Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  4. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  5. Wahrheit ist heilsrelevant
  6. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  7. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  8. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  9. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  10. Papst an Pfadfinder: „Ihr verbindet auf kluge Weise das Buch der Natur mit dem Wort Gottes“
  11. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  12. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit
  13. "Ich glaube, dass ich glaube"
  14. Früherer Zeremoniär: Johannes Paul II. verband Humor und Spiritualität
  15. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“

Johannes Paul II. war es 'tödlich ernst' mit Christus

26. April 2011 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jeden Dienstag im April auf kath.net exklusive Leseproben aus dem neuen Buch von Alexander Kissler über den Seligen Johannes Paul II.


München (kath.net)
Pünktlich zur Seligsprechung Papst Johannes Pauls II. erinnert Focusredakteur Alexander Kissler in seinem einfühlsamen Essay an diesen großen Kirchenmann. Er ruft das spirituelle Vermächtnis des Papstes und seine wichtigsten religiösen wie weltpolitischen Initiativen ins Gedächtnis. Dessen intensive Hinwendung zur Jugend, die tiefe Wertschätzung der Juden, die Offenheit im Umgang mit den anderen Religionen und Bekenntnissen, vor allem aber die mutige Gelassenheit im Verkünden der christlichen Wahrheit bleiben weiterhin fruchtbar. Ein Buch der Erinnerung und Verehrung mit vielen Fotos und Originalzitaten des Papstes.

Kath.net veröffentlich jeden Dienstag im April zur Einstimmung auf die Seligsprechung einen Auszug aus dem neuen Buch:

TEIL IV

In jenen Tagen, da Johannes Paul II. die Sprache zu schwinden begann und die Zeichen und Gesten umso beredter waren, schien jede Nachricht aus Rom ein Krankenbulletin zu sein: Wie geht es dem Papst? Fromme und Heiden, Christen und Andersgläubige interessierten sich in einem Maße für das Leiden und Erleiden Johannes Pauls, wie sie es seinem missionarischen Wirken kaum entgegengebracht hatten. Vollends der tragisch vergebliche Versuch, zu Ostern 2005 der Stadt und dem Weltkreis den Segen zu erteilen, ließ niemanden unberührt.


Keine Gelegenheit hatte der einstige Dramatiker und Schauspieler ausgelassen, der Öffentlichkeit sich und also die Kirche zu präsentieren. Die Kritik, hier siege das einmalige Ereignis, die „Papst-Show“, über den mühsamen und nur so nachhaltigen Kärrnerweg des Glaubens, begleitete ihn. Jetzt aber, da auch der moribunde Pontifex sich der Öffentlichkeit nicht entzog, fielen die Hüllen des Missverständnisses.

Ihm war es mit seiner Stellvertretung in der Welt und für Christus tödlich ernst. Er ging vor aller Augen den Weg bis zum bitteren Ende, wie damals, am Beginn einer neuen Zeitrechnung.

Die Seligsprechung am 1. Mai 2011 sagt wie jede Selig- und Heiligsprechung: Der Himmel steht offen. Die Welt ist nicht genug. Kein Pontifikat wird damit für makellos erklärt,sondern eine unsterbliche Seele Gott in besonderer Weise dankbar anempfohlen. Johannes Paul II. wusste selbst, dass ihm manches auch entglitten war. Die rastlose Produktivität überforderte selbst Wohlmeinende; die Begeisterung für die neuen geistlichen Bewegungen kam Würdigen und Unwürdigen zugute; nicht auf jeder Personalentscheidung lag Segen, und gegen manchen liturgischen Wildwuchs setzte er vergebens die Schere an, zuletzt in seiner 14. und finalen Enzyklika von 2003, „Ecclesia de Eucharistia“.

Das Vermächtnis aber, das Papst Johannes Paul II. am 2. April 2005 hinterließ, ist nicht abgetan. Die intensive Hinwendung zur Jugend, die tiefe Wertschätzung der Juden, der „geliebten Brüder“, die Offenheit im Umgang mit den anderen Religionen und Bekenntnissen, vor allem aber die mutige Gelassenheit im Verkünden der christlichen Wahrheit bleiben fruchtbar für das noch immer frische Jahrtausend, jenseits der Schwelle, die er selbst übertrat.

Zum bewegenden Erbe zählen die dem Schweigen so mühsam abgerungenen Worte, mit denen er sich am 24. März 2004 für den außerordentlichen Karlspreis bedankte. Es war sein Traum vom alten, geschundenen Kontinent: „Ich denke an ein Europa ohne selbstsüchtige Nationalismen (…), ein Europa, in dem die großen Errungenschaften der Wissenschaft, der Wirtschaft und des sozialen Wohlergehens sich nicht auf einen sinnentleerten Konsumismus richten, sondern im Dienst eines jeden Menschen in Not stehen (…). Das Europa, das mir vorschwebt, ist eine politische, ja mehr noch eine geistige Einheit, in der christliche Politiker aller Länder im Bewusstsein der menschlichen Reichtümer, die der Glaube mit sich bringt, handeln, engagierte Männer und Frauen, die solche Werte fruchtbar werden lassen, indem sie sie in den Dienst aller stellen – für ein Europa des Menschen, über dem das Angesicht Gottes leuchtet. Dies ist der Traum, den ich im Herzen trage und den ich bei dieser Gelegenheit den kommenden Generationen anvertrauen möchte.“ Ob dieser Traum je wahr wird?


Alexander Kissler: Der Jahrhundertpapst. Seliger Johannes Paul II.“ Pattloch 2011, 96 Seiten, 10,30 Euro.

Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch nur Inlandportokosten.

Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Johannes Paul II.

  1. KI-erstelltes Video animiert Fotos von Papst Johannes Paul II.
  2. Meloni besuchte neues Museum zu Ehren von Johannes Paul II. in Rom
  3. Polnische Bischofskonferenz: „Wir appellieren um Respekt vor dem hl. Johannes Paul II.“
  4. „Genossen, wir haben ein Problem“ – So reagierten die Kommunisten auf die Wahl Karol Wojtyłas
  5. „Johannes Paul II. – Prophet der Hoffnung“
  6. Kann uns eine möglicherweise erfundene Anekdote über Johannes Paul II. Wahres lehren?
  7. Karol Wojtyła 1976: „Wir stehen vor der finalen Konfrontation zwischen Kirche und Antikirche“
  8. Als Papst Johannes Paul II. gegen die „gay pride“ Parade in Rom protestierte
  9. Studie entdeckt ‚Johannes Paul II. – Effekt‘ auf Geburtenrate in Lateinamerika
  10. Die geheimnisvolle Nonne, die half, die Ermordung von Papst Johannes Paul II. zu verhindern






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  4. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  5. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  6. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  7. Das brennende Herz des heiligen Philipp Neri: Ein wissenschaftlich dokumentiertes Pfingstwunder
  8. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  9. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  10. Arche-Noah-Nachbildung feiert 10-jähriges Jubiläum
  11. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit
  12. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  13. Fossile Bäume lösen Debatte um Arche Noah und die Sintflut aus
  14. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  15. Wahrheit ist heilsrelevant

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz