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Loslassen, Verlust und Aufnahmebereitschaft - Der Weg der Nachfolge Christi

vor 5 Stunden in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Leo XIV.: Die innere Dynamik der christlichen Nachfolge. Die Vorrangstellung der Liebe zu Christus, die Logik der Hingabe und die Aufnahme des Nächsten im Namen Jesu. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) In seiner Katechese vor dem traditionellen Gebet des Angelus am Dreizehnten Sonntag im Jahreskreis betrachtete Papst Leo XIV. das Evangelium nach Matthäus (Mt 10,37–42) und legte dar, dass Jesus seinen Jüngern Weisungen gegeben habe, „um in der Nachfolge zu leben und Zeugen seines Reiches zu sein“. Dabei gehe es „nicht um irgendwelche äußerliche Taten, sondern darum, dass wir uns ganz und gar auf eine Liebesbeziehung mit ihm einlassen“. Um Frucht zu bringen, brauche die Liebe mindestens drei Dinge: Loslassen, Verlust und Aufnahmebereitschaft.

Zunächst wandte sich der Papst dem Thema des Loslassens zu. Jesus spreche die Worte: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert“ (V. 37). Christus habe, als er seine Apostel in die Mission gesandt habe, gewollt, „dass sie von allen Bindungen frei sind“. Dies bedeute jedoch nicht eine Geringschätzung der menschlichen Beziehungen. Vielmehr erklärte der Papst, dass auch die wichtigsten Verbundenheiten ihre Fülle dank der Liebe fänden, die Christus uns schenke. Zur Veranschaulichung verwies Leo XIV. auf das Eheleben. Dieses könne nur dann voll und ganz gelebt werden, „wenn man das Elternhaus ‚verlässt‘ (vgl. Mt 19,6), um sich ganz auf die eheliche Beziehung einzulassen“. Ebenso helfe man Kindern, sich zu entfalten und glücklich zu sein, indem man sie dazu erziehe, auf eigenen Beinen zu stehen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst an den heiligen Augustinus, der geschrieben habe: „Es ist schmerzhaft, das zu verlieren, was man liebt. Aber auch der Bauer verliert vorübergehend das, was er sät“ (Sermo 330, 2). Nur indem der Samen in die Erde falle und gleichsam verloren gehe, könne er aufkeimen und Frucht bringen.


Von diesem Gedanken ausgehend führte Leo XIV. aus, dass Liebe immer auch Verlust einschließe: „Es fällt uns schwer, das zu verstehen, besonders in einer Welt, in der Verlieren eine Schwäche zu sein scheint und wir davon besessen sind, zu haben und zu besitzen“. Die Liebe trage jedoch „nur dann Früchte, wenn wir uns verschenken: Wenn wir bereit sind, ein bisschen von uns selbst herzugeben, um dem anderen Platz zu machen, etwas Zeit zu opfern, um einem Freund zuzuhören und ein wenig Bequemlichkeit aufzugeben, um eine schwierige Situation gemeinsam zu meistern“. Das Evangelium selbst lehre, dass - wer das Leben nur für sich selbst findet -, es in Wirklichkeit verliere, „weil es nicht für die Freude der Liebe offen ist und unfruchtbar wird“ (vgl. V. 39). Daraus folge die Einladung Jesu, das Kreuz zu umarmen. Christus habe „sich hingegeben, er hat sich selbst verloren und genau dadurch haben wir sein Leben in Fülle empfangen können“. Ebenso würden auch die Gläubigen in einem Leben der Logik der Hingabe, dazu fähig, in den Beziehungen neues Leben hervorzubringen.

Als dritten Aspekt stellte der Papst die Aufnahmebereitschaft heraus: „Liebe drückt sich in konkreten Entscheidungen und Taten aus, in einem Engagement, das aus kleinen alltäglichen Gesten besteht, wie zum Beispiel jemandem, der Durst hat, ein Glas Wasser anzubieten“ (vgl. V. 42). Jesus habe seine Jünger ausgesandt und sie aufgefordert, ohne Proviant auszuziehen, also bedürftig zu sein, damit sie bei den Menschen, denen sie begegneten, Aufnahmebereitschaft weckten. So reiche die Aufnahme eines Menschen, der im Namen Jesu komme, über die bloße Gastfreundschaft hinaus: „Und so nehmen wir, wenn wir jemanden aufnehmen, der im Namen Jesu kommt, ihn selbst auf und den himmlischen Vater, der ihn gesandt hat“. Daraus ergebe sich, dass die Liebe zum Herrn sich stets in der Aufnahmebereitschaft gegenüber den Brüdern und Schwestern zeige.

Zum Abschluss der Katechese richtete der Papst den Blick auf die Gottesmutter und lud die Gläubigen ein: „Lasst uns zur Jungfrau Maria beten, die ihren Sohn geliebt hat und ihn auch zu verlieren wusste: Möge sie uns helfen, sowohl demütige als auch freudige Zeugen der Liebe Christi zu sein“.

Foto (c) Vatican Media

 


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