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Ägypten: Für Christen stehen die Zeichen auf Untergang

23. März 2012 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Schlimmer als vor der Revolution: 100.000 Kopten verließen ihre Heimat


Düsseldorf (kath.net/idea) Die Lage für Christen in Ägypten wird immer bedrohlicher. Aufgrund der Verfolgung haben im vergangenen Jahr über 100.000 orthodoxe Kopten das Land verlassen. „Die Zeichen der Zeit stehen für die Kopten auf Untergang“, sagte der Priester Abuna Tawadros (Düsseldorf) am 21. März bei einer Pressekonferenz der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Düsseldorf. Er kritisierte, dass der ägyptische Staat für die Kopten keine Schutzmacht sei. Deshalb müssten sie viel Unrecht und Verfolgung erleiden – „mehr als dies vor der Revolution der Fall war“. Christliche Geschäftsleute würden zu Schutzgeldzahlungen gezwungen, vertrieben und getötet. In Oberägypten verlangten islamische Extremisten, sogenannte Salafisten, die Vertreibung von Christen und den Verkauf ihrer Häuser. Immer wieder verschwänden koptische Mädchen; sie würden vergewaltigt, zum Übertritt zum Islam und zur Heirat eines Muslimen gezwungen. Die Christen Ägyptens brauchten die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zu ihrem Schutz vor Verfolgung und Gewalt, so Tawadros. Von den 84,5 Millionen Ägyptern sind etwa zehn Prozent Christen.


Scheidung für Frauen erschwert

Wie die IGFM weiter berichtet, berät Ägyptens Parlament über die Abschaffung der im Jahr 2000 eingeführten „Khula“-Scheidung, umgangssprachlich oft „Freikaufen“ genannt. Dabei muss die Ehefrau die Mitgift, die sie bei der Hochzeit erhalten hat, an ihren Ehemann zurückzahlen. Diese Art der Scheidung kann auf Initiative der Frau eingeleitet werden und erfordert zumindest in der Theorie nicht die Zustimmung des Ehemannes. Muslimische Männer benötigen kein Scheidungsverfahren. Es genügt, wenn sie dreimal die Formel „Ich verstoße Dich!“ aussprechen. Für muslimische Frauen sei es ohne die Khula-Scheidung fast unmöglich, sich aus einer gescheiterten und gewalttätigen Ehe zu befreien, sagte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Wie viele andere islamisch geprägte Länder verfüge auch Ägypten über kein ziviles Eherecht.


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