Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  8. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  9. Kirche im Verfall
  10. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  11. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  12. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  13. THESE: Warum die UNO weg muss!
  14. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  15. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“

Der neue Papst ist wie der alte ein harter Brocken

18. März 2013 in Kommentar, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Das fängt nicht gut an und es ging auch nicht gut weiter.“ - Innerhalb weniger Tage ist es nun gelungen, eine weitere Nachricht aus der Unterwelt abzufangen. Eine KATH.NET-Glosse der besonderen Art von Helmut Müller


Koblenz (kath.net) In der Hölle herrscht offensichtlich Hochbetrieb, um nicht zu sagen, sie rotiert förmlich. Innerhalb weniger Tage ist es mir nun gelungen, eine weitere Nachricht aus der Unterwelt in der Oberwelt abzufangen, von nicht unerheblicher Brisanz.


Lieber Wormwood,

die Wahl des neuen Papstes war ein Desaster. Wie konnte das geschehen? Eine schnell zusammengesetzte Untersuchungskommission von erfahrenen Ober- und Unterteufeln aus unserer höllischen Analyseabteilung, kam zu folgenden Ergebnissen:

Das weltweite Beten um eine gute Papstwahl, besonders die Initiative Adopt a cardinal, an der sich vor allem auch viele junge Beter beteiligten, hat eine Firewall gegen uns aufgerichtet, gegen die wir nicht angekommen sind.

Unsere neuen Desensibilisierungsprogramme erwiesen sich dagegen als wirkungslos. Obwohl unsere Einflussagenten in der sixtinischen Kapelle auf dem Sprung waren, kamen sie gegen das extra omnes der Gebete nicht an. Gegen Weihwasser und Segnungen, soweit dies gedankenlos geschieht, zeigen unsere neuen Desensibilisierungskurse einige Wirkung, aber die geballte Gebetsmacht so vieler Menschen machte die Sixtina für die eingesetzten Kollegen zu einem unerträglichen Raum.

Mir wurde berichtet, dass sie nach dem extra omnes den Raum fluchtartig mit Schüttelfrost und kaltem Schweiß auf der Stirn - wenn ich das einmal mit Menschensprache sagen darf - Hals- über Kopf verlassen mussten. Teufel mögens bekanntlich heiß, das muss ich dir nicht weiter erklären.

Aber unsere Desensibilisierungsprogramme haben gegen durch Gebete ausgelösten Schüttelfrost und kalten Schweiß noch kein Mittel gefunden. Selbst die schon gegen Weihwasser und Segnungen desensibilisierten Kollegen mussten zähneklappernd – sofern wir welche hätten – den Raum verlassen. Die Kollegen von der Abwehr, die sich von Desensibilisierungsprogrammen gegen Heuschnupfen inspirieren ließen, müssen von vorne anfangen.


Was ist also zu tun? Der neue Papst ist wie der alte ein harter Brocken. Schon auf der Loggia hat er den Namen der Jungfraumutter in den Mund genommen und ihr am Tag danach in Santa Maria Maggiore seine Aufwartung gemacht und einen Blumenstrauß mitgebracht. Das fängt nicht gut an und es ging auch nicht gut weiter. In der ersten Predigt zerrt er unsere seit der Aufklärung mühsam verdeckte Undercoverarbeit in einer Weise ans Licht der Öffentlichkeit, die mich rasend macht. Zitiert er doch tatsächlich Leon Bloy, „wer nicht zu Gott betet, betet zum Teufel“. Mein lieber Wormwood, deine mühsame Destabilisierung des letzten Pontifikats scheint mir zu einem Pyrrhussieg zu werden. Aber noch gebe ich nicht auf.

Mit Sicherheit hören die Leute nach und nach auf zu beten. Dann kommt unsere Zeit: Die großen Fähigkeiten, die dieser Papst mitbringt, müssen wir gegeneinander isolieren. Seine franziskanische Bescheidenheit darf sich nicht mit seiner im besten Sinne jesuitischen Tatkraft verbinden. Wenn es uns gelingt, diese großen Fähigkeiten von einander zu isolieren, haben wir eine Chance. Ich stelle es mir so vor. Seine Tatkraft soll er ruhig in der Reform der römischen Kurie erschöpfen. Das sehen alle gerne. Und da beten auch viele drum. Und viele beten auch darum, dass er die weltweite römische Kirche dezentralisiert, den Ortskirchen mehr Spielraum lässt. Beide Gebetsanliegen können ruhig erfüllt werden, aber voneinander isoliert.

Es macht uns also nichts aus, wenn die römische Kurie funktioniert, wenn man die weltweite römische Kirche gleichzeitig dezentralisiert. Denn dann läuft das Rad der Kurie meinetwegen wie geschmiert, bei dessen Drehung sich aber um alles in der Welt nichts weiter mitdrehen darf!!! Die Ortskirchen nehmen wir uns dann gesondert aufs Korn. Für die wird nicht soviel gebetet.

Weisungen aus Rom, so gut sie dann auch sind, sollten weiter ignoriert werden. Das Deutschlandmodell dient uns da als Vorbild. Gute Ansätze gibt es ja. Er nennt sich ja immer wieder nur Bischof von Rom. Egal wie er selbst das versteht, aber alle andern sollten es nur so verstehen, dass er quasi nur der Frühstücksdirektor der Weltkirche ist. Das an Petrus gerichtete Herrenwort: „Du aber stärke Deine Brüder“, darf ihm gar nicht in den Sinn kommen.

In einem Radiobeitrag im SWR hat jüngst schon ein Teilnehmer gemeint, die Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene könne jetzt sicherlich von Ortskirchen entschieden werden. Klar, dass wir das unterstützen. Noch vor einem Jahr hatte ja niemand was dagegen gehabt, dass der Ex-Bundespräsident „jenseits des Protokolls“ mit seiner jetzt zweiten Ex-Frau zur Eucharistie geht. Das gehört ja zu unserem Programm. Für jeden alles oder alles für jeden. Ehe für jeden und egal für wie viele und welche auch immer. Eucharistie auch für jeden, völlig egal wie versöhnt oder unversöhnt alle Beteiligten miteinander sind. Da müssen wir weiter dranbleiben und nivellieren. Das verunmöglicht dann wahrhafte Barmherzigkeit – eine der schlimmsten Eigenschaften unseres Widersachers. Wirklich tragische Fälle, an denen die Barmherzigkeit unseres Widersachers und auch die der Kirche durch besonders begnadete Seelsorger aufscheinen könnte, werden dann unterschiedslos zur Schmierenkomödie wie „jenseits des Protokolls“.

Du siehst, mein lieber Wormwood, die Vergabe des schwefelgelben Rauchfasses am Band muss erst noch verdient werden. Aber die letzten Überlegungen haben mir wieder Mut gemacht, dass noch nicht alles verloren ist. Unsere Desensibilisierungsprogramme können nicht mehr verbessert werden: Weihwasser, Weihrauch und Segnungen, das ist, wenn sich alle nichts dabei denken, in den Griff zu bekommen. Aber wenn irgendwo Ernsthaftigkeit dabei ist, dann haben wir verspielt.

Der neue Papst macht mir da wirklich Angst. Auch der alte war in diesem Sinne furchterregend. Aber die damalige Kurie hat alles verwässert, sabotiert und verschlampt und schließlich unsere großen Verbündeten, die Medien – wehe denen, die sie schelten - haben den einfachen Arbeiter im Weinberg auf einen Theoretiker reduziert, der nette Bücher über ökologischen Weinbau geschrieben habe.

Nur zu, vernebele weiter alles mit deinem schwefelgelben Rauchfass, insbesondere Letzteres, dass es sich eigentlich um eine Ökologie des Menschen handelte.

Dein dich liebender Oheim
Screwtape

Dr. Helmut Müller ist Akademischer Oberrat am Institut für Katholische Theologie der Universität Koblenz

Diese Glosse beruht auf dem Buch von C.S. Lewis: Dienstanweisungen an einen Unterteufel.

kath.net-Lesetipp:
Dienstanweisungen an einen Unterteufel
C.S. Lewis
Taschenbuch: € 9.20
eBook: € 13,10
Erhältlich bei: kathShop


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  2. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  3. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  4. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  5. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  7. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  8. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  9. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  10. Weihesakrament und Leitungsvollmacht







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  6. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  7. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  8. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  9. Kirche im Verfall
  10. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  11. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  14. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  15. Bozner Bischof: Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung feiern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz