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Indonesien: Kirche fördert friedliches Miteinander der Religionen

25. April 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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'Kirche in Not'-Mitarbeiter: Die überwiegende Mehrheit der Muslime lebt aus der Toleranz heraus, dennoch sei eine aggressiver werdende Minderheit teilweise arabischer Abstammung festzustellen


München (kath.net/KIN) Auf die besondere Verantwortung der katholischen Kirche für das friedliche Miteinander der Religionen in Indonesien weist das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" hin. Das Land erkenne zwar in seiner Verfassung Religionsfreiheit an, leider gebe es dort aber bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder Gewalt gegen religiöse Minderheiten, sagte Karl-Georg Michel von "Kirche in Not" dem in Würzburg erscheinenden "Volksblatt" (20. April 2012).

Im laufenden Jahr sei bislang nichts über Tote oder Verletzte bei religiös motivierten Zwischenfällen bekannt geworden, 2011 seien jedoch bei solchen Zusammenstößen acht Menschen ums Leben gekommen.


Indonesien ist das Land mit dem höchsten muslimischen Bevölkerungsanteil weltweit. Um die 80 Prozent der rund 230 Millionen Einwohner sind Muslime. "Die überwiegende Mehrheit der Muslime lebt aus der Toleranz heraus, die sich seit Jahrhunderten im Miteinander der Religionen ergeben und bewährt hat", betonte Michel in dem Interview.

Dennoch sei in Indonesien eine aggressiver werdende muslimische Minderheit teilweise arabischer Abstammung festzustellen. Diese muslimischen Fanatiker gingen gegen alles vor, was ihren Vorstellungen eines "wahren" Islam widerspreche. Davon seien Christen und Hindus betroffen, aber auch Muslime.

Der Präsident Indonesiens spreche sich immer wieder für Toleranz und Religionsfreiheit aus. Dennoch sei das Land von zunehmender Intoleranz, von geplanter und organisierter Gewalt gegen religiöse Minderheiten geprägt, so der Mitarbeiter von "Kirche in Not" weiter.

Trotz des zunehmenden Drucks zeige sich die katholische Kirche allen Menschen gegenüber freundlich und dialogbereit. Sie pflege deshalb einen "Dialog des Lebens" mit den Muslimen, unterstrich Michel. Diese hätten Christen sogar angeboten, an kirchlichen Festtagen Kirchen zu beschützen.

Die katholische Kirche unterstütze in Indonesien zahlreiche Projekte. Von entscheidender Bedeutung sei Michel zufolge eine gute Schulbildung, zu der die Kirche einen sehr wichtigen Beitrag leiste. "Nur so kann es gelingen, den Kreislauf von Armut und Gewalt zu stoppen, der in Indonesien die Ursache vieler Spannungen ist."

Foto: (C) KIRCHE IN NOT, Heilige Messe in der Diözese Sanggau


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