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Türkei: Neue Hoffnung für Wiedereröffnung von Chalki

vor 6 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Hochrangiger Vertreter des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel ortet nach jüngstem Treffen von Patriarch Bartholomaios mit Präsident Erdogan substanzielle Bewegung - Orthodoxe Theologische Hochschule seit 1971 geschlossen


Istanbul (kath.net/KAP) Bei den seit Jahrzehnten geführten Bemühungen bzw. Verhandlungen zwischen der Türkei und der orthodoxen Kirche über eine Wiedereröffnung der seit 1971 geschlossenen Theologischen Hochschule von Chalki könnte es nun tatsächlich Fortschritte geben. So hat Metropolit Emmanuel von Chalcedon, ein enger Vertrauter des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios und die inoffizielle "Nummer Zwei" des Patriarchats von Konstantinopel, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters (Sonntag) erklärt, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe den türkischen Hochschulrat angewiesen, die Verhandlungen mit dem Komitee des Ökumenischen Patriarchats fortzusetzen.

Obwohl noch kein konkreter Zeitplan für die Wiedereröffnung des historischen Priesterseminars festgelegt wurde, betonte Metropolit Emmanuel, dass nach Jahrzehnten der Untätigkeit "der Stein endlich ins Rollen kommt". Er fügte hinzu, dass beide Seiten die Renovierung des Seminarkomplexes abschließen und eine Einigung über den rechtlichen und akademischen Rahmen erzielen müssten, unter dem die Theologische Schule betrieben werden soll.


Patriarch Bartholomaios traf Erdogan

Patriarch Bartholomaios I. war vergangene Woche in Ankara von Präsident Erdogan zu einem Gespräch empfangen worden, an dem auch Metropolit Emmanuel sowie Bischof Kassianos von Arabissos, Abt des Klosters zur Heiligen Dreifaltigkeit auf Chalki, teilnahmen.

Die Theologische Hochschule auf der im Marmara-Meer vor Istanbul liegenden Prinzeninsel Chalki war bis zu ihrer Schließung die wichtigste Ausbildungsstätte für den Klerus des Patriarchats von Konstantinopel. Die Hochschule hat eine lange Geschichte und war eines der führenden theologischen Seminare weltweit. Viele prominente Theologen und Kirchenführer, darunter auch Patriarch Bartholomaios selbst, haben dort studiert.

Die Schließung von Chalki im Jahr 1971 erfolgte durch ein türkisches Gesetz, das den Betrieb privater Universitäten untersagte. Diese Entscheidung führte zu einer schwerwiegenden Einschränkung der Ausbildungsmöglichkeiten für den orthodoxen Klerus und wird seitdem als Hindernis für die religiöse Freiheit der orthodoxen Gemeinschaft angesehen.

Schließung von Hochschule ein "großes Unrecht"

In regelmäßigen Abständen wird Chalki vom Ökumenischen Patriarchen auch medial thematisiert. So betonte Bartholomaios etwa in seiner heurigen Neujahrsansprache die Dringlichkeit der Wiedereröffnung und bezeichnete die Schließung der Bildungseinrichtung als ein "großes Unrecht". Trotz der jahrelangen Bemühungen von internationalen Akteuren wie den USA, der EU und Russland, die sich ebenfalls für die Wiedereröffnung einsetzen, blieb die Umsetzung bislang erfolglos.

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