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„Und das Wort ist Fleisch geworden…“ (Joh 1,14)

16. Dezember 2013 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Geben wir darauf Antwort? Von Pater Bernhard Speringer ORC (Schweizerisch-katholisches Sonntagsblatt)


Goldach (kath.net/Schweizerisch-katholisches Sonntagsblatt)
DAS WORT IST FLEISCH GEWORDEN

Nachdem (in der Liturgie) bereits am Heiligen Abend und in der Heiligen Nacht das Evangelium nach Matthäus und Lukas vorgelesen werden – also die „eigentliche“, historische Weihnachtserzählung, wie sie uns bekannt ist – wird am Christtag das Johannesevangelium gelesen.

Johannes ist der Evangelist, der weniger die historischen Ereignisse erzählt, sondern der „hinter die Kulissen“ blickt, der die Absichten Gottes offenbart. Deshalb wird er in der Kunst dargestellt als Adler, der gewissermaßen alles überblickt, der alles von oben sieht, der sogar in die Sonne schauen kann. In der Ostkirche wird der hl. Johannes deshalb einfach „der Theologe“ genannt. So ist auch sein Weihnachtsbericht eine theologische Aussage:

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. ... Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.” (Joh 1,1.14)

Nichts von Krippe und Stall, kein romantisches Drumherum, sondern einfach nur die Tatsache: das Wort ist Fleisch geworden. Welch gewaltige Botschaft steckt in diesen 5 Worten: das Wort ist Fleisch geworden!

Jesus Christus ist das Wort Gottes, das Wort, das uns Gott offenbart, das Wort, das uns die Frohe Botschaft berichtet. Und diese Person, der Sohn Gottes, den der hl. Johannes einfach „das Wort“, den Logos, nennt, wird ein Mensch, wird Fleisch. Der Evangelist Johannes hat absichtlich das Wort „Fleisch“ verwendet, um damit alle Dimensionen des Menschseins auszudrücken. Gott hat nicht nur einen Schein-Leib angenommen, sondern er wird ganz und gar Mensch, bis in die letzte Faser seines Herzen – und bleibt dabei dennoch ganz Gott! Er wurde uns in allem gleich, außer der Sünde.

Und Johannes fügt gleich zur Menschwerdung das Kreuz hinzu: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh 1,11)

GOTT WURDE MENSCH UM DIE WELT ZU HEILEN

„Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um.“ (Mt 21, 3343)


Der Apostel Johannes hat sich wahrscheinlich an dieses Gleichnis seines Herrn erinnert, wenn er einige Jahrzehnte später schreibt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab.” (Joh 3,16) Und wir könnten sagen: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er ein Kind schickte, um die Welt zu retten... die Welt, die in die Finsternis der Sünden gefangen war.

Der Eröffnungsvers der Weihnachtsmesse ist aus dem Buch der Weisheit (der Hl. Schrift) genommen und lautet wie folgt:

„Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zum Ende gelangt war, da stieg dein allmächtiges Wort, o Herr, vom Himmel herab, vom königlichen Thron.” (Weish 18,1415)

Als die Nacht bis zum Ende gelangt war... Man könnte auch sagen: als die Nacht am dunkelsten war..., als die Welt so sehr in Finsternis versunken war, da hat Gott die Welt nicht seinem Elend überlassen, sondern ist selbst vom Himmel herabgestiegen, Mensch geworden um als Mensch die Sünde der Welt durch seinen Tod am Kreuz zu sühnen, wieder gut zu machen.

Schon allein die historische Situation der Welt war zur Zeit Jesu „finster“. Der römische Geschichtsschreiber Lactantius (3.4. Jahrhundert n. Chr.) beschreibt in seinen Aufzeichnungen die Welt von damals folgendermaßen:

„Die römischen Steuerbeamten erschienen allerorts und brachten alles in Aufruhr. Die Äcker wurden Scholle für Scholle vermessen, jeder Weinstock und Obstbaum wurde gezählt, jedes Stück Vieh wurde registriert und die Kopfzahl der Menschen genau notiert. In den Städten wurden die Städter und Dörfler zusammengetrieben, alle Marktplätze waren verstopft von herdenweise aufmarschierenden Familien. Jedermann erschien mit der ganzen Schar seiner Verwandten und Kinder. Überall hörte man das Schreien derer, die mit Folter und Stockschlägen verhört wurden. Man spielte Söhne gegen Väter aus, die Frauen gegen ihre Ehemänner. Wenn alles durchprobiert war, folterte man die Steuerpflichtigen, bis sie gegen sich selbst aussagten. Und wenn der Schmerz gesiegt hatte, schrieb man steuerpflichtigen Besitz auf, der gar nicht existierte.“

Für Josef und Maria war die Reise nach Bethlehem, wo sie sich auf Anordnung des Kaisers als steuerpflichtig zu melden hatten, also alles andere als ein „angenehmer Weihnachtsurlaub“. Und die Welt von damals war auch nicht die „heile Welt“, wie sie uns so manche Weihnachtsgeschichte vorstellt.

Gott wurde nicht Mensch in einer heilen Welt,
sondern er wurde Mensch, um die Welt zu heilen,
„heil zu machen“.

Gott wollte und will die Welt heilen v. a. von den Wunden der Sünde. Er kam als das Lamm Gottes, das sie Sünde der Welt hinwegnimmt.

GOTT WURDE MENSCH AUS LIEBE

Gott sendet nicht seine himmlischen Heerscharen und Legionen von Engeln, um die Welt zu bestrafen oder sie zu erlösen von der Knechtschaft der Sünde, er sendet seinen eigenen Sohn ein Kind. Gott verbirgt seine Macht und Herrlichkeit unter der Gestalt eines Kindes. Es ist die Liebe Gottes zu uns Menschen, die uns im Kind von Bethlehem aufstrahlt.

Der Dichter Clemens Brentano schreibt:
„Weil wir Kinder Gottes sind kam Gott als Kind zu uns. Zu mir Sünder sandte Gott ein Kind, damit ich nicht die Strafe fürchte, sondern mich demütig der Barmherzigkeit Gottes anvertraue. Gott sandte ein Kind, um uns zu zeigen, dass er ein gütiger Vater und kein strafender Richter ist.“

Gott offenbart uns im Kind von Bethlehem seine Liebe zu uns. Warum? Weil gerade die Liebe eines Kindes so ohnmächtig und hilflos ist.

Man sagt:
Die Liebe ist die größte Macht auf Erden.

Und doch ist nichts so machtlos wie die Liebe, denn man kann Liebe nicht erzwingen!

Auch Gott kann und will unsere Liebe nicht erzwingen. Er tut etwas anderes: Er zeigt uns diese Kind in Bethlehem und sagt: das ist mein geliebter Sohn, den ich euch schenke. Und wer ihn, wer dieses Kind aufnimmt, der nimmt mich auf.

Gott sandte uns ein armes Kind, um uns zu zeigen, wie reich wir sind, wenn wir von diesem Kind geliebt werden. Niemand ist so reich an Liebe wie ein Kind.

Jedes Jahr löst Weihnachten eine Flut von Briefen und Karten aus, die die Menschen einander schreiben. Mit der Weihnachtspost angefangen hat aber gewissermaßen Gott selbst in der Geburt Jesu Christi. Jesus ist das Wort, das Gott gesprochen hat, er ist sozusagen die Weihnachtskarte Gottes an die Menschen. Jesus ist, wie es ein Dichter einmal ausgedrückt hat, „der lebendige Liebesbrief Gottes an den Menschen“: Und auf dieser Weihnachtskarte steht geschrieben:

Ich liebe dich, du Mensch.
Deshalb will ich bei dir sein und bei dir bleiben.
Ich komme in deine Nacht, damit sie zur Weih-Nacht werde.
Ich komme in das Dunkel deines Lebens, um es zu erfüllen mit Licht.
Ich komme in den Stall deiner Sünden und deines Versagens.

Und unser Antwortbrief? Es genügt ein einziges Wort: Das Wort „Ja.“ Das Ja zu Gott. Die Entscheidung für Gott.
Wir sind, jeder und jede einzelne von uns, in die Entscheidung gestellt, die Johannes im Evangelium so schildert:
"Er – der Sohn Gottes – kam in sein Eigentum. Aber die Seinen nahmen ihn nicht auf . Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben." (Joh 1, 1112)

Antworten wir auf die Weihnachtskarte Gottes mit einem frohen „Ja“ und nehmen wir das Jesuskind auf, damit uns auch die Gnade geschenkt wird, Kind Gottes zu werden: "Der Erlöser ist ein Menschenkind geworden, damit wir Menschen Kinder Gottes werden können" so sagte Papst Leo der Große.

Weihnachten ist nicht ein „Jahres-Gedächtnis“, sondern es ist jedes Jahr aktuell. Von Angelus Silesius stammt der Satz: „Wäre Christus tausendmal geboren und nicht in dir, du bliebest ewig verloren!“

Das ist der tiefste Sinn der Menschwerdung Christi: uns Menschen seine Liebe zu offenbaren und uns zu erlösen von aller Schuld, uns zu retten und zu heilen von aller Sünde. Ich wünsche es uns allen, dass wir dieses Angebot, diese ausgestreckte Hand Gottes in Jesus beherzt ergreifen. – Ich wünsche uns und allen, die gläubig Weihnachten begehen wollen, dass wir aus der Fülle Jesu Gnade über Gnade empfangen.

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlich als Leitartikel im «Schweizerisch Katholischen Sonntagsblatt» Nr. 25/262013


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