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Die Hobbits und das römische Kalendarium

28. Dezember 2011 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
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Acht Jahre mussten Tolkien-Fans warten, um etwas von „Der Hobbit“ zu sehen - Der katholische Glaube erweist sich als Subtext von „Der Herr der Ringe“ - Ein Gastbeitrag von Michael K. Hageböck


Kissleg (kath.net) Nächste Weihnachten kommt er ins Kino, seit vergangener Woche ist der Trailer online: Acht Jahre mussten Tolkien-Fans warten, um etwas von „Der Hobbit“ zu sehen, der Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“. Die Filmtrilogie von Peter Jackson (2001-2003) wurde für insgesamt 30 Oscars nominiert und mit 17 Oscars ausgezeichnet; das zu Grunde liegende Werk zählt zu den zehn meist gedruckten Büchern aller Zeiten. Millionen Menschen sind von Tolkiens Erzählungen begeistert, aber nur wenige wissen, wie katholisch der Autor und sein Werk sind. In einem Beitrag für das mariologische Jahrbuch „Sedes Sapietiae, welches in Kleinstauflage beim fe-Verlag erscheint, zeigte Michael Hageböck, dass viele Kalenderdaten in Tolkiens Werk auf verblüffende Weise mit katholischen Festtagen übereinstimmen. Der Verfasser stellt jetzt wesentliche Gedanken dieses Aufsatzes einer größeren Öffentlichkeit vor:


„Der kleine Hobbit“ (1937) wird vom Marienmonat Mai umrahmt: in ihm beginnt und endet die Reise Bilbos. Bei der Rückkehr von seinem Abenteuer feiert der Protagonist bei Beorn Weihnachten (im englischen Original „Yule-tide“), eine „Weile“ nach Mittwinter. Da „mid-winter“ die Wintersonnenwende am 21. Dezember meint und in der Erzählung einige Tage vor „Yule-tide“ datiert, scheint die Übersetzung „Weihnachten“ durchaus angebracht.

Auch in „Der Herr der Ringe“ kommt dem 25. Dezember eine gewichtige Bedeutung zu: An ihm brechen die Gefährten von Elronds Haus auf. Erstaunlicher Weise beginnt das eigentliche Abenteuer genau an Weihnachten und es endet mit der Niederwerfung des Bösen am 25. März, also am Hochfest Maria Verkündigung. Auf diesen Umstand haben schon einige Tolkien-Forscher hingewiesen. Wenn der 25. Dezember und den 25. März mit Bedacht gewählt wurden, dann wäre es spannend, weitere Korrespondenzen zu finden. Maßgebliche Bezugsgröße ist das römische Kalendarium in der traditionellen Ordnung vor dem Motu proprio „Mysterii paschalis“ (4. Februar 1969), weil „Der Herr der Ringe“ 1954/55 ediert wurde. Etwaige regionale Besonderheiten des englischen Direktoriums sollen berücksichtigt werden.

Wenden wir uns der Exposition der Trilogie zu, genauer den vierzehn ersten Kapiteln. Tolkiens Hauptwerk beginnt in Erwartung des gemeinsamen Geburtstags von Frodo und seinem Onkel Bilbo, am Donnerstag, den 22. September im Jahr 3001 des Dritten Zeitalters. Gegen „Ende der zweiten Septemberwoche“ trifft Gandalf in Hobbingen ein, um bei den Vorbereitungen zu helfen. Seine Ankunft datiert zwangsläufig zwischen dem 8. und dem 12. September, also den Festen Maria Geburt und Mariä Namen. Gandalf kommt zum Geburtstag der Gottesmutter, um den Geburtstag des Protagonisten zu planen. Der Hobbit ist zur selben Zeit geboren wie die allerseligste Jungfrau, ein erstes Indiz, was ihn kalendarisch in Verbindung mit Maria bringt.

17 Jahre später beginnt Frodos Reise mit der Vigil zum Fest „Maria von der Erlösung/Loskauf der Gefangenen“: In der Nacht begegnen die Gefährten dem Hochelben Gildor Inglorion; an diesem 24. September segnet Gildor den Protagonisten mit den Worten: „Möge Elbereth dich beschützen […] und möge das Ende deines Weges unter einem guten Stern stehen!“ Die sich konstituierende Ringgemeinschaft wird unter den Schutz einer mariotypischen Person gestellt. Frodo lernt die Hymne an Elbereth, welche ihn auf seiner Quest wirksam Hilfe zukommen lässt. Das angezeigte Kirchenfest „erinnert an den besonderen Schutz Mariä bei der Gründung des Ordens der Mercedarier [… Seine Mitglieder] stellten sich zuweilen selbst als Geiseln, um arme Christen aus der Sklaverei der Muselmanen zu befreien.“

Während die Weltkirche am 24. September „Maria von der Erlösung“ feiert, gedachte Tolkiens Heimat an jenem Tag „Our Lady´s Dowry“, also der Mitgift Mariens, womit England selbst gemeint war. Diese Feier erinnert an einen ungewöhnlichen Ehrentitel und ist das einzige originär englische Marienfest. Erzbischof Thomas Arundel, Erzbischof von Canterbury, erläuterte 1399: „Die Betrachtung des großen Geheimnisses der Menschwerdung hat alle christlichen Völker dazu angehalten, jene zu verehren, auf die der eigentliche Beginn unserer Erlösung zurückgeht. Aber wir Engländer, die Diener ihres außerordentlichen Erbes und ihrer eigenen Mitgift, wie wir gewöhnlich genannt werden, sollten alle anderen in der Inbrunst unseres Lobpreises und unserer Andacht überbieten.“ Der Überlieferung nach geht der Titel „Dowry of Mary“ auf Edward den Bekenner zurück (1042-1066); erstmals verbürgt ist er auf einem Gemälde, welches König Richard II (1377-1399) zeigt, wie er mit seinen Rittern vor der Gottesmutter niederkniet, um ihr sein Land anzubieten. Auf der Inschrift lesen wir: „Dies ist Deine Mitgift, O fromme Jungfrau“. In Verbindung mit dem Fest „Maria von der Erlösung“ verstanden die Engländer den nämlichen Tag stets als nationales Bekenntnis zur römischen katholischen Kirche und ihrer Mutter, der allerseligsten Jungfrau Maria. Durch sie sollen die Söhne Englands von jeglichem Irrglauben freigekauft werden. Dass in „Der Herr der Ringe“ die Queste Frodos ausgerechnet an diesem Datum beginnt, stellt ein rührendes Zeugnis des Autors dar, mit dem er seine Liebe zum englischen Katholzismus römischer Provenienz bekennt. Der Protagonist bricht mit der Vigil des 24. September auf, um seine Heimat zu retten und die Macht des Bösen zurück zu weisen. Seine Fahrt steht unter dem Schutz Elbereths.


Am zweiten Tag der Fahrt, also am 25. September, feiert die Kirche „Unsere liebe Frau von der Barmherzigkeit“ und gedenkt Maria als Schutzpatronin der Waisen. Frodo, der ohne Eltern bei seinem Onkel Bilbo aufwuchs, begegnet an diesem Tag dem Bauern Maggot. Dreißig Jahre lang plagte den Hobbit ein schlechtes Gewissen, bis er Maggot beichtet, dass er seine Pilze gestohlen habe. Er kann ihn kaum anschauen, doch der Bauer nimmt die Begegnung zum Anlass, die Gefährten zu einem üppigen Mahl einzuladen. Reue und Barmherzigkeit stehen am Anfang von Frodos Reise. Während er am ersten Tag von Gildor Inglorion eine Hymne lernte, die an das „Salve Regina“ erinnert, setzt der zweite Tag genau mit der Anrufung Mariens fort, die in der angezeigten Antiphon auf die erste folgt: „Mater Misericordiae“. Deutlicher könnte ein werkimmanenter Hinweis auf die Gottesmutter kaum sein.

Bald schon werden die Hobbits mit den ersten Gefahren konfrontiert, die sie ohne fremde Hilfe nicht meistern könnten. Die Volksfrömmigkeit verehrt im September besonders die Engel. Auf den 29. September ist das Fest des heiligen Erzengels Michael datiert, der im 12. Kapitel der geheimen Offenbarung gemeinsam mit Maria auftritt und gegen den teuflischen Drachen kämpft. In der Oratio des zur Zeit von Tolkien gebräuchlichen Messbuchs heißt es: „O Gott […] gewähre nun in Deiner Huld, dass auf Erden unser Leben von jenen beschirmt werde, die im Himmel als Deine Diener allzeit vor dir stehen.“ Am 29. September rettet Tom Bombadil die Gefährten vor den Grabunholden. Damit ist eine bemerkenswerte Symmetrie zu Elbereth angezeigt. Während die Königin der Engel in „Der Herr der Ringe“ verborgen im Hintergrund hilft, wenn sie angerufen wird, tritt Tom Bombadil visuell wahrnehmbar auf, um aus der Gefahr zu retten. Wie wir noch sehen werden, folgt in beiden Fällen auf die Rezitation eines Verses die Vertreibung von geisterhaften Wesen. In Anwendung seiner Beowulf-Interpretation lässt Tolkien bei seiner eigenen Erzählung die Mächte der Finsternis als physische Gefahr erscheinen, wobei der Waffengang der paganen Helden teilweise in das Ringen mit der Versuchung transformiert wird. Bei Tom Bombadil ereignet sich die Auseinandersetzung mit dem Feind in humorvoller Gelassenheit; bei Elbereth hingegen verschiebt sich der Kampf ins Geistliche. Tatsächlich kämpft Sauron um Länder und gleichzeitig um Seelen: Er führt schreckliche Armeen, tritt jedoch selber nie in manifester Gestalt in Erscheinung. Diese Komplementarität von sichtbarer und unsichtbarer Welt entspricht im Übrigen den Evangelien, wo Jesu heilt, um seine eigentliche Macht und Autorität zu belegen (Joh 5,11f.). Analog macht die Wirksamkeit der Anrufung Tom Bombadils in Kapitel 8 des ersten Buches plausibel, dass auch die Invokation der mariotypischen Elbereth im Laufe der weiteren Handlung in einem Zusammenhang mit dem Gelingen des Abenteuers steht. Am Fest des Heiligen Erzengels Michaels, der den Teufel zurück drängt, rettet Tom die Gefährten vor dem Feind.

Auch die nächste Etappe kann nur mit fremder Hilfe gemeistert werden: Am 2. Oktober, dem Schutzengel-Fest, führt Aragorn die Hobbits durch die Mückenwasser-Moore. Viele Male beschützt der Waldläufer die Gefährten, doch in der angezeigten Szene, stellt er sie zum ersten Mal unter seine Obhut. Das Graduale zitiert Psalm 90,11: „Seine Engel hat ja Gott zu deinem Schutz befohlen: sie sollen wachen über dich auf allen deinen Wegen.“ Im übertragenen Sinn tritt der Waldläufer hier als Schutzengel auf, er begleitet die Reise, weicht den Schergen Saurons auf geheimen Pfaden aus und beschützt die Hobbits. Das Sujet des Schutzengels, von dem „Der Knabe im Moor“ geführt wird, kennen wir aus dem gleichnamigen Gedicht Annette von Droste zu Hülshoff (1842). So aussichtslos scheint dieses Unterfangen, dass ein übermenschlicher Beistand Gelingen zu ermöglichen vermag.

Schließlich werden die Gefährten in der Nacht zum 7. Oktober von den Ringgeistern aufgespürt. Es kommt zur ersten offenen Konfrontation mit dem Feind. Frodo erliegt der Versuchung, zieht den Ring auf und der Hexenkönig von Angmar durchbohrt ihn mit seinem Schwert. Eigentlich sind die Hobbits vom Gegner überwältigt und alles scheint verloren. Wieso die Nazgul sich nicht des Ringes bemächtigen, sondern im Moment des Triumphes fliehen, ist einzig dadurch zu erklären, dass Frodo im letzten Augenblick Elbereth um Hilfe anruft. Aragorn weiß um die Nutzlosigkeit jeglicher Waffengewalt im Kampf gegen „diesen entsetzlichen König“ und erklärt: „Tödlicher für ihn war der Name Elbereth.“ Ihre Anrufung verhindert ein vorzeitiges Scheitern; die wunderbare Errettung ereignet sich in der Vigil zu jenem Fest, an welchem die Kirche der aussichtslosen Seeschlacht zu Lepanto im Jahr 1571 gegen die türkische Übermacht gedenkt. Der selige Papst Pius IX. schreibt in der Enzyklika „Ineffabilis Deus“ die unerklärliche Kriegswende der Fürsprache Mariens zu. Für ihn ist das Eingreifen der Gottesmutter mehr als ein einmaliges geschichtliches Ereignis; vielmehr zeugt es von der allzeit präsenten Macht der „Auxilium Christianorum“.

Im Übrigen beginnt die jüdische Zeitrechnung mit dem 7. Oktober 3761 v. Chr., also mit dem von Rabinern angenommenen Schöpfungsdatum. Als Katholik könnte man hier eine Verbindung zwischen der ersten Eva und der zweiten sehen, womit Maria gemeint ist, welche ebenso wie ihr Vorbild ohne den Markel der Sünde zur Welt kam: Am Tag des späteren Rosenkranzfestes wäre Eva geschaffen worden. Der selige Kardinal Newman, dessen Kaplan Tolkiens Vormund war, thematisierte ausführlich die zweite Eva und identifizierte sie mit der Frau des Protoevangeliums: Maria hielt stand, wo Eva fehlte; sie macht ungeschehen, was Eva tat. „Erwägen wir weiter die unmittelbare Beziehung des Gesagten auf die Unbefleckte Empfängnis. Es war ein Kampf zwischen dem Weib und der Schlange. Das ist aufs Nachdrücklichste erfüllt, wenn sie mit der Sünde nichts gemein hatte - denn sobald jemand sündigt, wird er ein Bundesgenosse des Bösen.“ Das Rosenkranzfest hatte für Newman eine ganz persönliche Bedeutung: An diesem Tag begann er 1845 sich auf seine Beichts zur Konversion vorzubereiten. Der 7. Oktober, an dem Frodo auf die Fürsprache Elbereths hin gerettet wurde, ist mit dem Seligen Kardinal eine Referenz an die zweite Eva, die Immaculata. Die „Immerreine“, also Unbefleckte, ist auch ein elbischer Titel, der Elbereth in dem an sie gerichteten Hymnus zukommt: „Fanuilos“ bezeichnet jene, die „immer“ (ui) blendend weiß wie eine „Wolke“ ist (fân) und so rein wie gefallener „Schnee“ (losse).

Der Übergriff auf Frodo wurde durch die Immerreine vereitelt, die Nazgul mussten ohne den gesuchten Ring fliehen, jedoch geht es dem Protagonisten zusehends schlechter. Abermals kommt fremde Hilfe. Am 18. Oktober stößt der Elb Glorfindel auf die Gefährten; er bietet ihnen einen Heiltrunk an: „Er war klar wie Quellwasser und hatte keinen Geschmack und war im Munde weder kalt noch warm; doch schienen Kraft und Stärke in ihre Glieder fließen.“ Glorfindel taucht genau an jenem Tag auf, da die Kirche das Gedächtnis des heiligen Evangelisten Lukas feiert, der nach Kol 4,14 von Beruf Arzt ist und als Patron seines Standes gilt.

Am 20. Oktober kehren die Ringgeister zurück und jagen Frodo bis zur Bruinen Furt. Dort sucht er abermals Zuflucht bei der Immerreinen: „Bei Elbereth […] weder den Ring noch mich sollt ihr haben!“ Die Kirche verehrt an diesem Tag Maria als „Wunderbare Mutter“. Wieder entgeht Frodo nur knapp seinen Verfolgern, ist jedoch derart geschwächt, dass er bewusstlos zusammen bricht und erst am 24. Oktober wieder erwacht: genau am Fest des heiligen Erzengels Raphaels, dem Patron der Kranken.

Bis hier hin scheinen die Ereignisse in „Der Herr der Ringe“ mit dem vorkonziliaren Kalendarium der römischen Kirche genau abgezirkelt zu sein. Alle angeführten Daten sind explizit im Anhang von „Der Herr der Ringe“ genannt. Nach fast zwei Monaten Aufenthalt in Bruchtal weist Elrond die Gefährten darauf hin, dass ihre Zahl nun voll sei und sie „in sieben Tagen“ ihre Reise beginnen sollten. Da der Aufbruch an Weihnachten stattfindet, fällt Elronds Äußerung auf den 18. Dezember, also auf das Fest der Erwartung Mariens. Die Gefährten warten dort, um am Weihnachtstag ihre Quest in Angriff zu nehmen.

Summa Summarum dokumentieren zwölf Feiertage in der Exposition von „Der Herr der Ringe“ eine Relation zwischen Erzählung und katholischem Glauben. Die Feste kommentieren die Ereignisse und illustrieren die Gedankenfülle des Buches. Im Zeitrahmen der weiteren Handlung vermissen wir jedoch eine Kontinuität der kalendarischen Korrespondenzen, allerdings fällt ein Großteil davon in den meisten Jahren in die Fastenzeit, wo es ohnehin keine bedeutenden Marienfeste gibt und der Protagonist analog zum Kirchenjahr seine Passion erleiden muss. Davor schöpft die Ringgemeinschaft an drei wichtigen Festen nochmals Kraft in Zufluchtsorten der Elben: Am 8. Dezember, dem Fest der Unbefleckten Empfängnis, weilen sie in Bruchtal; den 2. Februar, Maria Lichtmess, sowie den 11. Februar, das Fest unserer Lieben Frau von Lourdes, verbringen sie im Schutz Lothlóriens, dem umfriedeten Garten Galadriels, einem hortus conclusus.

Als Ergebnis darf festgehalten werden, dass in der Exposition eine weitgehende Übereinstimmung nachgewiesen werden kann: Ereignisse aus der Erzählung stehen in inhaltlichem Bezug zum traditionellen römischen Kalendarium. Vom Aufbruch in Hobbingen (Vorabend zum 24. September) bis zur Ringvernichtung im folgenden Jahr (25. März) sind alle relevanten Marienfeste in der Geschichte Berücksichtigung finden. Das einzige originär englische Marienfest (Mitgift unserer Lieben Frau), Weihnachten und Maria Verkündigung sind die Eckdaten des Geschehens. Der katholische Glaube erweist sich folgerichtig als Subtext von „Der Herr der Ringe“.

Trailer: Der Hobbit - Eine unerwartete Reise (der engl. Trailer)

 


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Lesermeinungen

 Imrahil 15. Juni 2015 
 

1. Mai: Krönung Aragorns. Hochzeit von Sam und Rose. Fest des hl. Joseph (und zwar das mit mehr weltlichen Bezügen, verglichen mit dem 19. März).


1. November. Die Hobbits werden vom totalitären Regime, das jetzt im Auenland
herrscht, verhaftet, so wie es gewissermaßen oft die Kirche, das himmlische
Jerusalem, traf (Zush. sehr vage).

1. November. Die Hobbits werden vom totalitären Regime, das jetzt im Auenland herrscht, verhaftet, so wie es gewissermaßen oft die Kirche, das himmlische Jerusalem, traf (Zush. sehr vage).

29. September, nochmal: Aufbruch der Ringträger zum Aufenthaltsort von
denen, die in Tolkiens erfundener Welt den Engeln entsprechen (Valar, Maiar).

Was Thomas von Aquin oben betrifft: Ich erwähne noch, daß Faramir Frodo mit Proviant ausstattet, und das der hl. Thomas die Kirche ja auch gewissermaßen mit intellektuellem Proviant ausgestattet hat.


0
 
 mkh 28. Dezember 2011 

ignorant

@ Albertus Magnus: Haben Sie Tolkien schon einmal gelesen - oder einfach mal eben so Ihre Meinung geäußert ... ? Ihrem Pseudonym nach zu urteilen sind Sie ja durchaus auf der Suche nach der Wahrheit und es würde mich freuen, wenn Sie Ihre Aussage verifizieren würden.


1
 
 Albertus Magnus 28. Dezember 2011 
 

Was soll daran gut sein?

Ich sehe darin keinen Gewinn, wenn jemand den katholischen Glauben in einer eigenen Geschichte verschlüsselt. Ich kann auch der ganzen \"Herr der Ringe\" Lobrede in kath.net nicht zustimmen. Für mich ist diese Erzählung eher gnostisch als katholisch.


1
 
 mkh 28. Dezember 2011 

Maria und Tolkien?

Ich würde gerne diskutieren, welche Relevanz die Gottesmutter im Leben und Werk von Tolkien hat. Der Artikel hier könnte tatsächlich so gelesen werden, als wolle man in einem Telefonbuch einen Geheimcode finden (vgl. Kommentar Theobald). Allerdings ist der Originaltext in Sedes Sapientiae viel weiter gefasst, gibt eine allgemeine Einordnung der Stellung Mariens im Werk Tolkiens, beschäftigt sich eingehend mit dem 25. März als Datum der Ringvernichtung und zeigt im Anhang die Einflüsse von Newman und der Stellungnahmen Roms zur Gottesmutter auf Tolkien.


1
 
 Rhenania 28. Dezember 2011 
 

Märchen erinnern uns daran,

dass wir in einer Welt von Gut und Böse leben. Im Gegensatz dazu lernen wir durch den uns umgebenden (und durchdringenden) Relativismus, dass alles \"irgendwie gut\" und \"irgendwie böse\" zugleich ist und es nicht das absolut Gute und das absolut Böse gibt, wie es uns auch die Bibel sagt. Durch Märchen kann unser Blick wieder geschärft werden.


3
 
 Malleus_Haereticorum 28. Dezember 2011 
 

interessant....

Natürlich spiegeln sich der Glaube und die Weltansichten eines Schriftstellers- manchmal mehr, manchmal weniger- in seinen Werken. Oft geschieht diese Spiegelung mit Absicht, meistens jedoch unbewusst. \"Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über\" (LK, kap 6, vers 45) Dies gilt sowohl für das gesprochene Wort wie für das niedergeschriebene. Auf jedenfall ein interessanter Beitrag.


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 Theobald 28. Dezember 2011 
 

oh lala

Ich liebe das Buch, mag die Filme, freue mich auf den \"Hobbit\" und weiß, dass Tolkien ein sehr gläubiger Mann war.
Aber man kann es auch ziemlich übertreiben!
Mit der Methode, die der Autor hier anwendet, könnte ich wahrscheinlich sogar dem örtlichen Telefonbuch einen quasi-christlichen Subtext unterstellen.
Für mich komplett überflüssige Zahlenspielerei!


2
 
 qwery 28. Dezember 2011 

Naja...

...Tolkien gehört zu den bekanntesten Katholiken und war auch aktiv gläubig. Sein Sohn wurde Priester. Ich dachte früher immer, ach Herr der Ringe ist ein Fantasiekäse, aber man sollte nie vorher etwas kritisieren wenn man nicht genau weiß worum es geht.


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