Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  5. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. Was auch immer Synodalität sein soll
  8. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. „Warum bin ich Christ“
  12. Was eine Messe wiegt
  13. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  14. Wie die Geschichte von Baby Miran ungeborene Kinder rettete
  15. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender

Warum die deutsche „Demokratie-Kirche“ keine Zukunft hat

18. Mai 2026 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Wenn Katholikentage nicht Zeugnisse der weltlichen Konfusion, sondern Zeichen des Glaubens setzen wollten, würde auf ihnen über den Lebensschutz gesprochen, mit Leidenschaft und Löwenmut.“ Kommentar von Thorsten Paprotny


Würzburg-Bonn (kath.net) Dass der kunterbunte Würzburger Katholikentag wenig repräsentativ für den römischen Katholizismus in der Kirchenprovinz Deutschland sein würde, war bereits vor Stattfinden des – weltlich gesprochen – „Events“ klar. Die rituell verbrämte Beschwörung des Kampfes um „Unsere Demokratie“, mithilfe der „Brandmauer“, ersetzte die Frage nach Gott, zumindest weitgehend. Das entschlossene Eintreten für den unbedingten Lebensschutz, immerhin Verfassungsauftrag und durch Art. 1 GG gesichert, bleibt außen vor. 

Zu sehr hat sich – anders als bei deutschen Bischöfen wie Joseph Kardinal Höffner in den 1970er Jahren – das geschmeidige Anpassen an eine Konformität mit dem Zeitgeist durchgesetzt. Die anstößige Wahrheit des Glaubens wird verdrängt oder vergessen, stattdessen warnt der Publizist Andreas Püttmann im Nachgang auf einem bekannten, aus Kirchensteuermitteln finanzierten Portal noch vor „rechtskatholischen Geisterfahrern“. Und wer zählt alles dazu? Wer heute für die Würde des Menschen eintritt und den unbedingten Schutz des Lebens – etwa auf den Märschen für das Leben –, von der Empfängnis bis in die Sterbephase hinein fordert und erwartet, wird in einer Zeit, in der offensichtlich auch gesprächsfähige und für den kirchlichen Diskurs zugelassene Demokraten für das Recht auf Abtreibung (https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/schwangerschaftsabbrueche-legalisieren/) plädieren: „Wir Grüne im Bundestag sagen: Schwangerschaftsabbrüche müssen legalisiert werden. Wir Grüne im Bundestag werden weiterhin für die volle Umsetzung von reproduktiven Rechten kämpfen. Denn wir sind der Meinung: Schwangerschaftsabbrüche müssen legalisiert werden, der Paragraf 218 in seiner jetzigen Form gehört abgeschafft.“ 


Echte Demokraten unter den Katholiken, die die Demokratie und das Recht auf Meinungsfreiheit verteidigen möchten, würden auf einem Katholikentag oder anderswo mit Vertretern einer solchen Partei, selbst wenn viele ihrer Repräsentanten problematische oder sogar antikatholische Positionen vertreten, diskutieren. 

Doch vor sogenannten „Rechtskatholiken“ wird nur gewarnt, und jede Gesprächsverweigerung ist ein Armutszeugnis. Wer mit Vertretern demokratisch gewählter Parteien diskutiert – und natürlich kritisch und kontrovers diskutiert –, der nimmt vor allem auch die Demokratie ernst, statt die Vertreter von Oppositionsparteien per se zu stigmatisieren. 

Sichert also derjenige, der mit Repräsentanten linker und linkspopulistischer Parteien spricht, streitet und diskutiert, die Demokratie in Deutschland? Davon ist auszugehen. Gibt derjenige, der den Positionen linker und linkspopulistischer Parteien, etwa über den unbedingten Lebensschutz, zustimmt, Zeugnis für seinen Glauben? Daran ist begründet zu zweifeln, aber darüber darf, kann und muss man streiten. Auch „linkskatholische Geisterfahrer“ gehören damit an den Tisch der Debatte. Sichert derjenige, der mit Repräsentanten rechter und rechtspopulistischer Parteien spricht, streitet und diskutiert – etwa über die Migrationspolitik, über die transatlantischen Beziehungen, über die Russlandpolitik –, die Demokratie in Deutschland? Auch davon ist auszugehen, nach meiner unmaßgeblichen Meinung – unbedingt sogar. 

Wer sich vor einer kritischen Diskussion nicht fürchtet, der steht ein für die Demokratie, vielleicht nicht für „Unsere Demokratie“, aber für den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat in der Bundesrepublik Deutschland, wie dieser vom Grundgesetz garantiert wird und wie dieser sich immer wieder neu bewähren muss. 

Anders gesagt: Wenn irgendwelche Linken und/oder irgendwelche Rechten zu den verborgenen Gegnern der Demokratie und zu Gegnern der Kirche gehören sollten, dann muss man erst recht die Auseinandersetzung mit ihnen suchen. Vergessen wir aber nicht: Die römisch-katholische Kirche in Deutschland und damit alle Gläubigen, die ihr angehören, was auch immer sie wählen, ob sie wählen oder nicht wählen, sind nicht auf die Treue zu dem medialen Gespinst namens „Unsere Demokratie“ verpflichtet, aber auf die Treue zum Evangelium, ob gelegen oder ungelegen, und auf die Treue zum Papst und zur Kirche des Herrn, die alle Zeiten und alle Orte umschließt. Wir werden einmal nicht gefragt werden, ob wir den Aposteln und Apologeten von „Unserer Demokratie“ nachgefolgt, sondern unserem Herrn Jesus Christus – darauf, und auf nichts anderes, kommt es einzig und allein an. 

Vor 50 Jahren schrieben die deutschen Bischöfe in der Handreichung „Zur Neuregelung des § 218“ (https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/deutsche-bischoefe/DB06.pdf): „Recht und Sittengesetz stimmen also überein, wenn es um den Schutz des menschlichen Lebens geht. Nicht nur die Kirche, sondern auch der Staat und die Gesellschaft müssen Nein sagen und entschiedenen Widerstand leisten, wenn das Recht des Menschen auf sein Leben angetastet wird. Das gilt uneingeschränkt auch für das ungeborene Leben im Mutterschoße.“ 

Eine solche Entschlossenheit und Eindeutigkeit wünschen sich viele einfach gläubige Katholiken auch von ihren Bischöfen heute, und eine solche Eindeutigkeit vermissen viele einfach gläubige Katholiken heute. 

Wenn Katholikentage nicht Zeugnisse der weltlichen Konfusion, sondern Zeichen des Glaubens setzen wollten, würde auf ihnen über den Lebensschutz gesprochen – mit Leidenschaft und Löwenmut, in einer Zeit, in der die „Diktatur des Relativismus“ (Joseph Ratzinger) und „Satans Rauch“ (hl. Paul VI.) auf vielfältige Weise auch in die Kirche Einzug gehalten haben. 

Nur die Kirche Gottes hat Zukunft – dank sei Gott –, der kirchenpolitische Gemischtwarenladen der Beliebigkeit wird vergehen. Der einfach gläubige Katholik ist übrigens weder „links“ oder „linkspopulistisch“ noch „rechts“ oder „rechtspopulistisch“, sondern einfach nur römisch-katholisch. Und das genügt, ob gelegen oder ungelegen.

Dr. Thorsten Paprotny (siehe Link) lehrte von 1998-2010 am Philosophischen Seminar und von 2010 bis 2017 am Institut für Theologie und Religionswissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Der Autor vieler Bücher publizierte bsp. den Band "Theologisch denken mit Benedikt XVI.".

Foto: Logo des Katholikentags Würzburg (c) Katholikentag Würzburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Wien: Über 3.000 Teilnehmende beim "Marsch fürs Leben"
  3. Frankreich: Jugendliche schänden Kirche und feiern islamistischen Rap-Song
  4. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  5. Über 3000 Teilnehmer beim Marsch fürs Leben in Wien 2026
  6. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  7. Wie die Geschichte von Baby Miran ungeborene Kinder rettete
  8. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  9. Aktionäre fordern FedEx auf, den Versand von Abtreibungspillen einzustellen
  10. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  11. Israel: Vikariat ruft drei Jahre nach 7. Oktober zu Versöhnung auf
  12. Georgien: Kirchen- und Staatsoberhaupt bekräftigen christliche Wurzeln
  13. Bischofstreffen zu Ehe und Familie will Abschlussbericht publizieren
  14. Du bist eingeladen – mit deinem ganzen Leben
  15. 'The Chosen': Sechste Staffel ab Dezember auf Netflix

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz