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Italien: Auch Kirche empört über Urteil gegen Andreotti

18. November 2002 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Nach dem Urteil gegen den 83-jährigen Chefredakteur von "30 giorni" fordert Ministerpräsident Berlusconi eine Justizreform.


Rom (www.kath.net)
Italien ist empört über das Urteil in zweiter Instanz gegen den ehemaligenitalienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti. Der 83-Jährige, der auch Chefredakteurdes katholischen Magazins "30 giorni" ist, wurde von einem italienischen Gericht in Perugiawegen angeblicher Beteiligung an einem Mordkomplott gegen einen Journalisten zu 24 Jahren Haftverurteilt. In erster Instanz war Andreotti aber freigesprochen worden. Besondersmerkwürdig an dem Urteil ist, dass bis heute die Mörder nicht gefunden wurden und beim Prozess vorallem einehemaliges Mafia-Mitglied als Zeuge befragt wurde. <

In einem möglichen Berufungsverfahren kann nun über die Rechtmäßigkeit desbisherigenVerfahrens befunden werden. Möglicherweise wird es neuerlich in eine andereInstanz verwiesen und eine endgültige Entscheidung wird es daher vielleicht erst ineinigen Jahren geben. Da Andreotti als Senator auf Lebenszeit Immunität genießt, müsste er aber ohnediesnicht ins Gefängnis.

Bereits am Sonntag Abend hat Ministerpräsident Silvio Berlusconi alsKonsequenz eine umfassende Reform des italienischen Justizwesens angekündigt. "Andreotti istOpfer eines wahnsinnigen Justizsystems", meinte der Ministerpräsident gegenüberitalienischen Medien.

Andreotti hat die Justizurteile stets als politisch motiviert tituliert undgegenüber italienischen Medien jetzt mitgeteilt, dass er immer der Justiz vertraut habe und ihr auchweiterhin vertrauen werde. Er bezeichnete es allerdings als schwer, "eine solche Absurdität zuakzeptieren". Auch Vertreter der katholischen Kirche zeigten sich empört. Kardinal FiorenzoAngelini Andreotti soll nach Angaben des Internetportals "Yahoo" einen Vergleich mit derLeidensgeschichte Jesu Christi gezogen und gemeint haben: "Zweifelsohne wird es am Ende eineWiederauferstehung geben."



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