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Vatikan entzieht Bischof wegen Kinderpornos den Klerikerstand

17. Mai 2012 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Kanada: Der ehemalige Bischof Lahey sitzt derzeit 15 Monate Haft ab. Psychiater bescheinigte Lahey eine sexuelle Neigung zu männlichen Heranwachsenden und jungen Männern sowie sadomasochistische Fantasien.


Antigonish (kath.net/KNA) Der wegen des Besitzes von Kinderpornografie verurteilte kanadische Bischof Raymond Lahey (Foto) ist vom Vatikan in den Laienstand zurückversetzt worden. Damit sei der frühere Diözesanleiter von Antigonish mit einer der schwersten Strafen der katholischen Kirche belegt worden, erklärte das Bistum laut der kanadischen Zeitung «Winnipeg Free Press» am Mittwoch. «Die Entscheidung erinnert uns alle an den schweren Schaden, der durch jede Form von Pornografie entsteht», zitierte die Zeitung den amtierenden Bischof Brian Joseph Dunn. Die Sanktion sei zugleich das Ergebnis des staatlichen wie des kircheninternen Strafprozesses.


Lahey war wegen Besitzes von kinderpornografischem Material im Januar zu 15 Monaten Haft und 24 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Die Untersuchungshaft wurde laut kanadischen Medienberichten doppelt auf die Strafe angerechnet, so dass der 71-Jährige nicht ins Gefängnis zurückkehren musste.

Die Ereignisse seien weiterhin mit «vielen Verletzungen, Trauer und Zorn» verbunden, so Bischof Dunn weiter. Die Vorgänge hätten das Leben vieler Menschen verändert; auch das Leben von Lahey sei «durch seine Taten und diese Entscheidung radikal verändert» worden, so Dunn.

Im September 2009 hatte die Flughafenpolizei in Ottawa bei Lahey auf einem Laptop und einem Mobilgerät rund 588 Bilder und 63 Videos gefunden; sie zeigten vor allem männliche Jugendliche bei sexuellen Handlungen. Lahey trat kurz darauf von der Leitung seines Bistums zurück, an dessen Spitze er seit 2003 gestanden hatte. Der Vatikan leitete unabhängig von der kanadischen Justiz ein kirchenrechtliches Strafverfahren ein.

Ein vom Gericht beauftragter Psychiater bescheinigte Lahey eine sexuelle Neigung zu männlichen Heranwachsenden und jungen Männern sowie sadomasochistische Fantasien. Eine Gefahr pädophiler Übergriffe gehe von ihm nicht aus.

Lahey hatte sich während des Verfahrens im Dezember vor Gericht entschuldigt. Seine Sucht nach pornografischen Inhalten im Internet widerspreche seinen moralischen Prinzipien. Er habe insgeheim seine Entdeckung gewünscht. Die Zollkontrolle, die 2009 zu seiner Festnahme führte, kath.net hatte berichtetsei ein «verkappter Segen» gewesen, sagte Lahey. Bereits bei einer Anhörung im Mai hatte der Bischof seine Vergehen eingeräumt und sich freiwillig in Haft begeben.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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