Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  5. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  6. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  7. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  8. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  9. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  10. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  11. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  12. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  13. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“
  14. Auch müde Gebete zählen
  15. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich

Der 'lachende Heilige' und das gerupfte Huhn

1. Februar 2013 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Philipp Neri (1515-1595) setzte Humor als Mittel zur geistlichen Führung ein, um Menschen für Gott zu gewinnen


Wien (kath.net/KAP) Philipp Neri (1515-1595) zählt fast 500 Jahre nach seiner Geburt nicht zuletzt wegen seines geistreichen Humors nach wie vor zu den beliebtesten Heiligen. Der Ordensgründer und "Apostel von Rom" gilt als herausragende Gestalt der Katholischen Reform im Rom des 16. Jahrhunderts. Den gebürtigen Florentiner zeichnete neben Intellektualität und Demut auch Heiterkeit und Liebenswürdigkeit aus, "die er als Mittel zur geistlichen Führung einsetzte" und damit "Menschen bis heute an sich ziehen und für Gott gewinnen" kann, wie Paul Wodrazka, Wiener Priester der Kongregation des Oratoriums des heiligen Philipp Neri, in einem Beitrag für das Jahrbuch 2011 der Diözese Gurk schrieb.

Schon 1600, fünf Jahre nach seinem Tod, wurde Philipp Neri seliggesprochen. 1622 folgte die Heiligsprechung zusammen mit Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Theresa von Ávila und Isidor von Madrid, die passend zum Humor Philipps in Rom augenzwinkernd kommentiert wurde: Papst Gregor XV. habe vier Spanier und einen Heiligen zur Ehre der Altäre erhoben, hieß es.

Dass Philipp ein "humoristischer Heiliger" war, veranschaulicht der Oratorianer Paul Wodrazka, der an der Apostolischen Nuntiatur Wien mitarbeitet, durch zwei Anekdoten aus dem Leben des Gründers der Weltpriestergemeinschaft.


Humorvolle Lektionen für zwei Adelige

Als gesuchter Beichtvater, der täglich bis zu zwölf Stunden im Beichtstuhl verbrachte, habe Philipp Bußen auferlegt, die "nicht nur sehr originell", sondern auch von hohem "glaubenspädagogischen Wert" waren, schrieb Wodrazka. Als Contessa Bianchi bekannte, sie habe wiederholt schlecht über andere Menschen gesprochen, trug ihr der weise Beichtvater Folgendes auf: "Zur Buße wirst du dir am Markt ein Huhn besorgen und dann damit zu mir kommen. Unterwegs musst du es so gut rupfen, dass dabei auch nicht eine Feder übrigbleibt."

Die Contessa führte dies folgsam aus, sehr zum Amüsement der römischen Bevölkerung. Angesichts des gerupften Huhns verlangte Philipp Neri von der stadtbekannten Adeligen jedoch, alle Federn wieder einzusammeln und keine dabei zu vergessen. Darauf die Contessa bestürzt: "Das ist doch nicht möglich! Der Wind hat die Federn bereits in ganz Rom verweht." Daraufhin Philipp: "Daran hättest du vorher denken müssen. So wie du die einmal ausgestreuten Federn nicht mehr aufsammeln kannst, weil der Wind sie verweht hat, so kannst du auch die bösen Worte, die du einmal ausgesprochen hast, nicht wieder zurücknehmen."

Eine weitere Anekdote rankt sich um den würdigen Kommunionempfang, auf den Philipp Neri besonderen Wert legte. Und wieder war eine römische Adelige im Visier seiner humorvollen Glaubenspädagogik: Die Principessa Camilla Doria-Pamphili hatte die Angewohnheit, unmittelbar nach der Kommunionspendung und noch vor Ende der Messfeier die Kirche zu verlassen. Der Heilige trug vier Ministranten auf, der Davoneilenden mit je einer brennenden langen Kerze zu folgen. Die verdutzte Principessa fragte nach dem Sinn der ungewöhnlichen Begleitung; die Erklärung lieferte der dazugekommene Philipp mit den Worten: "Principessa haben gerade den Leib Christi empfangen. Noch ist er nicht vergangen. Zu den Vorschriften der Kirche gehört: Das allerheiligste Sakrament muss mit Kerzen begleitet werden, wenn man es über die Straße trägt. Deshalb schickte ich die Kerzenträger nach."

Camilla Doria-Pamphili kehrte daraufhin beschämt mit hochrotem Kopf in das Gotteshaus zurück und verließ von da an die Kirche immer erst nach dem Schlusssegen.

Mehr noch als die "High Society" seiner Zeit hatte Philipp Neri die bedürftigen und "kleinen Leute" im Blick: Noch während seines Studiums verkaufte er alle seine Bücher außer der Bibel, gab den Erlös den Armen und widmete sich der religiösen Unterweisung des Volkes auf der Straße, heißt es im Ökumenischen Heiligenlexikon: "Entsprechend seinem sonnigen Naturell führte er heitere, witzige und schlagfertige Gespräche mit Straßenjungen und einfachen Leuten, aber auch mit Kaufleuten und Künstlern." Johann Wolfgang von Goethe erklärte Philipp in seiner "Italienischen Reise" zu seinem Lieblingsheiligen.

In voller Länge nachzulesen ist der Artikel von Paul Wodrazka im Jahrbuch 2011 der Diözese Gurk (Thema: "Humor - Bruder des Glaubens"), das für 9 Euro plus Versandkosten nach wie vor erhältlich ist (Pressestelle, Tel.: 0463/57770-1071, Fax: 0463/57770-1079, [email protected]).

Foto: Hl. Philipp Neri (1515-1595), (c) www.oratorium.org


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Humor

  1. "Überall klebte jemand fest. Ich hab‘ nie verstanden, warum man sie immer wieder losmacht"
  2. Frei wie ein Taxi?
  3. Edle Getränke mit guten Witzen in reizvoller Landschaft
  4. Mephisto und der Exeget
  5. Weihrauchbier und eine fehlende Kirchturmhaube
  6. Hirschhausen: Glaube und Humor gehören zusammen
  7. Franziskus und «Der Pfosten Gottes»
  8. Wenn eine 'Basis-Umfrage' nicht wunschgemäß ausgeht,...
  9. Benedikt XVI. am Telefon?
  10. Da lacht auch der liebe Gott






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  7. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  8. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  9. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  10. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  11. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  12. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  13. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  14. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität
  15. Bekenntnisse eines Warmduschers

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz