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Forum Deutscher Katholiken: Tiefschlag für die Ökumene durch die EKD

24. Juni 2013 in Deutschland, 12 Lesermeinungen
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„Wir stellen fest, dass es in Fragen des ungeborenen Lebens, des Lebensschutzes bis zum Tode und bei Ehe und Familie keine Gemeinsamkeiten (mehr) zwischen der katholischen Kirche und der EKD gibt“


Fulda (kath.net) „Wir stellen fest, dass es in Fragen des ungeborenen Lebens, des Lebensschutzes bis zum Tode und bei Ehe und Familie keine Gemeinsamkeiten (mehr) zwischen der katholischen Kirche und der EKD gibt.“ Dies sagte Prof. Hubert Gindert in seiner Stellungnahme gegen die EKD-Orientierunghilfe zum Thema Familie für das „Forum Deutsche Katholiken“. Doch „biblische Normen und ethische Grundsätze sind für uns nicht verhandelbar“. Gleichzeitig wies Gindert darauf hin: „Jetzt warten wir gespannt auf die offizielle Stellungnahme der katholischen Bischöfe. Da hier weitere Grundfragen der Ökumene-Gespräche tangiert sind, werden sich die Bischöfe ja wohl sehr bald deutlich zu Wort melden.“

kath.net dokumentiert die Stellungsnahme des „Forums Deutscher Katholiken“ zur EKD-Orientierungshilfe in voller Länge:


Der Rat der EKD hat vor wenigen Tagen zum Thema Ehe und Familie eine sog. "Orientierungshilfe" herausgegeben. Eine ad-hoc-Kommission aus 14 Mitgliedern, denen u. a. eine Professorin für "Gendersensible Soziale Arbeit" angehörte, hat über 3 Jahre unter Vorsitz einer früheren SPD-Bundesministerin aus diesem Papier den "normativen Ton kirchlicher Verlautbarungen in der Vergangenheit" zurückgenommen und sich damit erneut dem Zeitgeist gebeugt. Durch die Feststellung, dass Familie nicht nur aus Mutter, Vater und Kindern, sondern überall auch dort besteht, wo "Menschen auf Dauer und im Zusammenhang der Generationen Verantwortung übernehmen", weshalb auch Homo-Partnerschaften "Familie" seien, hat die EKD ihre Selbstsäkularisierung weiter vorangetrieben. Sie hat die Ehe aus der biblischen Schöpfungsordnung herausgenommen, d. h. die Verbindung von Mann und Frau als nicht mehr schöpfungsgemäß bezeichnet. Das biblische Fundament der Ehe wird verneint, die Orientierung am Evangelium ist dem Zeitgeist gewichen. Der Genderismus hat über die Treue zu den Glaubensgrundsätzen der Kirche gesiegt.

Nachdem die EKD schon früher dem Import von embryonalen Stammzellen zugestimmt hatte, der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider dem Sterbenden, der eine Suizid-Hilfe fordert, die Hand halten wollte und der Beschluss des Deutschen Bundestages zur Präimplantationsdiagnostik (PID) auf einen Antrag zurück ging, den ein evangelischer Pfarrer im Parlament mitunterzeichnet hatte, verwundert dieser Text nur noch Naive.

Wir stellen fest, dass es in Fragen des ungeborenen Lebens, des Lebensschutzes bis zum Tode und bei Ehe und Familie keine Gemeinsamkeiten (mehr) zwischen der katholischen Kirche und der EKD gibt. Deshalb widersprechen wir auch entschieden dem EKD-Ratsvorsitzenden, dass die "ökumenische Gemeinschaft eine solche Diskussion aushalten müsse". Biblische Normen und ethische Grundsätze sind für uns nicht verhandelbar, und wir entscheiden auch zukünftig selbst, was wir "aushalten müssen".

Die Deutsche Bischofskonferenz hat bisher nur den Vorsitzenden ihrer "Familienkommission", Bischof Tebartz-van-Elst, zu einer kritischen Reaktion veranlasst. Jetzt warten wir gespannt auf die offizielle Stellungnahme der katholischen Bischöfe. Da hier weitere Grundfragen der Ökumene-Gespräche tangiert sind, werden sich die Bischöfe ja wohl sehr bald deutlich zu Wort melden.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken


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Lesermeinungen

 Herbert Heek 26. Juni 2013 
 

EKD Orientierungshilfe

Die vom Rat der EKD herausgegebene
Orientierungshilfe zum Thema Ehe und Familie sind für mich und für viele Christen enttaäuschend und niderschmetternd.
Durch gegenseitiges Verständnis beider Konfessionen hatte man bisher den Eindruck, dass man auf erfolgreichen Kurs in der ökumenischen Arbeit sei, aber durch diese neue Verhalten der EKD ist das Band wohl zerschnitten.
Ruhrbischof Dr. Franz Josef Overbeck (Essen) hat es in einer öffentlichen Erkklärung auf den Punkt gebracht:
" Mit dieser Orientierungshilfe" ist eine Phase der Ratlosigkeit und des Ärgernisses eingeläutet worden. Ein ökumenischer Graben wurde geöffnet.
Herbert Heek (NOVA MELITIA IESU CHRISTI)


0
 
 Ulrich Motte 25. Juni 2013 
 

Antony -Zudem

geht es ja um die Duldung abweichend Denkender, etwa der Zulassung zum Abendmahl: Und da werden nun einmal wie die EKD-denkende und das sagende Katholiken praktisch fast regelmäßig zur Eucharistie zugelassen, selbst wenn dem Priester das bekannt ist. Sehr ähnliche Hinweise finden Sie übrigens in Äußerungen zur Ökumene der katholischen Theologen Fries und Rahner. Das heißt nicht, daß ich hier etwas zur Abendmahlszulassung sage oder gar fordere


2
 
 Ulrich Motte 25. Juni 2013 
 

Antony-Ausnahmen

In konservativen ev. Kirchen werden eben weder bei der Lehre und Praxis, noch nach reiflicher Darlegung der Lehre bei Lehrenden und Laien die von Ihnen sog. Ausnahmen (die oft eher Regel sind) geduldet.
Und auch die (ganz offizielle) Lehre der Päpste und Konzilien etwa zur Anbetung Gottes durch Nichtchristen oder zum Ewigen Heil und zum Verständnis der Heiligen Schrift oder zur weltlichen Stellung und Rolle der Frau sind wesentlich weniger "konservativ" als bei typisch evangelikal-konservativen Kirchen.


0
 
 antony 24. Juni 2013 

@ Ulrich Motte: Beispiele

Sie haben (hier oder auf idea) die Positionen konservativer Freikirchen genannt: Keine Frauenordination, keine Frauenpredigt, Ehen mit Nichtchristen ziehen Ausschluss nach sich.

Punkt 1 und 2 sind nahe an katholischen Positionen. In der Eucharistiefeier dürfen Frauen nicht predigen (auch wenn das manchmal ignoriert wird), und auch Männer nur dann, wenn sie Priester oder Diakone sind. Ansprachen zu anderen Anlässen sind erlaubt, z. B. auch bei gottesdienstlichen Feiern ohne Eucharistiefeier.

Die kirchliche Trauung mit Nicht-Christen oder Christen anderer Konfessionen ist ein Ausnahmefall, der einer ausdrücklichen kirchlichen Dispens bedarf. Die wird in der Praxis zumindest in Deutschland so gut wie immer gewährt, bleibt aber nach Kirchenrecht eine Ausnahme, über deren Gewährung im Einzelfall entschieden wird.

Hier sehen Sie: Die Praxis in einem Land ändert nicht gesamtkirchliche Normen.


1
 
 antony 24. Juni 2013 

@ Ulrich Motte: Ihnen unterläuft ein Kategrorienfehler:

Sie ziehen (immer wieder mal) Parallelen zwischen den (von der kirchlichen Leitung bestätigten) Abwegen der evangelischen Landeskirchen und den (vom kirchlichen Lehramt widersprochenen) Abwegen von Katholiken, sei es mit oder ohne Amt.

Im ersten Fall haben Sie eine Kirchenleitung, die in Lebensschutz und Familientheologie auf Abwege gerät und damit eine Kirche zum Großteil mitreißt. Die Minderheit innerhalb der ev. Landeskirchen, die sich dagegen stellt, steht als Fels in der Brandung, wird aber (z. B. beim Thema Homosexualität) immer kleiner. In der Katholischen Kirche wird durch das Lehramt definiert, was Lehre der Kirche ist. Auch wenn z. B. 80% der deutschen Katholiken Ehe mit homosexuellen Gemeinschaften oder anderen nicht-ehelichen Verbindungen gleich setzen würde, würde das nicht die Lehre der Kirche, sondern nicht mehr als ein nationaler Sturm im Wasserglas, der durch das Lehramt begrenzt würde.


1
 
 Konrad Georg 24. Juni 2013 
 

Ein Torpedo

gegen die Bitte Jesu um das Eins-sein.

Für mich gibt es nur noch Evangelikale und Protestanten.

Mit solch einem zerstrittenen Haufen über Ökumene reden grenzt schon an Selbstmord.


1
 
 M.Schn-Fl 24. Juni 2013 
 

Eine weitere Stimme aus der DBK

Wie oben von kath.net gemeldet hat nun auch der Ruhrbischof Overbeck sich deutlich zu Wort gemeldet.
Erfreulich auch, wie sehr der Widerstand aus der evangelischen Kirche selbst zunimmt. Das beweist uns, dass die EKD-Leitung mit ihren Gremien nicht den deutschen Protestantismus in seiner Gesamtheit vertritt.
Wir dürfen die Evangelischen nicht alle über einen Kamm scheren.


3
 
 bernhard_k 24. Juni 2013 
 

Untauglicher Kompass

Das alles ist fast so, als würde man die Nadel eines Kompanden verbiegen, damit sie nicht mehr nach Norden zeigt, sondern nach einem "Norden", das man gefälligt selbst zu definieren hat. Irre.


2
 
  24. Juni 2013 
 

Einheitsbrei

Die Bischöfe haben es schon erreicht, dass es eine Deutsche Katholisch-(evangelische) Kirche gibt, die sich immer mehr von der Römisch-Katholischen Kirche unterscheidet.


7
 
 Ulrich Motte 24. Juni 2013 
 

Frage (NICHT These)

Inwiefern hat "Rom" "mehr Ökumene" mit ev. Kirchen, die in Bezug auf das Lebensrecht sowie Ehe und Familie so denken wie "Rom" oder (weit) konservativer?


3
 
 Ulrich Motte 24. Juni 2013 
 

Inerhalb der katholischen Kirche

(also sozusagen in der schon vollendeten Ökumene) gibt es allerdings Millionen von Mitgliedern und auch so manchen in kirchlicher Funktion, die mehr oder weniger ähnlich wie dieses EKD-Papier denken und das sagen...


4
 
  24. Juni 2013 
 

DBK-Reaktion

Die deutschen Bischöfe müssten sich schon bald zu Wort melden, ansonsten entstünde der fatale Eindruck, sie würden gutheißen, was die EKD da "verbraten" hat und das kann und will ich mir nicht vorstellen.

Übrigens habe ich vor Tagen in einer Mail an die EKD meine Verwunderung über dieses Papier zum Ausdruck gebracht, in sachlicher und höflicher Form.
Eine Antwort gab´s dennoch nicht.


7
 

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