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Alois, der Pfarrer aus dem Allgäu

3. November 2012 in Spirituelles, 7 Lesermeinungen
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"Viele Gläubige sehnten sich nach Führung auf den Weg zu Gott. Leider spürte er diese Sehnsucht nicht, da er zu beschäftigt war sein Reich aufzubauen" – Eine Erzählung von Monika Winter


Annweiler (kath.net) Es war einmal ein Priester, der sich für sein persönliches Glück ein schönes Fleckchen im Allgäu suchen wollte. Es sollte eine kleine Gemeinde sein, mit wenig Stress und sehr offenen Ansichten. Nach langer Suche fand er endlich dieses ersehnte Fleckchen und trat seine letzte Reise an. Nachdem er sich dort gut eingelebt hatte, schaute er sich alle Menschen in seiner neuen Gemeinde an. Dann fing er langsam an sich seine Gemeinde nach seinen Wünschen zu formen. Sie sollte einfach sein, und sich seinen Ideen und Ansichten anpassen. Nachdem dies geschehen war, sah er sich seine Gemeinde voller Glück und Zufriedenheit an.

Nun, es waren nicht viele Gläubige in der Kirche, aber das störte ihn nicht, denn so wie es war, so war es für ihn gut.

Viele Gläubige sehnten sich nach Führung auf den Weg zu Gott. Leider spürte er diese Sehnsucht nicht, da er zu beschäftigt war sein Reich aufzubauen. Eine Kälte zog in die Gemeinde ein, Lieblosigkeit und großes Geltungsbedürfnis machten sich breit. Aber all dies sah der Priester nicht, denn so wie es war, so war es gut.

Eines Tages hörte er die Stimme Gottes: „Alois, weidest Du meine Schafe?“ Alois antwortete: „Sicher Gott, schau doch nur die dicken, fetten Schafe an, die auf meiner Weide stehen.“ Gott sah die dicken, fetten Schafe, die sich zufrieden neben Alois legten und ihm schmeichelnd die Füsse leckten. Etwas später hörte er zum zweiten Mal die Stimme Gottes: „Alois, weidest Du meine Schafe?“ Alois wandte sich um und sagte erschrocken: „Sicher Gott, schau doch nur welch tolle Feste wir feiern und alle fröhlich sind.“ Gott sah die Feste in der Kirche und wurde immer trauriger. Sie priesen nicht Gott, sondern sie priesen Ihr eigenes Werk. Zum dritten Mal hörte Alois die Stimme Gottes: „Alois, weidest Du meine Schafe?“ Alois wurde langsam ärgerlich, denn er tat ja alles um ein schönes Reich für den Herrn aufzubauen: „Gott, warum fragst Du mich dies? Siehst du nicht, wie alle Leute mich lieben?“


Da nahm der Herr Alois ein Stück in die Höhe und zeigte ihm die Wahrheit, die sich hinter den dicken, fetten Schafen und hinter den fröhlichen Festen verbarg. Dort lag ein dürres und karges Land mit dünnen, ausgemergelten Schafen. Sie liefen ziellos umher und suchten den Weg zum Herrn. Sie kamen nicht vorbei an all den Festen, den dicken, fetten Schafen und verkümmerten langsam. Sie hatten Durst nach dem lebendigen Wasser, der Quelle des Lebens. Die Worte des Heils drangen nicht mehr zu Ihnen durch. Sie bekamen nicht mehr das heilige Brot und durften auch all den Dreck, der sich über die Jahre angesammelt hatte, nicht im Stall der Reinigung abladen.

Alois erschrak über diese Wahrheit. Er fiel zu Boden und begann bitterlich zu weinen. „Gott, verzeih mir meine Blindheit, meinen Egoismus. Ich wollte mir mein eigenes Reich der Selbstzufriedenheit, der Gemütlichkeit, des eigenen Glückes und der Selbstbeherrschung errichten. Dies wollte ich mir erbauen und vergaß dabei ganz meine Berufung, nämlich Dir zu dienen und all die verirrten und suchenden Schafe zu Dir zu führen!“

Gott rührte es, dass Alois sich für all seine Taten von Herzen schämte und er sprach voller Mitleid und Barmherzigkeit: „Alois, du bist meine Hand, du bist mein Mund, du bist mein Herz. Ich brauche dich in dieser Welt der Kälte. Du sollst die Menschen zu mir führen, damit sie sich für die Liebe, die ich bin, entscheiden können. Wenn du nur an dich denkst und nicht auf mich schaust, dann verlierst du dich schnell in der Versuchung und du wirst den Weg des Verderbens gehen.

Ich schenke Dir die Gnade der Vergebung und die Gnade der Umkehr. Allerdings sollst du wissen, dass jeder Tag ein neuer Kampf der Entscheidung ist. Eine Entscheidung aus Liebe zu mir und zu meinen Kindern, die ich Dir anvertraut habe“

Alois ging in seine Gemeinde zurück. Er sprach zu den dicken, fetten Schafen und erklärte Ihnen, dass es so nicht mehr weiter gehen könne. Die Schafe fingen an zu treten, zu schreien und Alois zu beißen. Alois stand ruhig da und ließ es geschehen, denn er wollte für seine Taten büssen. Manche der dicken, fetten Schafe berührte diese Wandlung der Liebe und sie folgten ihrem Herrn auf dem schmalen Weg. Andere gingen davon und suchten sich einen neuen Herrn, der genau so war wie sie. Auch die Feste wurden geändert und sie wurden zu Festen der Anbetung, der Hingabe und der Hinwendung zu Gott. Die mageren Schafe kamen und tranken aus der Quelle des Lebens, stärkten sich vom heiligen Brot und reinigten sich, indem sie ihren Dreck und Schmutz endlich abladen konnten.

Alois sah sich nach einiger Zeit seine Gemeinde an. Er war endlich angekommen und hatte sein Glück gefunden. Er erkannte, dass er dazu berufen sei, die Schafe die ihm anvertraut sind, zum Herrn zu führen und Ihnen den Weg des Ewigen Lebens zu weisen.

2 Timotheus 4, 2-3: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln


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Lesermeinungen

 Maria die Zuhörerin 4. November 2012 
 

Danke, Frau Monika Winter für diese schöne allzu wahre Erzählung.
Möge Gott uns davor bewahren, nicht wie die dicken, fetten Schafe zu werden.


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 mcfly 3. November 2012 
 

Liebst du mich

Eine sehr schöne Geschichte, der Heilige Geist ist spürbar und erfahrbar in jeder Zeile. Mutter Maria möge unsere Priester vom Alois zum guten Hirten führen.


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 AlbinoL 3. November 2012 


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 AlbinoL 3. November 2012 

Unglaublich wenn man ihn liest...das Allgäu scheint überall zu sein

leider gibt es in der Realität kein Happy End.
Meistens ändert der Pfarrer den Stil nicht und wenn doch, dann sind mittlerweile die dicken Schafe in den Gremien des Pfarrgemeinderats ettc. verteilt und machen eine Umkehr unwahrscheinlich und unmöglich.


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 Sternenklar 3. November 2012 

Möge der bekehrte Pfarrer in der Gnade ausharren.

Kompliment an die Autorin. Sie sprechen mit christlicher Nächstenliebe durch die Geschichte ohne zu verletzen und zu verurteilen. Weiter so. Gott segne Sie.


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 Genesis 3. November 2012 

Ein \"begnadeter\" Artikel, vergelt´s Gott!

Und was passierte mit den dicken, fetten Schafen die davonliefen?

Sie fanden einen Hirten, der sie von Weide zu Weide trieb, und sie freuden sich. Sie hüpften und sprangen, ganz ausgelassen. Ihr Hirte freude sich mit ihnen und bemerkte dabei nicht, dass sie sich immer mehr einer Streuobstwiese nähern. Dort angekommen, fraßen sie das Fallobst und bekamen einen Blähbauch und gingen jämmerlich zugrunde.


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 wormwood 3. November 2012 
 

Danke für diese schöne allzu wahre Geschichte


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