-Franziskus-Mythos. Wenn man zum Beispiel sagt, er gehe nachts aus dem Vatikan, um den Obdachlosen in der Via Ottaviano zu essen zu bringen. Das ist mir nie in den Sinn gekommen. Sigmund Freud sagte einmal, wenn ich mich nicht täusche: In jeder Idealisierung versteckt sich auch eine Aggression. Den Papst als eine Art Superman zu zeichnen, eine Art Star, scheint mir beleidigend. Der Papst ist ein Mensch, der lacht, weint, ruhig schläft und Freunde hat wie alle. Ein normaler Mensch.“

Zu den Marxismus-Vorwürfen, die manche erhoben haben, meinte Franziskus: “Ich habe die marxistische Ideologie nie geteilt, weil sie nicht wahr ist, aber ich habe viele tapfere Leute kennengelernt, die sich zum Marxismus bekannt haben.“ Beim Thema Missbrauch lobt Franziskus explizit Benedikt XVI. Dies war “sehr mutig” und habe einen Weg geöffnet. “Die Kirche hat auf diesem Weg viel getan. Vielleicht mehr als alle anderen. Die Statistiken zum Phänomen der Gewalt gegen Kinder sind beeindruckend, aber sie zeigen auch klar, dass die große Mehrheit der Missbräuche im Familien- und Nachbarschaftsumfeld geschehen. Die katholische Kirche ist vielleicht die einzige öffentliche Institution, die sich mit Transparenz und Verantwortung bewegt hat. Kein anderer hat mehr getan. Und doch ist die Kirche die einzige, die angegriffen wird.“

Angesprochen auf das Thema Familie und geschiedene Wiederverheiratete sagte der Heilige Vater, dass es hier einen langen Weg gibt, den die Kirche zurücklegen müsse. Die Familie mache eine sehr “ernsthafte Krise” durch”, die jungen Leute heiraten kaum mehr. “Wir müssen eine Antwort geben. Aber darüber müssen wir tief nachdenken… Man muss vermeiden, an der Oberfläche zu bleiben...“ Zum Referat von Kardinal Kaspar beim Konsistorium über das Thema meinte Franziskus, dass dieser einen “schönen und tiefgehenden” Vortrag gehalten habe. Beim fünften Punkt sei das Thema der Wiederverheirateten angesprochen worden. “Ich wäre besorgt gewesen, wenn es im Konsistorium keine intensive Debatte gegeben hätte, das hätte nichts gebracht. Die Kardinäle wußten, dass sie sagen konnten, was sie wollten, und sie haben viele verschiedene Gesichtspunkte präsentiert, die bereichern. Der brüderliche und offene Austausch läßt das theologische und pastorale Denken wachsen. Davor habe ich keine Angst, im Gegenteil, das suche ich!“

Auch zur Ehe an sich nahm der Papst nochmals Stellung: „Die Ehe wird zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen. Die weltlichen Staaten wollen bürgerliche Ehen rechtfertigen, um bestimmte Situationen des Zusammenlebens zu regeln. Dabei treibt sie die Notwendigkeit, wirtschaftliche Aspekte unter den Menschen, z.B. die Krankenversicherung, zu regeln. Es geht um Pakte des Zusammenlebens unterschiedlicher Art... Man muss die einzelnen Fälle sehen und in ihrer Verschiedenheit beurteilen.“

Franziskus stellte dann auch klar, dass Paul VI. mit der Enzyklika Humanae Vitae den Mut, sich gegen die Mehrheit zu stellen. “Seine Genialität war prophetisch, er hatte den Mut, sich gegen die Mehrheit zu stellen, die moralische Disziplin zu verteidigen, eine kulturelle Bremse zu ziehen... Die Frage ist nicht, ob man die Lehre ändert, sondern, ob man in die Tiefe geht und dafür sorgt, dass die Pastoral die einzelnen Lebenslagen und das, wozu die Menschen jeweils imstande sind, berücksichtigt. Auch darüber wird auf dem Weg der Synode gesprochen werden.“

Lob gab es dann noch für die orthodoxe Theologie. “Die orthodoxe Theologie ist ausgesprochen reich, und ich glaube, sie haben in diesem Moment große Theologen. Ihr Bild von Kirche und Synodalität ist fantastisch.“

Papst Franziskus begrüßte beim Konstistorium den emeritierten Papst Benedikt XVI.




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus

  1. Basiert 'Traditionis Custodes' von Franziskus auf einer Lüge?
  2. Gemelli-Chefarzt: Papst Franziskus wäre fast gestorben
  3. "Nicht glücklich": Papst bedauert Äußerung zu Russland
  4. Papst tauft Kind in der Gemelli-Klinik
  5. Papst im Kongo eingetroffen
  6. Papst übt schwere Kritik am deutsch-synodalen Weg und spricht von 'schädlicher Ideologie!
  7. Erneut keine Fasten-Exerzitien mit Papst und Kurie in den Bergen
  8. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  9. Vatikan: Papst stellt Live-Gottesdienste ein
  10. Papst Franziskus: Zölibat ist ein Geschenk und eine Gnade!







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  10. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  11. „Öffnet eure Herzen“: Protestantin begeistert das Netz mit dem Rosenkranz
  12. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  13. 'Woke Left' ist die 'wütendste und exklusivste Spaltungsbewegung in der Geschichte'
  14. THESE: Warum die UNO weg muss!
  15. Papst ruft Legionäre Christi zu Erneuerung auf

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz