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Koptischer Bischof Damian: 'Ägyptens Revolution wurde verraten'

18. Februar 2013 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Bischof zeichnet düsteres Bild der Situation der Kopten in Ägypten - Weiterhin keine Sicherheit für Kopten


Wien (kath.net/KAP) Der koptische Generalbischof Anba Damian (Foto) hat im Gespräch mit dem "Pro Oriente"-Informationsdienst ein düsteres Bild über die Situation der Kopten in Ägypten gezeichnet. Die Sicherheit der Kopten sei nicht gewährleistet, tagtäglich komme es zur Entführung, Vergewaltigung und Zwangsislamisierung koptischer Mädchen, Frauen ohne Kopftuch würden bedroht, koptische Geschäftsinhaber und Hausbesitzer unter den Augen der Behörden vertrieben, Kirchen in Brand gesteckt, so der für Deutschland zuständige Bischof am Freitag in Wien.

Für alle diese Übergriffe gebe es weder Entschuldigungen noch Wiedergutmachungen oder Schadenersatz, klagte Anba Damian. Von den Sicherheits- und Justizbehörden würden die "aggressiven Taten der Islamisten" systematisch unter den Teppich gekehrt, es gebe keine Prozesse gegen die Täter und ihre Hintermänner. Die Situation sei heute "noch schlimmer als unter Mubarak".


Die Verantwortung fange "ganz oben" an, unterstrich Anba Damian. Präsident Mohammed Mursi wolle im Grunde aus Ägypten "ein Kalifat" machen, die islamischen Regeln aus dem 7. Jahrhundert würden von ihm als tauglicher Rahmen für einen modernen Staat im 21. Jahrhundert angesehen, die wichtigsten Posten seien durchgehend mit Muslimbrüdern oder Salafisten besetzt, unter 48 Ministern gebe es nur eine Christin, die Forschungsministerin.

Mursi habe versprochen, eine christliche Politikerin als Vizepräsidentin zu ernennen, doch es sei bei Worten geblieben. Kopten würden "systematisch marginalisiert". Auch die Armee sei längst von Muslimbrüdern und Salafisten infiltriert. Die Übergabe der Macht an die Muslimbrüder sei "Staatsverrat" gewesen. Die Regierung versuche mit allen Mitteln, das Volk "unter Kontrolle" zu halten, oppositionelle Meinungen würden nicht geduldet, ihre Träger oftmals attackiert und verletzt. Der koptische Unternehmers Naguib Sawiris habe im Interview mit BBC die westlichen Länder angeklagt, ein Stillhalteabkommen mit den Islamisten getroffen zu haben und dadurch die Werte der ägyptischen Revolution - Demokratie und Freiheit -, die auch die Werte des Westens seien, zu verraten. Die Erhaltung und Renovierung von Kirchen, insbesondere aber die Errichtung neuer Gotteshäuser sei nach wie vor mit großen Schwierigkeiten verbunden. Dazu komme, dass sich die Attacken von Islamisten und Salafisten gegen christliche Kirchen unter den Augen der Polizei abspielten.

Der koptische Bischof unterstrich die hohe Verantwortung der Al Azhar-Universität als älteste und größte sunnitische theologische Lehranstalt der Welt: "Was dort verkündet wird, hat Auswirkungen im Alltag". Für die analphabetische Hälfte der ägyptischen Bevölkerung seien die Freitagspredigt in der Moschee und das Angebot des Fernsehens die entscheidenden Elemente der Meinungsbildung: "Was die von Al Azhar ausgebildeten Imame sagen, ist von größter Wichtigkeit für die Bewahrung des gesellschaftlichen und interreligiösen Friedens". In den "Fatwas" (islamischen Rechtsgutachten) werde aber immer wieder die Religion im Hinblick auf politische Ziele - wie den Machterhalt des Präsidenten - instrumentalisiert.

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 Wischy 20. Februar 2013 
 

Meldestelle

Es müsste - vermutlich außerhalb Ägyptens - eine Stelle geben, die all diese Vorfälle registriert und festhält.


1
 

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