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| ![]() Prophetische Theologie Benedikts XVI., gefunden in Parisvor 17 Minuten in Buchtipp, keine Lesermeinung Rezension zu Lothar Rilinger, „Paris: Fluchtpunkt der Gedanken“ – „Diesem wichtigen Buch sei eine breite Leserschaft gewünscht… Schließlich geht es um das höchst gefährdete Abendland insgesamt“. Von Sebastian Sigler Paris (kath.net) Ein höchst symbolisches Bild, das vor aller Augen steht, markiert den Beginn des neuen Buches des katholischen Publizisten Lothar Rilinger. Paris ist der Schauplatz, und diese Wahl geschah offenbar mit Bedacht. Im Bogen des Arc de Triomphe, auf den leicht ansteigend die Prachtstraße Champs Elysees zuläuft, ist kein einziges Gebäude sichtbar – nur der Himmel. Dieser überdimensionale Triumphbogen ist umbaute Transzendenz – auf unterschiedliche Weise wird der Autor mehrfach darauf zurückkommen Beginnen wir aber diese Rezension vom Ende her. Benedikt XVI. bildet bei Rilinger den inhaltlichen Schlußstein eines bemerkenswerten Buches, das er fast nach Art einer gotischen Kathedrale inhaltlich in die Höhe strebend konzipiert hat. Papst Benedikt XVI. hat speziell den Franzosen klar gegenüber umrissen, wie schädlich die absolut gehandhabte Trennung von Staat und Kirche ist. Frankreich ist hier ein besonders krasses Beispiel, aber für ganz Europa sind Rilingers Überlegungen ein deutlicher Hinweis darauf, welcher Anstrengungen es bedarf, damit die jüdisch-christliche Idee Europas, geistig und geistlich auf Rom und seinen Apostelsitz gegründet, in eine gute Zukunft getragen werden kann. Schon 2008 prangerte Benedikt XVI. in Paris an, dass Gott aus dem Denken herausdifferenziert werden solle, so berichtet Rilinger, und dass der Mensch selbst an seine Stelle treten solle. Nichts anderes ist der Transhumanismus. Und auch die vielfach propagierte Geschlechterdiversität, nach der das Geschlecht des Menschen durch ihn selbst verändert kann, gehörte hierhin. Schließlich ist auch die Antwort auf die Frage, wer wann und wie lange lebt, Gott vorbehalten. Benedikt XVI. hatte bereits 2008 diese zukunftsweisenden, ja, eigentlich prophetischen Gedanken. Rilinger nimmt diesen Faden auf und spinnt ihn weiter. Geht es in diesem Buch wirklich nur um Schauplätze in Paris? Betrachtet man es von seinem literarischen Schlußstein her, wird klar – der titelgebende „Fluchtpunkt der Gedanken“ ist Gott. Beginnen wir also am Anfang. Der geistige Weg hin zu dieser Erkenntnis, den Rilinger wählt, ist höchst interessant und originell. Zwei kurze Abschnitte zur jüngsten Geschichte der Stadt aus deutscher Sicht sind dafür beispielhaft. Behandelt werden der General und Widerstandskämpfer Carl Heinrich v. Stülpnagel und Ernst Jünger – ein weltanschauliches Spannungsverhältnis tut sich auf, aber Rilinger zeigt, dass hier kein Widerspruch besteht. Beiden Protagonisten ging es von ihrer jeweiligen Position aus um den Frieden. Wohlgesetzt sind sodann die Themen auf einer Art Weg zu geistigen und geitlichen Erkenntnissen, auf den Rilinger seine Leserschaft mitnimmt. Zunächst geht es um Menschenrechte. Herausgehoben sei hier pars pro toto die Überlegung, dass es in Frankreich einen „volonté générale“ gibt, in dem durch die jeweiligen Eliten festgelegt werden kann, für wen welche Menschenrechte gelten. Dies steht im Gegensatz zu den Menschenrechten der Vereinten Nationen, die seit 1948 – und noch ist es so – den Gottesbezug kennen. Rilinger macht hier den Nukleus für manches Unheil aus. Denn vom französischen „volonté générale“ führt ein Wunsch zum Existentialismus eines Jean-Paul Sartre, bei dem der Mensch der Schöpfer seiner selbst ist und keine ewigen Werte mehr kennt. Geradezu brisant ist die Information, dass durch Sartres Sicht auf die Freiheit des Menschen, die keinen Gott kennt, auch der Weg zur Pädophilie auf eine neue, unheilvolle Weise neu geebnet wurde. Das hatte in den 1980er Jahren – mindestens bis dann – durchaus erkennbare Wirkung auf die Partei „Die Grünen“ und das linksextreme Spektrum. Natürlich darf der Eiffelturm nicht fehlen. Rilinger plaziert seine Erwähnung am Beginn seines dritten hinführenden Kapitels, das dem Laizismus gewidmet ist. 1889 wurde dieses Bauwerk eingeweiht. Diese Passage lohnt auch deswegen, weil der Autor hier sehr aktuelle Beispiele bringt. Nicht genug kann es betont werden: dies ist kein Buch über Paris, sondern für ein tieferes Verständnis des römisch begründeten, aus der griechischen Antike gespeisten, auf dem Berg Golgatha fußenden Abendlandes. Das Menschenbild des Transhumanismus, das auf einem hier zu findenden, entgöttlichten Boden sprießen kann, behandelt Rilinger ausführlich und glasklar. Wörtlich schreibt er auf Seite 163: „Das atheistisch-mechanische Weltbild steht somit dem jüdisch-christlichen konträr gegenüber.“ Für diese Entwicklung, die sich auch in der EU durchzusetzen beginnt – erwähnt wird der Matic-Bericht –, nennt er als aktuell Verantwortlichen einen wohlbekannten Namen: Emanuel Macron. Dieser Abschnitt ist geradezu Sprengstoff für die aktuellen Diskussionen rund um KI und § 218 hierzulande, und er birgt eine sehr wichtige Argumentationslinie für alle, denen das Abendland noch nicht gänzlich egal ist. Der folgende Abschnitt innerhalb des Kapitels, das Christentum gewidmet ist, präsentiert sich als starker Kontrast. Ein Abschnitt darin ist schlichtweg wundervoll, fällt thematisch aus dem Rahmen – und zeigt zugleich: auch dies ist eine kulturelle Facette der wahrlich großen Metropole Paris. Worum geht es? Um ein Gemälde des italienischen Renaissancemalers Fra Angelico, „Le Calvaire avec saint Dominique“. Die Beschreibung dieses Meisterwerkes an sich ist bereits eine literarische Trouvaille, und sie dürfte um ihrer Thematik willen bewusst an dieser Stelle des Buches plaziert sein. Der Louvre wird en passant als ein Kulturschatz von überörtlicher, ja, kontinentaler Bedeutung beschrieben, der schlechterdings keinen besseren Standort als eine Metropole wie Paris haben könnte. Und dann geht es um Notre Dame – endlich ist der thematische Bogen des Buches dort angekommen, wo es die dem Arc de Triomphe innewohnende transzendentale Illusion bereits angedeutet hatte. Ohne dass es explizit gesagt wird, zielt das ganze Buch auf das geistliche Herz der Stadt, die Kathedrale, die „Mutter Europas“ hin. Hier ist der Fluchtpunkt der Gedanken, und eben nicht auf der gottfernen Monumentalstraße Champs Elysees, wo der Arc de Triomphe von einem Machthaber in Auftrag gegeben wurde, der scheitern mußte: Napoleon Bonaparte. So kurz wie eindrücklich schließlich der Hinweis, dass der über Jahrhunderte gehende Bruderkrieg und von Bonaparte nicht unwesentlich verschlimmerte zwischen Deutschen und Franzosen mit einer Heiligen Messe beigelegt werden konnte, die in Notre Dame gefeiert wurde und an der unter anderem Charles de Gaulle, Robert Schuman und Konrad Adenauer teilnahmen. Diesem wichtigen Buch sei eine breite Leserschaft gewünscht, wobei zu hoffen ist, dass der Titel kein Hindernis darstellen möge. Schließlich geht es um das höchst gefährdete Abendland insgesamt, von einem seiner Kulminationspunkte, von einer seiner ältesten Metropolen aus betrachtet. Es geht um Ansatzpunkt für eine christlich-jüdische Zukunft für den Kontinent Europa, der zugleich wehrhaft und doch auch tolerant anderen Religionen gegenüber sein soll. Und genau deswegen ist dieses Buch angesichts der aktuellen politischen Verwerfungen eine Pflichtlektüre! Europa braucht mehr Menschen, die den so wohlgeordnet gesammelten Gedanken von Lothar Rilinger folgen und die danach handeln. kath.net-Buchtipp - Neuerscheinung! Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:
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