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„Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“

27. Juni 2026 in Kommentar, 11 Lesermeinungen
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„Es ist interessant, dass diejenigen, die sich so gerne auf das II. Vatikanum berufen, ihm in Fragen der Laienpredigt in der hl. Messe widersprechen und nicht nur hinter das Konzil von Trient zurückkehren wollen, sondern…“ Von Gerhard Kardinal Müller


Vatikan (kath.net) Das II. Vatikanum hat betont, dass in der Hl. Messe der Wortgottesdienst (liturgia verbi) und die Eucharistiefeier (liturgia eucharistica) „so eng miteinander verbunden sind, dass sie einen einzigen Kult-Akt ausmachen“ (Liturgiekonstitution 56), also die Einheit der Verehrung des dreifaltigen Gottes darstellen, der in Jesus Christus, der Göttlichen Person des Wortes, Fleisch geworden ist. Darum ist Christus in der Kirche gegenwärtig in der Verkündigung und der Feier der hl. Sakramente. 

Das sakramentale Zeichen oder die sakramentale Zeichenhandlung bestehen aus hörbaren Worten und sichtbaren Gesten. Die priesterliche Vollmacht bezieht sich nicht nur auf den Teil der Hl. Messe, der in der Darbringung des Opfers Christi und der Wandlung von Brot und Wein in das sakramentale gegenwärtige Fleisch und Blut Christi ihren Höhepunkt hat, sondern auf das ganze Sakrament der Eucharistie. 

Man kann zwar Andachten, Katechesen und Wort-Gottes-Feiern als eigene Gottesdienste unter der Leitung eines vom Bischof beauftragten Laien feiern. 

Aber man darf nicht den Wort-Gottesdienst-Teil und den eucharistischen Teil der Hl. Messe auseinanderreißen und den ersten mit der Predigt von einem Laien leiten und den zweiten von einen geweihten Priester feiern lassen. 


Schon Luther hatte dies als Missbrauch angesehen und der Kirche vorgeworfen, dass die Priester und Bischöfe nicht mehr zuerst Diener des Wortes sind, sondern zu Ritualisten und bloßen Messpriester verkümmert seien. 

Das Konzil von Trient hat dagegen gesagt, dass die sakramental geweihten Priester von Christus eingesetzt sind sowohl als Diener des Wortes als auch der Sakramente. Das hatte auch schon Justin der Märtyrer in seiner Apologie gesagt, dass der Vorsteher die Briefe der Apostel und die Evangelien auslegt in der Predigt und dieser selbst dann mit der Danksagung, der Eucharistie, fortfährt und dass die Diakone ihm bei der Austeilung der heiligen Kommunion unterstützen. 

Das II. Vatikanum hat darum die Einheit des Dienstes der Priester am Wort Gottes, den Sakramenten und in der Leitung der Kirche unterstrichen. Die sakramentale Weihe gestaltet die Bischöfe und Presbyter „kraft des Weihesakramentes nach dem Bilde Chrisi, des höchsten und ewigen Priesters, zur Verkündigung der Frohbotschaft, zum Hirtendienst an den Gläubigen und zur Feier des Gottesdienstes.“ (Lumen gentium 28).

Im Einklang mit der Praxis und Lehre der Kirche seit Anbeginn an hat das Dikasterium für den Gottesdienst festgestellt, dass die Homilie in der hl. Messe ein Bestandteil der hl. Messe ist, der dem vorstehenden Priester kraft der sakramentalen Weihe zukommt, wobei er unterstützt wird von den Diakonen, die auf ihrer Weihestufe an diesem Sakrament teilhaben. 

Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen, wenn man nicht überhaupt auf protestantische Weise das sakramentale Priestertum leugnet und völlig in dem gemeinsame Priestertum aller Gläubigen einordnet und es nur als Funktion im Auftrag der Gemeinde übrig lässt. 

Es ist interessant, dass gerade diejenigen, die sich so gerne auf das II. Vatikanum berufen, ihm in Fragen der Laienpredigt in der hl. Messe widersprechen und nicht nur hinter das Konzil von Trient zurückkehren wollen, sondern gerade in die vorreformatorischen Missstände, gegen die Luther nicht nur protestiert hat, sondern die ihm Anlass waren, der Kirche den Abfall von wahren Evangelium, freilich in seiner Auslegung, vorzuwerfen und ihr den Rücken zu kehren. 

Die deutschen Dauerprotestler sollten nicht nur einmal ihr Verhältnis zum Petrusdienst des Papstes überdenken, sondern sich einmal mit den Grundlagen katholischer Theologie beschäftigen und nicht weiterhin mit ihren ressentimentgeladenen Ideologien und Machtansprüchen die Kirche in Deutschland vor die Wand fahren.

Weiterführender kath.net-Text:  Vatikan an die Bischöfe in Deutschland: Klares NEIN zur Laienpredigt! - Vatikan „bekräftigt, dass von der geltenden Ordnung nicht durch Indult abgewichen werden kann, da Vorbehaltung der Homilie für Priester oder Diakone keine bloße Disziplinarnorm darstellt, sondern im Wesen der Liturgie selbst begründet ist“

 


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