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Stiftung ‚Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.’ des Heiligen Stuhls

26. November 2010 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Der künftige ‚Ratzinger-Preis’ als ‚Nobelpreis für Theologie’


Rom (kath.net/as) Am heutigen Freitag wurde die neu gegründete Stiftung „Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.“ des Heiligen Stuhls vorgestellt. Ziel der Stiftung ist es, die Theologie und Spiritualität Joseph Ratzingers zu fördern, Tagungen von hohem wissenschaftlichen Wert zu organisieren sowie einen besonderen „Ratzinger-Preis“ für Gelehrte in Patristik und Fundamentaltheologie zu verleihen.

Die „Vatikanische Stiftung Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.“ wurde formal am 1. März 2010 eingerichtet und verfügt über ein Anfangskapital von 2,4 Millionen Euro. 50 Prozent der Summe entstammen den Autorenrechten der Bücher Benedikts XVI; die anderen 50 Prozent dienen Werken der Nächstenliebe des Papstes. Das Anfangskapital der Stiftung soll durch weitere finanzielle Beiträge und Schenkungen aufgestockt werden.

Der emeritierte Kardinalvikar von Rom, Camillo Ruini, ist der Vorsitzende des wissenschaftlichen Komitees der Stiftung, das sich neben Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone und dem Kardinalpräfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Angelo Amato, aus den Erzbischöfen Jean-Louis Bruguès (Sekretär der Kongregation für das Katholische Bildungswesen) und Luis Francisco Ladaria (Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre) zusammensetzt.


Die Stiftung beabsichtigt, mit der bereits bestehenden deutschen „Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.-Stiftung“ zusammenzuarbeiten. Innerhalb des Jahres 2011, so Kardinal Ruini, sollen drei „Ratzinger-Preise“ verliehen werden. Diese Preise sollen sich im Lauf der Zeit als eine Art von „Nobelpreis für Theologie“ entwickeln.

Kardinal Ruini beschrieb die Theologie Joseph Ratzingers, von der er seit 1969 profitiere, als eine „Theologie, die vorwärts schreitet, auf Gegenwart und Zukunft blickt, dies ausgehend von einer außerordentlichen Kenntnis der Ursprünge und der Geschichte des christlichen Glaubens“. Die Fähigkeit, diese beiden Aspekte zusammenzuhalten und die Erneuerung aus dem Inneren der Treue zur Lehre der Kirche entspringen zu lassen, stelle Joseph Ratzinger in eine Reihe mit den großen Meistern der verschiedenen Zeitalter des Christentums.

Eine weitere Charakteristik des Werkes des Papstes besteht für Ruini in seiner Verständlichkeit. „Seine Theologie ist weder auf ‚Kirchisch’ noch in einem theologischen Jargon geschrieben“, so der Kardinal, „und deshalb wird sie auch von dem verstanden und verkostet, der kein Theologe ist“. Dabei handle es sich um eine Verstehbarkeit, die sich auch aus ihrer konkreten Form und ihrem Sinn für die Geschichte und die Wirklichkeit unserer Zeit ergebe. „Der Prozess der Neuevangelisierung Europas“, so präzisierte Ruini, „kann durch die Aktivität dieser Stiftung nur begünstigt werden.“

P. Stephan Horn SDS, der Präsident des „Ratzinger Schülerkreises“ sowie der „Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.-Stiftung“, sprach von den Projekten der deutschen Stiftung, unter denen besonders die „Bendikt-Akademie“ für junge Wissenschaftler sowie die Sammlung der Erinnerungen von mehr als 40 ehemaligen Schülern Joseph Ratzingers erwähnt wurden. Diese sollten den Gelehrten zur Verfügung gestellt werden, um diese „einzigartige Quelle des Lebens unseres Lehrers“ nicht zu verlieren. In Rom wolle die deutsche Stiftung ein Studienzentrum für die Theologie und Spiritualität Benedikts XVI. gründen.

Die deutsche Stiftung wurde am 21. Dezember 2007 mit Zustimmung des Papstes errichtet. Es geht ihr darum, Theologie im Geiste von Joseph Ratzinger-Benedikt XVI. zu fördern, sein wissenschaftliches Werk und sein spirituelles Erbe zu erschließen und zu verbreiten und die Erinnerung an ihn zu bewahren.


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