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Afghanistan: Von Todesstrafe bedrohter Christ ist frei

5. April 2011 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Shoaib Assadullah weigerte sich, seinem Glauben abzuschwören


Mazar-i-Sharif (kath.net/idea) In Afghanistan ist ein wegen seines Glaubens von der Todesstrafe bedrohter Christ offenbar freigelassen worden. Wie der Arbeitskreis Religionsfreiheit der Deutschen Evangelischen Allianz berichtet, habe man noch unbestätigte Informationen erhalten, wonach der seit über fünf Monaten inhaftierte Shoaib Assadullah vor wenigen Tagen aus dem Hauptgefängnis von Mazar-i-Sharif entlassen worden sei. Eine andere Quelle bestätigte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea diese Nachricht.

Der 25-jährige Konvertit soll nach seiner Entlassung unter anderem das Grab seiner Mutter besucht haben, die während seiner Haft gestorben war. Er befinde sich noch in Afghanistan. Assadullah war am 21. Oktober in Mazar-i-Sharif verhaftet worden, weil er einem Afghanen ein Neues Testament gegeben hatte. Am 28. Dezember wurde ihm mitgeteilt, dass er wegen Abfalls vom Islam hingerichtet würde, sollte er nicht dem Christentum abschwören. Das hat er verweigert. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und idea benannten ihn als „Gefangenen des Monats Januar“ und riefen zu seiner Unterstützung auf. Internationale Proteste führten dazu, dass er nicht hingerichtet wurde, obwohl in allen islamischen Rechtsschulen der Abfall eines Muslims vom Islam mit dem Tod bestraft werden muss.


Zweiter Christ vor Hinrichtung gerettet

Assadullah ist der zweite Christ, der in diesem Jahr in Afghanistan vor der Hinrichtung gerettet wurde. Ende Februar war der neun Monate wegen seines Glaubens inhaftierte Said Musa nach intensiven diplomatischen Bemühungen in Kabul freigelassen worden. Auch ihm drohte wegen Übertritts vom Islam zum Christentum die Todesstrafe. Er verließ das Land am 21. Februar mit unbekanntem Ziel. In Briefen aus dem Gefängnis hatte der 46-Jährige berichtet, dass ihn Gefängniswärter „sehr genötigt“ hätten, dem christlichen Glauben abzusagen. Dies habe er abgelehnt: „Ich bin ein Diener Jesu Christi.“ Musa war vor acht Jahren Christ geworden. 15 Jahre lang arbeitete er für das Rote Kreuz in Kabul. Der beinamputierte Mann passte für die Organisation Prothesen an. Am 31. Mai 2010 wurde er verhaftet, nachdem der Fernsehsender Noorin TV Bilder einer Taufe von zum Christentum übergetretenen Muslimen gezeigt hatte. Afghanistan gehört zu den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Unter den 28,4 Millionen meist muslimischen Einwohnern leben nach Angaben des Hilfswerks Open Doors etwa 10.000 Christen.


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