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Kardinal Marx stellt sich hinter ‚one of us‘

13. Juli 2013 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
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Münchner Erzbischof und Papst-Berater würdigt bei Diözesan-Jahresempfang Lampedusa-Besuch des Papstes als wichtiges Signal an politisch Verantwortliche und an alle Bürger Europas.


München (www.kath.net/ KAP/red)
Der Münchner Erzbischof und Papst-Berater Reinhard Kardinal Marx hat beim Diözesan-Jahresempfang am Donnerstagabend in der bayerischen Landeshauptstadt vor rund 600 Vertretern aus Kirche, Gesellschaft und Politik den Lampedusa-Besuch des Papstes als wichtiges Signal an die politisch Verantwortlichen und an alle Bürger Europas gewürdigt. "Die Fahrt nach Lampedusa bewegt die Menschen. Das sollte auch für uns Anlass sein nachzudenken, wie wir mit Armen, besonders Asylsuchenden, umgehen", sagte Marx.

Wichtig sei, zunächst die Fürsorge für Flüchtlinge in den Mittelpunkt zu stellen: "Sobald jemand bei uns ist, egal aus welchem Grund, muss er menschenwürdig aufgenommen werden." Erst an zweiter Stelle stünden dann die rechtliche Prüfung und Fragen des Asylverfahrens.

Kardinal Marx zeigte sich erfreut darüber, dass die bayerische Landesregierung angekündigt habe, ihre Haltung in der Asylfrage zu überdenken: "Ich bin dankbar, dass unsere Signale und Anregungen aufgenommen werden."


Der Papst habe mit seinem Besuch auf Lampedusa klar gemacht: "Wir dürfen nicht zulassen, dass an unseren europäischen Außengrenzen Menschen verhungern und verdursten." Die Grenze in Lampedusa sei "eine europäische Grenze, wir können nicht sagen: Was in Italien passiert, ist nicht unsere Sache".

Menschenwürde und Gerechtigkeit müssten an erster Stelle stehen. Dies sei eine gesamteuropäische Frage, die die einzelnen Länder nicht aufeinander abschieben dürften.

Mit Blick auf die angestrebte Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und den USA sprach Kardinal Marx von einer "großen Chance", wenn diese nicht nur in einer wirtschaftlichen, sondern in einer "Wertebeziehung" bestünde: "Die Frage ist: Wie können wir eine Freihandelszone schaffen, die auch arme Völker nicht ausgrenzt, sondern ihnen die Perspektive eröffnet, sich zu entwickeln und teilzunehmen?"

Auch der Lebensschutz bleibe eine gesamteuropäische Aufgabe. Marx rief zur Unterstützung der europäischen Bürgerinitiative "Einer von uns/one of us" auf: "Jeder Mensch, ob geboren oder ungeboren, hat Respekt verdient. Er darf nicht verworfen werden, nicht aus wirtschaftlichen Gründen, nicht zu Forschungszwecken." Die von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragene Initiative setzt sich unter anderem für den Stopp von EU-Geldern für Forschung mit embryonalen Stammzellen ein.

Marx appellierte an die politischen Parteien, einen "fairen Wahlkampf" zu den anstehenden Bundestags- und Landtagswahlen zu führen: "Streitet euch, aber bleibt menschlich untereinander." Der Streit müsse in der Sache geführt werden und nicht in der Suche nach vermeintlichen persönlichen Verfehlungen der Vertreter der jeweils gegnerischen Seite.

Zu den Unterstützern der europäischen Initiative "Einer von uns" zählen auch Papst Franziskus, die Europäische Bischofskonferenz und zahlreiche nationale Bischofskonferenzen. In Deutschland haben u.a. bereits Kardinal Meisner/Köln und Bischof Hanke/Eichstätt ihre Unterstützung von "Einer von uns" publik gemacht, kath.net hat berichtet. Auch kath.net hat seine Leser um die Unterzeichnung bei der Bürgerinitiative gebeten.

KATH.NET hat bereits am 22.6. die Anfrage an die Deutsche Bischofskonferenz gestellt, ob sie bereit ist, diese Initiative zu unterstützen. Wir werden über die Antwort berichten.

Foto:


Kurzvideo: Hedwig von Beverfoerde: ´Einer von uns´ - Die europäische Bürgerinitiative zum Schutz des Lebens in Europa



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