Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  6. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  7. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  8. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  9. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  10. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  11. Tantum ergo Sacramentum
  12. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  15. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'

Salzburger Erzbischof stellt sich hinter 'Auerbacher Schulschwestern'

4. Jänner 2002 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In einem Leserbrief an die TAGESPOST übt Erzbischof Eder (Salzburg) heftige Kritik an den verantwortlichen Behörden „So gingen seinerzeit die Nazis vor“


Bayern (kath.net / news.stjosef.at)
Die "Schulschwestern Unserer Lieben Frau in Auerbach" (Oberpfalz) stehen seit einigen Monaten im Mittelpunkt eines einseitigen Medieninteresses: Mit Ende des Schuljahres 2001/2002 geben sie Leitung und Unterricht in der Realschule Auerbach auf. Zu diesem Schritt wurden sie veranlasst, weil die Stadt und der Landkreis auf Druck des bayrischen Kultusministeriums verlangten, die Schulleitung zu ersetzen sowie eine Lehrkraft vom Unterricht zu entlassen. Der Orden sieht diese Forderungen als nicht gerechtfertigt an und zieht nun die Konsequenzen. Der Hintergrund: Die Schwestern tragen bestimmte Inhalte des Sexualkunde-Unterrichts nicht mit und hatten deshalb Teile von Schulbüchern "zensuriert". Der Widerspruch dagegen war äußerst heftig.
Nach dem Bischof von St. Pölten, Kurt Krenn, stellt sich nun ein weiterer österreichischer Bischof hinter die „Auerbacher Schulschwestern“, die übrigens zu den wenigen Ordensgemeinschaften gehören, die einen relativ starken Zuwachs haben.

Aufgrund der Brisanz des Inhaltes veröffentlicht KATH.NET den Leserbrief von Erzbischof Georg Eder auszugsweise:

Was man in den letzten Wochen aus dem katholischen Bayern hörte – ich meine das Drama um die Auerbacher Schulschwestern -, lässt den Außenstehenden (aber nicht Unwissenden) zunächst ungläubig erstarren und dann sehr nachdenklich werden.
Anzeige – Entfernung der Schulleitung – Verordnung – Verbannung des Ordens – Beschlagnahmung der Gebäude. So gingen seinerzeit die Nazis vor, wenn es darum ging, den Einfluss der Kirche auf Kinder und Jugend zu brechen. Wie sich die Methoden gleichen! Einzig die Akteure ändern sich.

Ich möchte einmal nachfragen, wie es in unserem Nachbarland um die Gewissensfreiheit bestellt ist. Wenn sich die Schwestern - und das weiß ich aus erster Quelle – im Gewissen verantwortlich fühlten, im Sexualkundeunterricht einmal nicht dem säkularisierten Staat, sondern der Lehre der Kirche zu folgen, in deren Dienst sie stehen – wie ist das zu beurteilen?...

Zur Verbindung mit dem Engelwerk, das ich aufgrund einiger Erfahrung gut genug kenne: Die Schwestern haben mit dem Opus Angelorum nicht das Geringste zu tun, das kann ich bezeugen. Wenn man aber das Engelwerk zu den Sekten rechnet, ist das eine Diffamierung. Die Vertreter des Opus Angelorum haben 1993 die Entscheidung der Glaubenskongregation angenommen und auch durchgeführt. Der Akt ist geschlossen.

Bleibt noch die – zu Recht umstrittene – Sexualaufklärung in den Schulen. Hierzulande wird sie projekthaft schon in den Kindergarten verlegt, mit dem Hinweis, dass man so die Kinder vor dem Missbrauch besser schützen könne. Ich frage mich: Wenn der sexuelle Missbrauch – und das ist statistisch erwiesen – zum allergrößten Teil durch die eigenen Väter und „Onkel“ erfolgt, wie kann sich ein „aufgeklärtes“ Kind besser vor Männerarmen schützen als ein nicht aufgeklärtes? F. W. Foerster sagte einmal, dass die Aufklärung weit mehr Zunder bringt, als die beste moralische Rede löschen kann. (Im Übrigen haben hier offensichtlich auch die lokalen und zentralen Instanzen der Kirche versagt).

Ich fordere das staatliche Schulamt auf, das schwere Unrecht, das den Schulschwestern angetan wurde, gutzumachen und in Zukunft auch das Elternrecht und die Gewissensfreiheit aller – der Eltern, der Kinder und der Lehrer – zu respektieren.
(Georg Eder, Erzbischof von Salzburg)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Eine Million Menschen zu Papstbesuch in Frankreich erwartet
  4. „Maria ist eine historische Gestalt, eine für Gott unendlich offene Person, eine Tochter Israels“
  5. Wollte gestohlenes Bild von Jesus zurückholen: Lebensschützer bei Marsch für das Leben verhaftet
  6. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  7. Buenos Aires macht Papstbesuch zum Feiertag
  8. Vatikan prüft Seligsprechungsprozess für spanisches Ehepaar
  9. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  10. Britisches Parlament stoppt Gesetz zur assistierten Sterbehilfe
  11. Zu jedem Zeitpunkt werden auf der Welt ungefähr 8.000 bis 9.000 Messen gefeiert
  12. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn
  13. Kardinal Aveline: Motto von Leos Frankreichreise hat auch mit dem Lebensschutz zu tun
  14. Tantum ergo Sacramentum
  15. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz